Limbo of the Lost: Der skurrilste Plagiatsfall der Gaming-Geschichte

Alexander Gehlsdorf 1

Mord verjährt nicht, Plagiarismus schon. Dennoch gibt es auch nach zehn Jahren noch genügend Gründe, sich an das absurde Limbo of the Lost zu erinnern.

Hinter Limbo of the Lost verbirgt sich auf den ersten Blick ein eher unspektakuläres Point-and-Click-Adventure mit einer bewegten Entstehungsgeschichte. Die Arbeit an dem Spiel begann bereits Anfang der 90er Jahre. Der Titel sollte erst für den Atari ST, später den Amiga A500 erscheinen. Dazu kam es jedoch nie, denn als das Spiel letztendlich Form annahm, war der Amiga bereits tot.

Stattdessen wurde die Arbeit an dem Spiel 2003 erneut begonnen. 2007 erschien Limbo of the Lost in Europa, 2008 auch in den USA. Spielerisch hatte das Adventure wenig zu bieten. Trotzdem ist Limbo of the Lost bis heute unvergessen.

Alles nur geklaut

Ein kurzes Quiz: Was fällt dir beim Vergleich der beiden Bilder auf?

Limbo of the Lost

Des Rätsels Lösung: Links siehst du eine Szene aus Limbo of the Lost und rechts eine aus dem 2006 erschienen The Elder Scrolls 4: Oblivion. Und tatsächlich, das ist genau der gleiche Raum!

Nicht nur aus Oblivion wurden Screenshots, Modelle, Menüs, Items oder Musik geklaut. Stattdessen haben sich die Entwickler gleich bei einer ganzen Reihe bekannter Titel bedient. Unter anderem:

Es ist nicht verwunderlich, dass das „Ausborgen“ der zahlreichen Inhalte nicht lange unbemerkt blieb und schließlich dazu führte, das Limbo of the Lost bereits 2008 wieder aus dem Handel entfernt wurde. Wer also wirklich noch eine Kopie besitzt, hält eine echte Rarität in seinen Händen.

Ein Fest für digitale Schatzsucher

Dennoch ist die Geschichte des Spiels nicht vollständig verloren: In einem Wiki wurden allen bekannten Plagiate übersichtlich zusammengetragen, geordnet unter anderem nach Menüs, Hintergründen, Sound, Gegenständen oder Modellen.

Auch in diesem Jahr gab es natürlich genug Gründe zur Empörung:

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Die größten Shitstorms und Skandale 2017.

Solltest du tatsächlich eines der wenigen Exemplare besitzen und trotz des schlecht gealterten Gameplays die Lust nicht verloren haben, solltest du unbedingt bis zum Ende durchhalten — denn das einzige, was die skurrile Entwicklungsgeschichte von Limbo of the Lost noch toppen kann, ist dieses Ende.

Krasse Gaming-Werbespots: Erkennst du, für was hier geworben wird?

Es gibt mittlerweile viele kuriose Werbeclips und die Gaming-Branche bleibt davon nicht verschont. Viele der hier gezeigten Spots wurden sogar gebannt, weil sie zu krass fürs Fernsehen waren. Dabei ist es auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu erkennen, für was in den jeweiligen Videos geworben wird. Schaffst du, die beworbenen Produkte zu erraten?

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