Software-Piraterie: Kein negativer Einfluss auf Verkaufszahlen

Alexander Gehlsdorf

Jedes Kind weiß, dass Software-Piraterie jährlich finanzielle Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Überraschenderweise beweist eine Studie der Europäischen Kommission jetzt das Gegenteil.

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2014 gab die Europäische Kommission eine Studie in Auftrag, um die Frage zu beantworten, ob Urheberrechtsverletzungen negative Auswirkungen auf Verkaufszahlen haben. Insgesamt wurden 30.000 Menschen in Deutschand, Frankreich, Polen, Spanien, Schweden und dem Vereinten Königreich befragt. Die fertige Studie wurde im Mai 2015 vorgelegt, jedoch nie veröffentlicht.

Als Julie Reda, Mitglied der Europäischen Piratenpartei, von der Studie erfuhr und sich über deren Verbleib wunderte, fragte sie eine Kopie an, die sie inzwischen auf ihrem Blog veröffentlichte.

Warum die Studie mehr als zwei Jahre totgeschwiegen wurde, darf sich anhand der Ergebnisse jeder selbst denken: So kommt sie zu dem Schluss, dass es „keinen Beleg für die These, dass illegale Downloads im Netz zu einem Rückgang von Verkäufen führen“, gibt. Einzige Ausnahme sind aktuelle Blockbuster-Filme, welche durch Piraterie im Schnitt einen Verlust von fünf Prozent erleiden. Welche Filme etwa im Jahr 2015 besonders davon betroffen waren, kannst du dir hier ansehen:

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Piraterie: Diese 10 Filme wurden 2015 am häufigsten illegal heruntergeladen

Wie gameindustry.biz betont, legt die Studie sogar nah, dass illegale Downloads einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen von Spielen haben können. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Piraterie zum Teil die Funktion einer Demo übernommen hat, mit der sich Spieler vor dem Kauf von der Qualität des fertigen Spiels selbst überzeugen können. Ebenso regen Ingame-Käufe wie exklusive Gegenstände und Skins zum Kauf der Originalversion an.

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