Frauen in Videospielen: Zwischen Gleichberechtigung und historischer Korrektheit

Kamila Zych 1

Die Repräsentation von Frauen in Videospielen gewinnt immer mehr an Berechtigung. Kommt allerdings der Aspekt der historischen Korrektheit mit dazu, eröffnet sich ein breites Diskussionsfeld, auf dem nur ein gesunder Kompromiss zu einer Lösung führt.

Call of Duty: WW2 – E3 2017 – Multiplayer-Premiere.

Protagonistinnen wie Lara Croft, Aloy oder Max Caufield, sind nur eine Auswahl der Spielfiguren, die das Bild der Frau in den heutigen Games formen. Mittlerweile sind weibliche Hauptcharaktere ziemlich gern gesehen, denn selbst männliche Zocker scheinen sich mit den Heldinnen in Spielen identifizieren zu können.

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Als selbstbewusst, stark und unabhängig werden sie beschrieben, aber auch authentisch und emotional – eine Frau mit Charakter möchten die Spieler sehen. Keine mit Stereotypen gefüllt Hülle, die lediglich den Zweck erfüllt, Diskussionen um die Gleichberechtigung von Frauen in Videospielen einzudämmen. Mal ehrlich: Möchtest du als Frau immer noch zusehen, wie eine arme Prinzessin vom Superklempner Mario gerettet wird?

Nein, Frauen möchten in Videospielen auch die Welt retten, erkunden und erobern – selbst wenn es für Peach einfach nur heißt bei Mario Kart den ersten Platz zu erklimmen. Es ist ein Schritt nach vorne und das wird auch in der Gaming-Community super aufgenommen.

Doch wenn es um von Männern dominierte Spiel-Genres wie Kriegs-Shooter geht, in denen historische Ereignisse im Fokus stehen, scheint die Akzeptanz von weiblichen Spielfiguren noch immer nicht ganz so groß zu sein.

Gehören Frauen zum Krieg?

Ein aktuelles Beispiel ist wohl das kommenden Call of Duty: WW2. Die Entwickler haben bereits relativ früh kommuniziert, dass großen Wert auf historische Korrektheit gelegt wird. Im gleichen Atemzug wurde allerdings auch erwähnt, dass auch Frauen spielbar sein werden. Das schien einigen Fans ein Dorn im Auge, waren im zweiten Weltkrieg doch keine Frauen auf dem Schlachtfeld. Oder etwa doch?

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Das waren unsere Highlights der E3 2017.

Sledgehammer Games weist in diesem Zusammenhang immer wieder auf die französische Widerstandsbewegung hin, der auch viele Frauen angehörten. In der Kampagne selbst wird es dir nämlich möglich sein, eine Frau zu spielen, die ebendiese Résistance anführt. Und davon mal abgesehen dienten Frauen auch der britischen, sowjetischen, amerikanischen und sogar der deutschen Arme im zweiten Weltkrieg. Somit wäre die historische Korrektheit zumindest in dem Punkt geklärt.

Das eigentliche Problem stellt der Multiplayer-Modus dar: Ein YouTuber hat beobachtet, dass Spieler darin gegen schwarze Soldatinnen der deutschen Wehrmacht kämpfen. Wie er richtig anmerkt, existierten im zweiten Weltkrieg sehr wohl dunkelhäutige Soldaten, die in der Deutschen Armee gekämpft haben. Allerdings stellten diese lediglich eine Minderheit dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich darunter auch Frauen befanden, ist demnach sehr gering.

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