Immersive Deck: So intensiv hast du Videospiele noch nie erlebt

Lisa Fleischer 2

Virtual Reality – in der Theorie die Erfüllung all unserer Gaming-Träume. Die Realität sieht anders aus: Zu teuer ist die noch neue Technik, zu einseitig die vorhandenen Spiele. Das Start-Up Illusion Walk will dafür die Lösung haben: Das Immersive Deck, das du in verschiedenen Zentren ausprobieren können sollst.

Illusion Walk – Offizieller Trailer.

Als die ersten VR-Brillen von ihren Entwicklern mit großen Worten vorgestellt wurden, lief uns Gamern das Wasser im Munde zusammen: Spiele, die du nicht nur vor dem Fernseher mit Pad spielen, sondern in die du komplett eintauchen kannst. Mit Handcontrollern, welche die klassische Steuerung ersetzen sollten und speziellen Laufbändern für VR wurde ein völlig neues Spielerlebnis beworben. Nur schien niemand zu beachten, dass sich Normalverbraucher die teure Technik nicht einmal nach Monaten des Sparens leisten können.

Ist VR also für die Tonne? Die Brüder Jim und Julien Rüggeberg, beide Gründer von Illusion Walk, sind da anderer Meinung. Für sie ist die Technik durch die Immersion „so unglaublich einnehmend“. Allerdings denken sie, dass die Technik bislang einfach falsch eingesetzt wurde. Statt alleine zu Hause sollten die Brillen von ganzen Gruppen gleichzeitig genutzt werden: Im sogenannten Immersive Center, das wesentlich mehr Platz bietet als die heimische Wohnung.

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Das Immersive Deck: Die Zukunft von VR?

Wie im Kino oder den alten Arcade-Hallen ist im Immersive Center die komplette Technik vorinstalliert. Du zahlst nur noch Eintritt, um VR für wenig Geld, aber auch nur begrenzte Zeit am eigenen Leib erfahren zu können. So kannst du dir die Technik auch dann leisten, bist du knapp bei Kasse.

Die Idee dazu entstand laut Jim Rüggeberg schon vor über 2 Jahrzehnten, damals war die Technik aber noch längst nicht soweit, als dass sie in die Tat umgesetzt werden konnte. Erst in den letzten Jahren nahm das Konzept mehr und mehr Gestalt an. Inzwischen hat das Team von Illusion Walk das sogenannte Immersive Deck entwickelt. Darin verschwimmen Realität und VR-Erfahrung, reale Gegenstände, Wände und sogar Gerüche werden in die virtuelle Realität integriert und ermöglichen so ein noch intensiveres Erlebnis.

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Dafür nutzt das Team von Illusion Walk schon vorhandene Technik und ergänzt diese mit eigenen Ideen. Um in das Immersive Deck eintauchen zu können, setzt du dir eine Oculus Rift auf und schnallst den XMG Walker auf deinen Rücken. Controller gibt es keine, durch Leap Motion werden die Bewegungen deiner Hände (fast) genau getrackt. Und auch deine Bewegungen im Raum werden nachverfolgt, du kannst dich völlig frei bewegen, ohne Angst haben zu müssen, gegen den Boden, die Wand oder einen Gegenstand im Raum zu stoßen.

Eigener Content ist das A und O

Um die Kunden voll und ganz überzeugen zu können, reicht eine funktionierende Technik alleine jedoch nicht aus. Eigens für VR entwickelter Content ist der Schlüssel. Die erste Experience im Immersive Deck entwickelt das Team von Illusion Walk deshalb größtenteils unter Eigenregie. Die zweite soll zwar von einem externen Team stammen, wird aber extra für die eigene Technik geschaffen. Wichtig ist Jim Rüggeberg, dass das Immersive Deck nicht in sich abgeschlossen, sondern prinzipiell offen für neue Technologien ist. Schließlich steht VR noch am Anfang, auf neue Modelle und Ideen wollen die Gründer vorbereitet sein.

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Was genau Teil der einzelnen Experiences sein wird, wie sie sich spielen und was du darin erleben kannst, das will Jim Rüggeberg noch nicht verraten. Schließlich lebt die Technik von der Illusion, die durch die verschiedenen Elemente erzeugt wird, eben weil du nicht weißt, was auf dich zukommt. Wichtig ist den Gründern, dass die Spieler keinen Schock bekommen, ist doch noch nicht bekannt, welche Gefahren die noch neue Technik birgt. Horror- und Shooter-Elemente sind darum erst einmal tabu.

