Wi-Fi Aware vorgestellt: WLAN-Geräte kommunizieren künftig auch ohne aktive Verbindung

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WLAN könnte in Zukunft eine noch größere Rolle bei der Verwendung des Smartphones spielen: Die Wi-Fi Alliance, ein Zusammenschluss von Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft, Google und Intel, hat nach drei Jahren Entwicklung den neuen Wi-Fi Aware-Standard vorgestellt. Mithilfe des neuen Standards soll die Kommunikation über WLAN zwischen mehreren Geräten bereits im Hintergrund stattfinden, bevor eine aktive Verbindung hergestellt wird. So sollen kontextabhängige Dienste noch besser funktionieren.

Sollte Wi-Fi Aware sich durchsetzen, wird man in Zukunft auch ohne WLAN-Passwort der umliegenden Netzwerke in vielerlei Hinsicht profitieren können. Die neue Technologie scannt kontinuierlich die Umgebung nach Geräten, die Wi-Fi Aware unterstützen. Unter anderem könnte dies für Googles Nearby verwendet werden: Erkennt das Smartphone über Wi-Fi Aware Nutzer aus der Kontaktliste, könnte automatisch nachgefragt werden, ob man nicht mit der Person in Kontakt treten möchte. Auch für Multiplayer-Spiele ist Google Nearby interessant und erlaubt die Suche nach Mitspielern aus der Umgebung. Wi-Fi Aware kann unter anderem als Beacon-Technologie verstanden werden. Der Unterschied ist allerdings, dass beispielsweise bei Apples iBeacon Bluetooth LE zur Kommunikation Verwendung findet und an Apple-Geräte gebunden ist  – WiFi Aware ist plattformunabhängig und kann mit Android, iOS aber auch Blackberry und anderen Systemen kommunizieren.

Wi-Fi Aware – Discover the world nearby).

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Interessant wird die Kommunikation über WLAN zudem vor allem dann, wenn kein Netzempfang besteht: Auf Konzerten zum Beispiel, bei denen man seine Freunde aus dem Blick verloren hat und vergeblich versucht, diese per Telefon oder SMS zu kontaktieren, wäre künftig dank Wi-Fi Aware auch eine Kommunikation direkt über WLAN möglich, ohne dass sich ein entsprechendes Netzwerk in der Nähe befinden muss. Auch aus gewerblicher Sicht ist die Technologie spannend, da Kunden beispielsweise benachrichtigt werden können, wenn zuvor auf Facebook markierte Marken in einem Laden in der Nähe verfügbar sind. In Einkaufszentren, Flughäfen und anderen größeren Gebäuden könnte Wi-Fi Aware zudem die Positionsbestimmung verbessern. Die WiFi-Alliance betont, dass die Aware-Funktion Opt-In ist - man muss sie also aktiv aktivieren, um sie verwenden zu können.

Der Stromverbrauch soll dabei sogar noch geringer sein als bei einer gewöhnlichen WLAN-Verbindung. Zwar scannt Wi-Fi Aware ständig die Umgebung, ruft Informationen allerdings nur von relevanten Quellen ab. Der neue Standard arbeitet App-basierend, sodass der Nutzer auch festlegen kann, welche Applikationen nach Wi-Fi-Geräten im Hintergrund suchen dürfen, um die eigene Privatsphäre zu wahren. Facebook und LinkedIn sollen noch in diesem Jahr das neue Feature in ihren mobilen Apps integrieren, von Broadcom, Intel, Marvell und Realtek gibt es die ersten Wi-Fi Aware-kompatiblen Router und Chipsets. Auf Seiten der Smartphone-Nutzer ist nicht einmal kein Hardware-Upgrade nötig: Einfach das WLAN stets aktiviert lassen, sollte im Prinzip ausreichen.

Quelle: Wi-Fi Alliance via TecChrunchFirece Wireless

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