Mutter füttert videospielsüchtigen Sohn im 48-Stunden-Gaming-Marathon

Marina Hänsel

Wie geht man damit um, wenn der eigene Sohn nicht nach Hause kommt und stattdessen all seine Zeit im nächstgelegenen Internet-Café verbringt? Eine Mutter aus den Philippinen ist nach einem steten Fortschreiten der Videospielsucht ihres 13-jährigen Sohnes ratlos – und fängt an, ihn zu füttern, während er spielt.

Du brauchst Hilfe? Spielsucht ist eine psychische Krankheit, die behandelt werden kann und muss. Falls du dich betroffen fühlst oder jemanden kennst, der betroffen ist, kannst du dich unter www.caritas.de informieren und Hilfe suchen. Geht es um Internetsucht, kann dir auch www.erstehilfe-internetsucht.de weiterhelfen.
Was zuerst wie ein ‚lustiges‘  Video anmutet, erzählt eine mehr als tragische Geschichte: Auf YouTube ging über die letzten Tage Material von einem Handy viral, das die 37 Jahre alte Mutter Lilybeth Marvel zeigt, die ihren Sohn Carlito in einem philippinischen Internet-Café mit der Hand füttert. Mit seinen 13 Jahren kann er schon auf eine zweijährige Computerspielsucht zurückblicken, wegen der er schließlich auch nicht mehr in die Schule gegangen ist.
 
Im Video versucht Lilybeth ihrem Sohn ein paar Münzen wegzunehmen, die vor ihm auf dem Tisch liegen – und die er womöglich braucht, um das Internet-Café zu bezahlen. Als er sie mit aller Kraft daran hindert, gibt sie auf. Inzwischen hat sie sich hilfesuchend an das Internet gewandt, wie GamerRant berichtet:
 „Ich habe mit ihm zuerst immer gemeckert wegen den Online-Spielen. Aber das hat nicht geholfen. Jetzt versuche ich es mit einer anderen Methode. Ich will, dass er merkt, was in seinem Leben passiert, ich bin seine Mutter, die ihn liebt und sich um ihn kümmert.
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO Videospielsucht bereits als psychische Krankheit gelistet hat, ist das Bewusstsein darum noch immer nebulös – hier bei uns, aber auch international. Es ist fraglich, ob Carlitos Mutter auf den Philippinen überhaupt auf ein Therapie-Angebot zurückgreifen könnte, wenn sie wollte.
Ob Carlito und seiner Familie infolge des Videos geholfen wird, ist unklar. Sollte der 13-Jährige aber weiterhin tagelang im Internet-Café sitzen, warten nicht nur körperliche Beschwerden wie Knie- und Rückenprobleme auf ihn, sondern auch andere psychische Krankheiten. Depressionen und Angststörungen etwa gehen oft mit einer fortschreitenden Computerspielsucht einher und verschlimmern die Situation Betroffener.

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