Überzeugt das Immersive Deck im Test?

Zwar ist die erste Experience noch nicht fertig entwickelt, wir durften trotzdem schon einmal das Immersive Deck ausprobieren. Unsere Eindrücke haben wir für dich natürlich festgehalten:

Ganz in VR eintauchen: Geht das überhaupt?

Redakteurin Lisa:
Kaum habe ich Brille und Backpack aufgesetzt, schon finde ich mich in einer ähnlichen, aber doch ganz anderen Welt wieder. Inmitten des Raumes öffnet sich ein Portal. Innerhalb kurzer oder langer Zeit (ich kann es nicht sagen, da mein Zeitgefühl im Immersive Deck komplett versagt hat) lande ich erst auf einem Windrad mitten im Meer, werde anschließend in ein Raumschiff gebeamt, in dem ein Alien sein Unwesen treibt, rette mich in ein altes Kino und werde Zeuge, wie eine Dampflock, die eben noch auf der virtuellen Leinwand zu sehen war, direkt neben mir durch die Wand bricht.Dabei kann ich nicht nur reale und zeitglich virtuelle Gegenstände berühren, sondern auch das Ruckeln eines Aufzugs unter meinen Füßen und den Wind, der mir entgegen kommt, spüren. Mit einem speziellen Lufterfrischer werden auch die Gerüche im Raum an das spezifische Szenario angepasst. Die Lok sehe ich also nicht nur vor mir, ich nehme auch den beißenden Gestank ihres Dampfes wahr.Zu Anfang der Experience war ich noch etwas vorsichtig, habe ich mich aus Angst, gegen eine Wand zu laufen, kaum getraut, mich wirklich normal in der virtuellen Welt zu bewegen. Recht schnell habe ich mich an die neue Umgebung, die doch so vertraut ist, gewöhnt. Und schlussendlich wollte ich gar nicht mehr aus dem Immersive Deck heraus, konnte ich dort endlich das machen, was mir in der realen Welt momentan verschlossen bleibt: Ans Meer!

Redakteur Sandro:
Mit realen Dingen zu interagieren, während ich durch große virtuelle Räume spaziere, war selbst für mich als VR-Enthusiast eine völlig neue Erfahrung mit vielen Überraschungen. Die Technik funktioniert einwandfrei. Motion Sickness? Fehlanzeige. Besonders gefällt mir, dass keine Controller benötigt werden und das Erlebnis nicht durch Kabel oder sonstige Probleme gestört wird.Virtual Reality trickst ohnehin schon permanent das Gehirn aus. Im Immersive Deck werden die Wahrnehmungen noch realistischer. Die Macher wissen mit der neuen, bahnbrechenden Technik umzugehen und kennen dabei auch Gefahren – sie sind realistische Macher, statt Träumer. An einigen Details wie Gesichtsausdrücke und präziseres Tracking der Hände muss noch gearbeitet werden. Mehr Immersion geht dann nicht mehr. Ich wünsche ihnen viel Erfolg dabei!

Das Ziel: Immersive Center in ganz Europa

Wie eingangs erwähnt, soll das Immersive Deck in die sogenannten Immersive Center integriert werden. Das erste dieser Center soll noch im Laufe dieses Jahres in Berlin eröffnet werden, momentan ist das Team auf der Suche nach einer passenden Location. Angedacht ist ein Raum mit zwei Immersive Decks mit je 250 Quadratmetern.

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Über das Internet kannst Du das Deck buchen, die erste Experience ist auf vier Personen ausgelegt und soll 45 Minuten andauern. Der Preis pro Person soll zwischen 25 und 35 Euro betragen, ist also auf jeden Fall bezahlbar. Auf lange Sicht will das Team Center natürlich expandieren. Die Ziele sind hoch gesteckt, innerhalb von zwei Jahren sollen ganze 10 Center in ganz Europa entstehen.

Aber nicht nur zur Unterhaltung kann das Immersive Deck benutzt werden: Auch in der Forschung, für Schulungen oder sogar Messen ist die Technik geeignet. Primär liegt der Fokus aber auf jeden Fall auf den Centern und den gemeinsamen Erlebnissen in VR.

Was denkst du: Sind die Immersive Center die Zukunft von VR? Wirst du auch einmal ein solches Center besuchen oder scheint VR nicht so dein Fall zu sein?

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