Mikrotransaktionen: Koreanische Firmen müssen Strafe zahlen

André Linken

In der großen Kontroverse rund um Lootboxen und andere Mikrotransaktionen wurde in Korea ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Gesetzentwurf von Chris Lee gegen Lootboxen.

Für den aktuellen Fall schweift unser Blick nach Korea. Dort hat nämlich die FTC (Fair Trade Commission) gleich gegen drei Entwickler und/oder Publisher hohe Strafen in Zusammenhang mit Lootboxen verhängt. Konkret handelt es sich dabei um die Firmen Netmarble, Nexon und NextFloor. Das höchste Bußgeld muss Nexon zahlen – und zwar 944,5 Millionen koreanische Won, was beim aktuellen Kurs etwas mehr als 720.000 Euro entspricht.

Nexon wird vorgeworfen, unzureichende Angaben für die Wahrscheinlichkeiten von bestimmten Lootbox-Inhalten während eines Events im Free2Play-Spiel Sudden Attack gemacht zu haben. Im Rahmen des besagten Events konnten die Spieler für ein Puzzle insgesamt 16 Teile sammeln, um auf diese Weise spezielle Ingame-Belohnungen freizuschalten. Allerdings gab es kaum Informationen zu den Wahrscheinlichkeiten. Bei einigen der Puzzle-Teile gab es gerade mal eine Chance von 0,5 Prozent, dass sie in einer Lootbox enthalten waren.

Das hat unter anderem dazu geführt, dass einige Spieler hohe Summen ausgeben mussten, um das Puzzle überhaupt vervollständigen zu können. Es wird sogar in einem Fall über Ausgaben in Höhe von über 350 Euro berichtet. Das war der koreanischen FTC ein Dorn im Auge. Nexon will künftig genauere Angaben machen, wehrt sich derzeit aber wohl noch gegen die Zahlung der Strafe.

Diese Spiele waren ebenfalls mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

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Die beiden anderen Firmen aus Korea wurden aufgrund ähnlicher Fälle zu einer Strafe verdonnert. Allerdings sind die deutlich geringer ausgefallen als bei Nexon. Die FTC wird dieses Segment auch weiterhin genau im Auge behalten.

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