Mikrotransaktionen: Deshalb geben Spieler (kein) Geld für Ingame-Items aus

Daniel Kirschey

Warum kaufen Spieler Ingame-Items über Mikrotransaktionen? Und wenn, wie viel geben sie dafür eigentlich aus? Und wenn nicht – warum? Diese Fragen haben wir uns gestellt – und dann dich. Das ist dabei herausgekommen. Jetzt wo die Tauschfunktion da ist, spielen wieder viele Pokémon GO – und geben Geld für Brutmaschinen und anderes aus.

Pokémon GO: Endlich ist die Tauschfunktion da!

Mikrotransaktionen. Wenn das Wort fällt, verdrehen die meisten schon die Augen. Wenn die Frage aufkommt, ob jemand schon mal Geld für Mikrotransaktionen ausgegeben hat, sind einige Reaktionen überaus bestimmt: „Nein. Werd ich auch nie. Ich werde meinen Kindern guten Gewissens sagen, dass ich nicht für den Untergang der Spieleindustrie gesorgt habe!“, schreibt uns  Sophia W. über Facebook. Doch natürlich gibt es auch viele, die Geld für Lootboxen, Skins und anderes ausgeben – auch in der Redaktion. Wir haben uns mal umgehört: Wer gibt Geld dafür aus, wie viel und warum? Das sind die Antworten.

Unser Praktikant Daniel Nawrat führt Buch. Das heißt, er schreibt sich wirklich gewissenhaft jede Ausgabe auf, die er für Mikrotransaktionen macht:

„Ich hab vor einigen Jahren angefangen Buch über meine Ausgaben zu führen und weiß daher (leider) ziemlich genau, wie viel ich in den letzten Jahren so ausgegeben habe. Das erste Spiel, für das ich damals erstmals Echtgeld im Ingame-Shop ausgegeben habe, war Dragonica. Mit meinen jungen 15 Jahren hab ich da im Verlauf von knapp drei Jahren so an die 100 Euro investiert. 

Der nächste Übeltäter war dann League of Legends. Das spiele ich schon seit 2011 und seitdem sind da mehrere hundert Euro reingeflossen. Wofür genau? Eigentlich nur für Skins. Wie sieht’s also aktuell aus? Da wäre Guild Wars 2 zu nennen. Das ist einfach mein Lieblings-MMO aller Zeiten und daher stecken da inzwischen auch schon einige hundert Euro drin. Dafür spiele ich das Spiel aber schon 3.500 Stunden.

Meine Faustregel für Mikrotransaktionen: Wenn mir das Spiel Spaß macht und es ohnehin kostenlos ist, dann gebe ich gerne Geld aus, um es zu unterstützen. Wofür ich niemals Geld ausgegeben habe und niemals Geld ausgeben werde sind Lootboxen und sämtliche Variationen davon. Solche Dinger gehören meiner Meinung nach einfach verboten!“

Daniel kommt hier deshalb so ausführlich zu Wort, da sich seine Meinung mit vielen anderen Kommentaren zu diesem Thema deckt. Über die Zeit sammeln sich einige hohe Beträge an, doch meistens nur dann, wenn das Spiel über eine längere Zeit gespielt wird.

Den Entwickler unterstützen oder strafen

Die meisten Spieler versuchen die Relation an Spielzeit und Spielspaß nicht aus den Augen zu verlieren, wenn Geld in Mikrotransaktionen gesteckt wird. Gerade dann, wenn es sich um ein Free to Play-Spiel handelt. Dann entsteht oft das Gefühl, für die lange Spielzeit den Entwickler durch Ingame-Käufe belohnen oder  unterstützen zu wollen.

So schreibt beispielsweise Aleks Colakovic über Facebook:

Für Warframe habe ich ungefähr 120 Euro in zwei Jahren ausgegeben. Digital Extremes [der Entwickler, Anm. d. Red.] zu unterstützen, ist ein gutes Gefühl, da immer neuer Content rauskommt. Man investiert freiwillig und man bekommt auch viel zurück. Ich habe genügend Spielstunden, um keinen Käse zu behaupten – das Game wird immer geiler. Und da es Free to Play ist und man viel Spaß daran hat, gibt man gerne einen Groschen als Belohnung.

