Während Männer vornehmlich auf dem PC oder auf Konsolen zocken, bevorzugen Frauen mobile Endgeräte. Das sorgt nicht selten für spöttische Blicke. Dabei gibt es zwischen den beiden Geschlechtern in Hinblick auf Games mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede. Das beweist vor allem Fortnite, das sowohl auf dem PC, den Konsolen und Smartphones gespielt werden kann. Wir haben die mobile Version angespielt und wissen: Fortnite Mobile ist zu 99 Prozent das gleiche Spiel wie die lokale Version.

 

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Fortnite Mobile angespielt: Wir testen die mobile Version vom Battle-Royale-Modus!

„Frauen haben offiziell Fortnite Mobile ruiniert.“ „Fortnite Mobile ist nicht das echte Fornite.“ So reagierten die Fortnite-Spieler laut der Seite Kotaku auf den Fakt, dass dank der mobilen Version inzwischen auch zahlreiche Frauen zum Battle Royale-Hit gefunden haben. Dabei kann ich mir kaum vorstellen, dass Frauen wirklich aus dem Grund zu Mobile-Spielen greifen, weil diese einfacher sind.

Ich habe deshalb mit der HMKW Köln-Dozentin und Unternehmensberaterin Dr. Sabine Hahn gesprochen, die sich seit Jahren beruflich mit dem Thema Gender und Gaming beschäftigt und sogar ein Buch dazu verfasst hat. Zu allererst stellt die Dozentin eines klar, das ihr besonders wichtig scheint: „Es gibt weder DEN weiblichen Gamer, noch gibt es DEN männlichen Gamer.“ Allerdings gebe es Anzeichen für geschlechtsspezifische Konsumpräferenzen, die bei der Mehrheit des betreffenden Geschlechts zu beobachten seien.

Frauen und Games: Unsere gesamte Themenwoche

Gamer: Ein angestaubter Begriff?

Auch Sabine Hahn ist der Meinung, dass viele Frauen nicht etwa auf Smartphones spielen, weil sie weniger Skills haben als Männer. Vielmehr ist wohl der Begriff Gamer Schuld an der Bevorzugung von Smartphone-Spielen. Der Begriff war lange Zeit mit den Stereotypen „männlich, jung, pickelig, im Keller spielend“ besetzt, erklärt Sabine Hahn. Natürlich ist an dem Klischee heute nur noch wenig dran, trotzdem würden sich die meisten Frauen nur selten selbst als Gamer bezeichnen – und deshalb auch keine Konsole kaufen, die nur zum Zocken geeignet ist.

Wir haben das Thema 'Frauen und Games' schon in unserem Gaming-Podcast RUSH intensiv diskutiert

Vielmehr setzen sie auf Mobile-, aber auch PC-Spiele. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass die beiden Endgeräte sowieso aus kaum einem Haushalt mehr wegzudenken sind. Gerade die für die beiden Plattformen verfügbaren Genres würden Frauen besonders ansprechen, erklärt Sabine Hahn. „Frauen spielen vor allem kooperativ, sie haben tatsächlich mehr Spaß daran, Dinge aufzubauen und zu entwickeln und legen dabei sehr viel Wert auf Ästhetik.“ Solche Spiele werden hauptsächlich für den PC und Smartphones angeboten, während Action-Spiele, die Männer bevorzugen, häufig auf der Konsole erscheinen.

Frauen spielen öfter als Männer

Die Bevorzugung von Mobile- und PC-Spielen könnte aber auch damit zusammenhängen, wie Frauen in der Regel spielen. „Frauen spielen im Vergleich zu Männern öfter, aber in kleineren Einheiten. Es ist nicht so, dass sie sich hinsetzen und fünf oder sechs Stunden am Stück zocken“, erklärt Sabine Hahn. Deshalb ist es ihnen wichtig, dass sie ein Spiel sofort starten können, ohne dass das dazu benötigte Gerät noch hochgefahren werden muss. Dieses Bedürfnis erfüllen vor allem Browser-Games, die neben dem Surfen einfach angeschalten werden können und Mobile-Spiele, da das Smartphone sowieso meist rund um die Uhr eingeschalten ist.

Obwohl es sich anbieten würde, spielen Frauen Mobile-Games übrigens nur selten unterwegs. Das Klischee, dass sich Mobile-Spieler also weniger auf das Spiel fokussieren könnten, weil sie sowieso noch etwas nebenbei machen, ist also nicht unbedingt gerechtfertigt. „Die Mehrzahl spielt Mobile-Games zu Hause auf dem Sofa.“

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„Mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede“

Und trotzdem gibt es sie: Die Vorurteile gegenüber Mobile-Gamern, die von den meisten Spielern nicht als richtige Gamer angesehen und als Noob verlacht werden. Dabei spielen Frauen inzwischen genauso League of Legends oder World of Warcraft, erzählt Sabine Hahn. „Mittlerweile können auf mobilen Plattformen und Tablets auch schöne MMORPGs gespielt werden, das gibt die Technik inzwischen her. Dadurch verändern sich natürlich auch die Konsumpräferenzen der Frauen.“ 

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Dass Frauen nicht gleich schlechter sind, nur, weil sie auf einem mobilen Endgerät spielen und dass es sogar Vorteile haben kann, dass Frauen inzwischen viel mehr von Videospielen verstehen, als ihnen oft zugestanden wird, versteht langsam aber sicher auch die Fortnite-Community. In letzter Zeit gibt es sogar den Trend, dass Jungs ihre zockenden Mitschülerinnen in Fortnite fragen, ob sie mit ihnen zum Prom gehen wollen – was bei den Mädchen mitunter sehr gut ankommt. Die Meldung bestätigt das Fazit von Sabine Hahn: „Ich glaube, dass es (im Bezug auf Videospiele) mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede gibt.“

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