Entwickler, vor allem kleinere, freuen sich natürlich riesig, wenn YouTuber, Influencer oder Websites über ihre Spiele schreiben. Deshalb verschicken sie regelmäßig kostenlose Keys zu ihren Spielen. Mit einem Fake-Café wollte sich nun offenbar ein Typ um zahlreiche Keys bereichern.

 

Videospielkultur

Facts 

Manche Geschichten können nicht ausgedacht werden, die passieren wirklich. So allem Anschein nach auch die Folgende. In den Hauptrollen: Entwickler Jacob Janerka, sein Werk Paradigm (hier geht's zur Steam-Seite) und der Unhold Dmitry Tseptsov. Ort des Geschehens, das Internet und das Café Boroda Drink in der Ukraine.

© Imgur

Wie jeden Tag erhält Jacob auch an diesem 3. Oktober 2017 zahlreiche Mails. Doch etwas ist anders. Er erhält digitale Post von Dmitry Tseptsov aus der Ukraine. Der schreibt in seiner Mail, er habe erst vor drei Wochen (wichtige Info!) sein Café Boroda Drink eröffnet. Dieses Café sei ein Besonderes, denn er lege Wert auf Gamer als Kundschaft. Und so erhalten Kunden, die drei Fragen aus dem Gaming-Bereich richtig beantworten könnten, 10%-Rabatt und auf den Kaffee obendrauf auch noch einen kostenlosen Key für ein zufälliges Spiel.

Wenn du Indie-Spiele magst, solltest du diese hier im Auge behalten:

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Indie Arena Booth: Diese Geheimtipps solltest du unbedingt im Blick behalten

Eigentlich eine tolle Idee, dachte sich der Entwickler und so begann er, die Social-Media-Auftritte des Cafés zu checken. Und wurde stutzig, soll das hier gerade etwa Betrug werden? Er fand nämlich Bilder von Keys, die angeblich von anderen Entwicklern kamen - merkwürdig war nur, dass die Keys offen in die Kamera gehalten wurden, jeder hätte sie einlösen können. Merkwürdig war auch, dass ein Twitter-Link zu einem englischsprachigen Profil führte, der Instagram-Auftritt aber komplett auf ukrainisch war und kein einziges Foto einen Gaming-Bezug hatte.

© Imgur

Doch es geht noch weiter. Denn auch die angegebene Adresse führt zwar überall hin, jedoch nicht zum Café. Das Datum auf einigen Fotos des Cafés zeigt das Jahr 2016, sind also nicht erst drei Wochen alt, wie Dmitry behauptete.

© Imgur

 

Die gesamte Geschichte mit allen Fotos und Belegen für den versuchten Betrug postete Jacob Janerka auf der Foto-Plattform Imgur. Und er machte noch etwas deutlich: „Ganz ehrlich, scheiß Betrüger. Besonders auf diejenigen, die kleine Entwickler ausnutzen wollen, die selbst nur ein wenig Aufmerksamkeit für ihr Spiel wollen und nebenbei vielleicht selbst noch als Barista arbeiten müssen, um die Miete zu bezahlen.“