Darum sind wir daran schuld, dass es keine originellen Spiele gibt

Daniel Nawrat

Auf der einen Seite beschweren sich Spieler darüber, dass immer wieder die gleichen Ideen einfach nur neu verpackt werden. Andererseits verkaufen sich gerade diese Spiele ohne Ende. Sind wir also selbst daran schuld, dass kaum neuartige Spiele veröffentlicht werden?

Darum sind wir daran schuld, dass es keine originellen Spiele gibt

Es ist ein ewiger Kreislauf. Ein kluger Kopf kommt mit einer neuartigen Idee daher und plötzlich wird sie von allen kopiert. Zwar beschränkt sich dieser Zusammenhang nicht nur auf die Videospielindustrie aber gerade dort macht sich ein derartiger Kreislauf bemerkbar. Das gilt sowohl für aktuelle Phänomene wie Battle Royale aber auch für die inzwischen zur Tradition gewordene jährliche Fortsetzungen von Assassin’s Creed, Far Cry oder FIFA.

Im Hinblick auf Battle Royale gilt PlayerUnknown’s Battlegrounds als der erste richtig erfolgreiche Ableger. Kurze Zeit später ist auch genau das eingetroffen, was zu erwarten war. Ein anderer Entwickler erkannte diesen Trend und schuf ein sehr ähnliches Spiel. Die Rede ist von Fortnite, das von Epic Games veröffentlicht wurde. Inzwischen tauchen auch immer wieder neue derartiger Spiele auf. Das geht inzwischen sogar so weit, dass längst etablierte Franchises wie Battlefield oder Call of Duty nun ebenfalls einen Battle Royal-Modus für die jeweiligen neusten Ableger ihrer Spieleserien geplant haben. Alle möchten etwas vom Battle Royal-Kuchen abhaben.

Nicht immer sind Fortsetzungen erfolgreich. Wir haben die schlechtesten davon für dich zusammengestellt.

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Die schlechtesten Teile beliebter Spielereihen.

Betrachtest du wiederum Spielereihen wie Assassin’s Creed, Far Cry oder FIFA, so zeichnet sich etwas sehr Ähnliches ab. Hier werden die Spiele allerdings nicht von anderen kopiert, sondern sind es vielmehr die Entwickler selbst, die jedes Jahr versuchen, das Rad vermeintlich neu zu erfinden. In den meisten Fällen gibt es zwar durchaus zahlreiche Verbesserungen sowie Neuerungen im Spiel, jedoch ändert sich am grundlegenden Spielprinzip nicht wirklich viel. Trotzdem gehören diese Spielereihen mit zu den erfolgreichsten unserer Zeit und verkaufen sich jedes Jahr wie verrückt.

Oftmals sind es dann die Spieler, die den Publishern die Schuld geben, weil sie entweder blind den aktuellen Trends folgen oder immer nur auf Nummer sicher gehen und fast ausschließlich Fortsetzungen ihrer Spiele veröffentlichen. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn du als Spieler kaufst diese Games eben trotzdem. Weiterhin werden Titel auch fleißig vorbestellt, obwohl es noch mehrere Monate bis zur eigentlichen Veröffentlichung dauert. Genau das zeigtr das blinde Vertrauen der Spieler den Publishern gegenüber und ist gleichzeitig auch die Wurzel allen Übels.

Manchmal hilft eben alles nichts und man muss den Reset-Button drücken. Diesen Spielen scheint das aber wirklich gut getan zu haben.

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14 Spielereihen, die wie ein Phönix aus der Asche gestiegen sind.

Erst kürzlich äußerte sich Todd Howard, der Game Director und Executive Producer von Bethesda, zu eben so einem Vorwurf in Bezug auf die The Elder Scrolls-Reihe. Seine Antwort: „Wenn ihr kein Skyrim mehr wollt, dann hört auf es zu kaufen!“ Im Grunde trifft diese Aussage den Nagel auf den Kopf. Das Kaufverhalten der Spieler steht im kompletten Gegensatz zu den Erwartungen, die sie an die Industrie haben. Sie verlangen individuelle Spielkonzepte aber im selben Atemzug bestellen sie sich das x-te Mal in Folge den Nachfolger von Assassin’s Creed oder FIFA vor. Sollte es dann dennoch mutige Indie-Entwickler geben, die mit innovativen Konzepten aufwarten, kauft die Spiele kaum jemand.

Dabei ist dieses Problem nichts Neues. Bereits in den 90er-Jahren als Doom seiner Zeit zu den erfolgreichsten Ego-Shootern zählte, begannen viele sich an diesem Erfolg zu orientieren und veröffentlichten kurzerhand sehr ähnliche Spiele. Als World of Warcraft Mitte der 2000er in aller Munde war, führte dies auch dazu, dass plötzlich ein MMORPG nach dem anderen auf den Markt gebracht wurde. Dieser Zyklus scheint sich stetig zu wiederholen. Seien es MMOs, MOBAs oder aktuell eben Battle Royale-Spiele. Bleibt also abzuwarten, was der nächste große Trend nach Battle Royale wird. 

Du weißt gerade nicht, welches Spiel du zocken sollst? Unser Game-o-Mat kann dir bei deiner Entscheidung helfen.

Wie siehst du die Sache? Würdest du dir wünschen, dass große Publisher sich mehr trauen und neue Wege gehen? Reichen dir bekannte Spielereihen womöglich aus oder sehnst du dich auch endlich nach was Neuem? Schreib uns deine Meinung zu dem Thema gerne in die Kommentare.

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