Wenn der Entwickler immer wieder neue Inhalte kostenlos in das sowieso schon kostenlose Spiel integriert, sehen viele Gamer kein Problem darin, dies mit Geld zu unterstützen. Es wächst eine Community, die überaus positiv gegenüber dem Entwickler eingestellt ist. Sobald dieses Vertrauensverhältnis jedoch gebrochen wird, ensteht oft ein gehöriger Image-Schaden. So berichtet Andreas Glaser über Facebook:

 „Also seit Fifa 14 habe ich bestimmt schon 1.000 Euro im Spielmodus Ultimate Team ausgegeben. Aber seit Fifa 18 boykottiere ich es und gebe generell kein Geld mehr für Mikrotransaktionen aus. Also das Problem was ich dabei sehe, beläuft sich vor allem auf Mikrotransaktionen seitens EA. Siehe Star Wars Battlefront 2. […] Mir geht es darum, dass ich Geld für etwas ausgebe und noch nicht mal annähernd bekannt ist, was man zieht. […] In einem Spieler-Pack für umgerechnet drei bis vier Euro können auch nur Gold-Spieler drin sein mit 76 Wertungen. Und das ist Glücksspiel.“

Die paar Euro nebenbei

Einige Kommentare deuten darauf hin, dass gerade nach der Veröffentlichung von Pokémon GO viele Spieler das erste Mal Geld für Mikrotransaktionen ausgegeben haben. Da geben dann einige nebenbei Geld für ein bisschen Platz im Rucksack oder Pokébälle aus. Auch einige Redakteure und andere Mitarbeiter bei GIGA GAMES, spieletipps und gamona haben so schon einiges Geld in das Spiel gesteckt. Hauptsächlich Brutmaschinen, wie ein Mann, dessen Name nicht genannt werden darf, erwähnt.

Interessant dabei ist, dass auf eine direkte Frage, wie viel Geld für welche Mikrotransaktionen in welchen Spielen ausgegeben wurde, reichlich Antworten kamen – mit vielen Beispielen. Aber bei einer anderen Umfrage die Mehrheit angab, kein Geld für Mikrotransaktionen auszugeben.

Bei 3.356 Stimmen geben nur 31 Prozent der GIGA GAMES-Leser an, dass sie Geld für Mikrotransaktionen ausgeben. Eine große Mehrheit von 69 Prozent sagt entschieden: „Nie!“ Die Bereitschaft scheint jedoch immer weiter zu steigen. Nach Pokémon GO ist nun Fortnite das neue Free to Play-Spiel, das anscheinend jeder zockt. In Fortnite können mit Geld Skins und Battle-Pässe erworben werden. Die sind dazu da, dass mehr Gegenstände beim Spielen abspringen, als das Spiel so hergibt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch einige Zocker ihr Geld in Fortnite stecken. Auch in der gamona-Redaktion – Lina Walkenbach gesteht:

Ja, ich habe locker schon 100 Euro für Fortnite-Skins und anderen Kram ausgegeben. Shame on me, aber zuvor habe ich mich immer zusammenreißen können. Ich habe mal vier Euro in Lockmodule für Pokemon GO investiert. Ansonsten ist meine Weste eigentlich rein.“

Auffällig aber nicht verwunderlich ist, dass vorallem jüngere Spieler, die mit Mikrotransaktionen aufgewachsen sind, sie als normale Möglichkeit ansehen, an mehr Content für das Spiel zu kommen – wenn sie das wollen. Andere Zocker stehen den Mikrotransaktionen und vor allem den Lootboxen etwas kritischer gegenüber – gerade dann, wenn es sich bei dem Spiel um einen Vollpreistitel handelt wie etwa Mittelerde: Schatten des Krieges. Insgesamt scheint es aber so, als wären die Mikrotransaktionen längst als ein normaler Teil der Spielelandschaft angenommen worden.

Falls du noch etwas Geld brauchst, um mehr Skins in Fortnite kaufen zu können: 

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So kannst du mit Fortnite Geld verdienen.

Wie sieht es bei dir aus? Gibst du Geld für Mikrotransaktionen aus oder ist das für dich ein No Go? Schreib uns gerne auch deine Meinung mal in die Kommentare unter diesem Artikel. Wir freuen uns über deine Nachrichten.

 

 

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