GameStop: Deshalb sind die Tage des Einzelhandels gezählt

Alexander Gehlsdorf 10

Der Aufstieg von Stream-basierten Gaming-Plattformen könnte das Ende von GameStop bedeuten.

PlayStation Now: PS4 Spiele im Streamingdienst.
Für viele ist GameStop ein selbstverständlicher Anlaufpunkt, wenn es um den Kauf und vor allem den Verkauf von Videospielen geht. Wie Halal Touryalai vom Forbes Magazin allerdings argumentiert, könnte die Ära der Einzelhandelskette schon bald vorbei sein.

Wie Streaming-Dienste den Markt veränderten

Wer The Social Network gesehen hat, kennt die Story: 1999 eroberte Napster den Markt und ebnete den Weg für Spotify und Co. Erstmals war es möglich, Musik digital herunterzuladen und zu streamen. Eine Revolution mit Folgen: Bis heute ist der traditionelle CD-Laden praktisch verschwunden. Musik-Charts werden schon  lange nicht mehr exklusiv an CD-Verkäufen, sondern primär an Downloads gemessen. Der wöchentliche Gang zur Videothek gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Wer heutzutage Filme sehen will, greift auf Netflix, iTunes und Amazon Prime zurück.

Jetzt droht das Streaming auch GameStop zu verschlingen. Sonys Streaming-Dienst PlayStation Now kommt in diesem Jahr auch nach Deutschland,  der Xbox Game Pass erlaubt auf Microsofts Konsole das Zocken per Internet-Kabel und Jump möchte ein ähnliches Konzept auch für Indie-Spiele auf dem PC umsetzen. Die Folge: Wer streamt kauft keine physischen Exemplare mehr und verkauft diese logischerweise auch nicht weiter. Genau dieser Gebrauchtmarkt ist jedoch eine der wichtigsten Einnahmequellen für GameStop.

Shitstorm gegen GameStop - Der PS4-Umtausch ging gründlich schief

Dass ohne physische Kopien kein Gebrauchtmarkt existieren kann, beweist nicht zuletzt Steam seit über zehn Jahren. Durch das umfangreiche Download-Angebot und die fehlende Option, ungewollte oder durchgespielte Spiele einzutauschen, ist der Gebrauchtmarkt auf dem PC praktisch non-existent. Auch im Laden gekaufte Exemplare müssen im Regelfall per Key auf Steam registriert werden und sind fortan an den Account gebunden. Umtausch ausgeschlossen.

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So stark hat sich die Grafik vom Anfang bis zum Ende einer Konsole entwickelt.

Um GameStop steht es bereits seit Jahren nicht gut

In der Folge bedeutet das, dass GameStop ohne den Gebrauchthandel primär auf den bloßen Verkauf aktueller Titel angewiesen ist. Damit stehen sie jedoch in direkter Konkurrenz zu Großhändlern wie BestBuy, Walmart, Saturn und Media Markt, die allein aufgrund des breiteren Angebots deutlich wettbewerbsfähiger sind. Zudem sinkt der Umsatz, den GameStop mit dem physischen Verkauf von Spielen gut machen konnte, bereits seit mehreren Jahren. Dabei stellen eben jene Verkäufe etwa 55 Prozent des Gesamtumsatzes von GameStop dar – folglich 55 Prozent Verlust, sobald der Gebrauchtmarkt zusammenbricht. Dass GameStop bereits im Jahr 2016 800 Millionen Dollar Schulden hatte, sei hier nur am Rande erwähnt.

Meth statt GTA - GameStop verkauft Drogen an Elfjährigen

Welche Möglichkeiten hat GameStop also? Zuerst muss das Unternehmen einsehen, dass der aktuelle Fokus auf den Gebrauchtmarkt nicht nachhaltig ist. Ob früher oder später, der Handel mit alten Spielen wird aussterben. Auf diese Veränderung muss GameStop gefasst sein. Netflix, dessen Geschäftsmodell ursprünglich darauf basierte, DVDs leihweise per Post zu verschicken, erkannte die damaligen Trends rechtzeitig und wurde in Folge zum Flaggschiff des Film- und Serien-Streamings. Mit genügend Weitsicht und Originalität ist eine Rettung also möglich. Aber schafft GameStop diesen Sprung noch rechtzeitig?

Erkennst du diese Spiele anhand ihrer Code-Bilder?

Spiele sind auch nur eine Zusammensetzung aus vielen Pixeln und Codes. Doch auf diesen Bildern hier sind die Games kaum noch wiederzuerkennen. Oder etwa doch?

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