Was ist Larp? Worin besteht der Reiz des ungewöhnlichen Hobbys, welche Regeln gibt es und wie kannst selbst an einem Live-Rollenspiel teilnehmen? Wir haben nachgefragt.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung und der Zusammenkunft. Aber Weihnachten ist auch die Zeit des Kultes. Es geht um Rituale, ritualisiertes Handeln und natürlich auch um Religion. Wir haben uns für diese Artikel-Serie unterschiedliche Formen von Kult angeschaut. Sei es LARP, als Kult(ur) der Live-Rollenspiele oder Sekten und Religion in Videospielen. Das Beste aber: Alles ganz ohne Weihnachts-Inhalte.

Auf indiegogo.com entsteht derzeit eine Dokumentation über Larps:

Roleplayers - Doku Trailer.

LARP — Das steht für Live Action Role Playing. Kaum eine Freizeitbeschäftigung ist mit mehr Vorurteilen stigmatisiert, denn das einzigartige Hobby ist nach wie vor ein Kult-Phänomen, das vielen Außenstehenden bisher verborgen blieb. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich mich mit Kevin Blank unterhalten.

Ich war schon Teil meiner eigenen Beerdigung

Kevin ist Game Designer aus Berlin und nimmt seit 2014 regelmäßig an Larps teil. Seitdem hat er zehn unterschiedliche Charaktere in insgesamt vier Szenarien gespielt, von denen drei den Tod fanden. „Ich war schon Teil meiner eigenen Beerdigung!“, kann er stolz verkünden. Wer kann das noch von sich behaupten?

Eine Beerdigung des eigenen Charakter ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, wie Kevin erklärt, denn je nach Regelsystem und Ausrichtung des LARP spielt der fiktive Tod nur eine untergeordnete oder auch gar keine Rolle. Per se lassen sich Larps nicht verallgemeinern, aber immerhin in zwei grobe Kategorien einteilen: Das „klassische LARP“, das großen Wert auf konkrete Regeln, geordnete Kampfabläufe und Fähigkeiten legt und dem gegenüber das „moderne Larp“, das eine wesentlich offenere Struktur verfolgt und einen größeren Wert auf echtes Rollenspiel legt. Selbstredend gibt es zwischen diesen beiden Extremen noch zahllose Mischformen, die den Großteil der gängigen LARPs ausmachen.

Nicht jeder verlässt zum Spielen gern das Haus. Diese zehn JRPGs machen in den eigenen vier Wänden am meisten Spaß:

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Moderne Larps, die auf keinem konkreten Punktesystem basieren, greifen statt eines geregelten Kampfes häufig auf die sogenannte DKWDDK-Spielweise zurück. Du kannst was du darstellen kannst. „Spielt“ ein Charakter im Kampf etwa einen besonders überzeugenden Wuchtschlag, in dem er mit ganzem Körpereinsatz die Waffe erhebt, einen Kriegsschrei ausstößt und die Klinge zu Boden schmettern lässt — natürlich ohne den Gegenüber tatsächlich zu verletzen — kann sein Gegner entscheiden, ob die Aktion überzeugend war und entsprechend zu Boden gehen.

Das wiederum ist die sogenannte Opfer-Regel. Der Betroffene entscheidet, wie auf Aktionen der anderen Spieler glaubhaft reagiert. „Das funktioniert deswegen, da der andere weiß, das ich das auch machen werde. Beide wollen einen coolen Kampf erleben und das Endergebnis ist, dass die Kämpfe flüssiger und cooler werden, da beide versuchen den Kampf möglichst cineastisch darzustellen,“ beschreibt Kevin.