NSA-Überwachung: Auch Xbox Live und World of Warcraft ausspioniert

Amélie Middelberg 23

Laut neuen Enthüllungen durch Whistleblower Edward Snowden hat die US-amerikanische National Security Agency (NSA) auch in Online-Spielen ordentlich mitgelesen und spioniert. Behördeninterne Dokumente sprechen von MMOs als idealen Tummelplatz für potentielle Terroristen.

NSA-Überwachung: Auch Xbox Live und World of Warcraft ausspioniert

Die Dokumente zeigen unter dem bezeichnenden Titel „Auswertung des terroristischen Gebrauchs von Spielen und virtuellen Umgebungen“, welche Taktiken die Behörde genutzt hat und vermutlich immer noch nutzt, um der Organisation von Bedrohungen innerhalb der MMO-Systeme einen Riegel vorzuschieben.

Agenten der NSA sollen beispielsweise im MMORPG World of Warcraft als einfache Spieler getarnt nicht nur andere Spieler ausspioniert haben, sondern auch versucht haben, weitere Nutzer für ihre Mission zu gewinnen. Auch wurden massenhaft Daten der über 48 Millionen Xbox Live-Nutzer gesammelt und ausgewertet.

Doch nicht nur eine mögliche Kommunikation von Terroristen über diese Spiele und Plattformen beunruhigte die NSA. Aus den ans Licht gekommenen Dokumenten geht hervor, dass die Behörde manche Spiele als „Waffen-Training“ einstuft:

„Diese Spiele bieten ein realistisches Schusswaffen-Training (welche Waffe ist für welches Ziel geeignet, welche Reichweiten können erzielt werden und sogar Zielen und Abdrücken), militärische Operationen und Taktiken, fotorealistische Navigation und Gewöhnung an bestimmte Terrains und das trainieren von Führungsqualitäten. Während ein komplettes militärisches Training am besten persönlich durchgeführt wird, so sind nicht immer perfekte Kenntnisse für die Ausführung einer Mission erforderlich.“

Laut dem Bericht nutze unter anderem Al Qaida Xbox Live, Second Live und World of Warcraft. Auch chinesische Hacker, iranische Nuklearwissenschaftler und die Hisbollah sowie die Hamas tummelten ich gerne in MMOs. Laut der englischen Zeitung The Guardian jedoch seien im gesamten Dokument keine tatsächlichen und fundierten Beweise für diese Annahmen zu finden.

Auf Nachfrage gab Blizzard an, dass ihnen keine Überwachung bekannt sei. Falls solche Vorgänge tatsächlich in WoW ablaufen würden, geschehe dies ohne ihre Kenntnis oder Zustimmung. Microsoft wollte sich bisher nicht zu den Enthüllungen äußern.

Quellen: The Guardian, New York Times, ProPublica

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