YouTube: PewDiePie-Kontroverse heizt Copyright-Debatte um Let's Plays an

Luis Kümmeler

Die Kontroverse um den YouTuber PewDiePie und dessen rassistische Äußerungen hat die Debatte um Copyright-Problematiken auf YouTube von neuem angeheizt. Dürfen Rechteinhaber Videos auf YouTube ganz nach eigenem Ermessen sperren lassen, auch wenn es im Grunde gar nicht um das Copyright geht?

Firewatch E3 2015.

Der E3-Trailer zu Firewatch gibt einen Einblick in das Spiel

Vor wenigen Tagen machte der YouTuber PewDiePie in seinem Stream mit einer rassistischen Äußerung auf sich aufmerksam, die eine wahre Lawine an Konsequenzen für YouTube und die „Let’s Play“-Kultur im Internet zur Folge haben könnte. Die Macher des Indie-Spiels Firewatch äußerten sich nämlich ziemlich vokal gegen den YouTuber und kündigten an, ihn in Zukunft keine Spiele aus dem Hause Campo Santo mehr spielen lassen zu wollen. Wie die Webseite Polygon berichtet, konnte das Studio mit einem Copyright-Claim bereits PewDiePies „Let’s Play“-Video zu Firewatch sperren lassen – doch dies wirft erneut Fragen zur Copyright-Problematik YouTubes auf.

Wie PewDiePie in einer neuen Video-Stellungnahme angibt, setzte er das betroffene Firewatch-Video zwar auf privat, erhielt aber trotzdem eine Verwarnung durch YouTube. Drei davon reichen bereits, um einen Kanal dauerhaft sperren und alle veröffentlichten Videos endgültig löschen zu lassen – in PewDiePies Fall ein Kanal mit 57 Millionen Abonnenten. Doch unabhängig von der Zukunft des publikumsstarken PewDiePie-Kanals, heizt die Kontroverse einmal mehr Debatten über das Copyright-Recht insbesondere im Umgang mit „Let’s Play“-Videos an. Denn aktuell haben Rechteinhaber die Möglichkeit, YouTube-Videos unter Copyright-Claims sperren zu lassen – selbst wenn es dafür andere Gründe gibt als die Verletzungen von Urheberrechten.

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„Das ist ehrlich gesagt sehr enttäuschend“, so Felix Kjellberg a.k.a. PewDiePie in seiner Stellungnahme. „(…) Diese Gesetze wurden gemacht, damit die Leute Inhalte sperren können. Und wann immer es diese Macht gibt, wird sie ausgenutzt werden. Erst recht, wenn der Grund für die Sperrung nichts mit dem Copyright zu tun hat.“ Nun steht PewDiePie als erfolgreichster YouTuber überhaupt natürlich nicht gerade vor dem finanziellen Ruin – die Copyright-Problematik verdeutlicht aber, wie wackelig die Einkommensquellen vieler Videoproduzenten sind, die sich insbesondere im „Let’s Play“-Feld betätigen.

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