Wieso kann man nicht online wählen gehen?

Tuan Le

Per Smartphone erledigen Menschen so vieles – warum nicht auch die Abgabe der eigenen Stimme bei politischen Wahlen? Ein Artikel von der Stanford-Universität erläutert, weshalb Online-Wahlen sich auch in Zukunft wohl nicht etablieren werden.

Wieso kann man nicht online wählen gehen?

Wir leben im 21. Jahrhundert: Smartphones und das Internet sind quasi in allen Bereichen zu unseren täglichen Begleitern geworden, doch was die Politik anbelangt, so scheinen Stimmzettel Anachronismen aus Papier zu sein, die sich trotzig gegen den Fortschritt stellen. Sogar die Auswertung der Stimmen erfolgt nicht etwa mit Maschinen, sondern menschlichen Wahlhelfern.

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon immer – gerade bei Betrachtung der geringen Wahlbeteiligung in Relation dazu, wie viele Menschen tagtäglich auf Facebook ihre eigene Meinung zum besten geben – gefragt, weshalb man bei politischen Wahlen nicht auf Maschinen zurückgreift oder vielleicht sogar darüber nachdenkt, eine Stimmabgabe online durchzuführen. Sicher gäbe es da Bedenken und Risiken bezüglich der Sicherheit, doch schließlich vertrauen manche auch ihr Vermögen per Online-Banking, Paypal und Co. an das Internet an.

Weshalb Online-Wahlen keine sonderlich gute Idee wären

Ein Artikel der Universität Stanford geht eben dieser Frage auf die Spur und kommt schnell zu dem Ergebnis, dass Online-Wahlen eine grauenvolle Idee wären. Während bei Hackerangriffen auf Bankkonten und Accounts in diversen sozialen Netzwerken oder Cloud-Speichern im schlimmsten Fall eine Menge Geld und persönliche Daten einzelner Nutzer der Willkür der Angreifer ausgesetzt sind, könnten Manipulationen bei Online-Wahlen politische Systeme etablieren, die gegen die Werte der gesamten Bevölkerung gehen.

Während die Auswertung von Stimmen mit Menschen und Wahlzetteln vielleicht altertümlich erscheinen mag, ist es hier vergleichsweise schwierig, einen groß angelegten Wahlbetrug durchzuführen. Man denke nur an die Schüler aus Bremen, die in naiver Kurzsichtigkeit bei der Stimmauszählung schummelten, um der AFD einen Sitz im Landtag zu verwehren, was schnell aufflog. Bei elektronisch oder online durchgeführten Wahlen bräuchte man nur einige fähige Hacker, um enormen – und womöglich sogar irreparablen – Schaden auszulösen. Wenn schon für ein paar Millionen Euro großflächige Angriffe geschaltet werden, wie viel kriminelle Energie würde für eine Präsidentschafts-Kandidatur entfesselt werden?

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Die Glaubwürdigkeit ist ebenfalls von Bedeutung

Mehr noch: Die Menschen hegen schlicht und ergreifend weniger Glauben in die moderne Technologie, was man bei all den Meldungen um gehackte Konten in der Vergangenheit sicherlich nachvollziehen kann. Wenn kein Vertrauen in die Wahlmethode gelegt wird, gibt es selbstredend auch keine Akzeptanz der Ergebnisse, wodurch das grundlegende Prinzip der Demokratie ad absurdum geführt wird.

Vermutlich werden wir daher noch sehr lange mit Zettel und Stift politische Entscheidungen treffen – und sollten froh darum sein.

Quelle: Stanford University, Mockup: Graphic Burger

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