Sparx: Videospiel zur Überwindung von Depressionen

Luis Kümmeler

In Neuseeland dient das Rollenspiel Sparx seit einigen Jahren als Methode zur Überwindung von Depressionen. Inzwischen hat es das Spiel, das betroffenen Menschen helfen soll, negative Gedanken zu erkennen und in positive umzuwandeln, auch nach Japan geschafft.

Das Rollenspiel Sparx („smart, positive, active, realistic, X-factor thoughts“) wurde von Forschern der University of Auckland entwickelt, um depressiven Menschen in Neuseeland zu helfen. Inzwischen ist das Spiel auch in Japan erhältlich: Wie die Webseite Japan Times in einem Bericht erörtert, hat die 30-jährige Unternehmerin Ayako Shimizu das Spiel im vergangenen Jahr lizenziert und als Smartphone-Anwendung in Japan veröffentlicht, wo das Thema Depression offenbar ein weit größeres Tabu ist, als im Westen.

„Als ich in Japan zur Schule ging, litten viele Menschen in meinem Umfeld (…) unter Depressionen und Angststörungen. Viele davon waren sich bewusst, dass sie unter psychischen Problemen litten, hatten aber Angst davor, sich Hilfe zu suchen“, so Shimizu, die erklärt, dass sich betroffene Menschen dort vor sozialen Konsequenzen fürchten und ihre Krankheit deswegen für sich behalten. Doch auch gegenüber klassischer Therapien soll das Spiel laut Shimizu einen ganz klaren Vorteil haben: „Wenn dir ein Therapeut persönlich Hoffnung zuspricht, prallt das von vielen Menschen ab. Wenn es aber von einer Fantasiefigur kommt, der du vertraust, kann es dich überzeugen.“

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Mit Sparx haben auch Menschen in Japan inzwischen die Möglichkeit, sieben, auf Kognitiver Verhaltenstherapie basierende Module zu durchlaufen. Diese sollen Betroffenen helfen, ihre Probleme zu bewältigen, indem sie etwa ihre Wut unter Kontrolle bekommen, Atemübungen durchlaufen und negative Gedanken erkennen und in positive umwandeln. Um das Spiel in Japan etwas ansprechender zu gestalten, hat Shimizu mit Hilfe von Entwicklern einige Änderungen an der grafischen Gestaltung vorgenommen und etwa die Augen der Charaktere vergrößert.

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Auch die Farbe des Himmels wurde von lila in blau geändert und so konfiguriert, dass sie mit fortlaufender Spieldauer heller wird, was positive Stimmungsänderungen visualisieren soll. Im Gegensatz zum neuseeländischen Original ist die japanische Umsetzung nicht gratis und kostet 2.160 Yen (circa 16 Euro). 3.000 Mal soll die Smartphone-Anwendung bislang heruntergeladen worden sein.

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