Spätestens seit dem Amoklauf in Columbine im April 1999 sind Schießereien an Schulen eine wiederkehrende Tragödie, sowohl in den USA als auch in Deutschland. Ein von der US-Armee entwickelte Simulator soll Lehrern in Zukunft dabei helfen, auf potentielle Gefahrensituationen zu reagieren.

 

Videospielkultur

Facts 

Der Simulator entstand in Zusammenarbeit mit einer Überlebenden des Sandy-Hook-Massakers im Dezember 2012, die den Tathergang detailliert schildern konnte. Im Simulator kann sowohl die Rolle des Schützen als auch eines Lehrers eingenommen werden, dessen Aufgabe es ist, seine Schüler in Sicherheit zu bringen.

Auf diese Weise sollen Lehrer Erfahrung sammeln, um im Fall eines Amoklaufs bereits Erlerntes anwenden können, statt mit der Situation überfordert zu sein und dadurch fatale Fehler zu begehen.

Auf Twitter wird diese Herangehensweise jedoch scharf kritisiert. Allen voran durch den Vicky Soto Memrial Fund, der in Gedenken an die Grunschullehrerin Vicky Soto entstand, die in Sandy Hook ums Leben kam.

Wir verurteilen das auf das härteste. Ein Videospiel zu benutzen um einen Schulamoklauf zu simulieren ist widerwärtig. Warum setzt uns die Welt weiterhin so schmerzhaften Erinnerungen aus?“

Ein weiterer Kritikpunkt ist zudem, dass der Simulator nicht nur für Lehrer hilfreich sei, sondern auch für potentielle Amokläufer. „Simulationen können Schulen sicherer machen, allerdings helfen sie auch dem Angreifer effektivere Herangehensweisen zu finden...

Andere wiederum fordern statt eines Simulators eine Reform des Waffengesetzes, um die Ursachen und nicht die Auswirkungen von Schießereien zu bekämpfen. „Das ist das dümmste was ich je gesehen habe. In Amerika gäbe es nicht so viele Morde, wenn Zivilisten keine Waffen tragen dürften.“