Wie "300: Rise of an Empire" einem Kinobesucher das Leben kostete

Timo Löhndorf 3

Während einer hitzigen Diskussion über das Ende des aktuellen „300: Rise of an Empire“ brach vor einem amerikanischen Kino ein Streit aus, der mit dem Tod eines Filmfans endete.

Nachdem Robin und Ich beide „300: Rise of an Empire“ gesehen hatten, entwickelte sich bei uns in der Redaktion ein leichter Disput. Dabei ging es hauptsächlich darum, ob der Film jetzt „ganz okay“ oder vielleicht sogar „gut“ war. Nach einem kurzen aber intensiven Faustkampf war die kleine Meinungsverschiedenheit allerdings geregelt und wir konnten uns einigen.

Für einen texanischen Kinobesucher lief ein ähnlicher Konflikt weniger glimpflich ab. Am vergangenen Montag besuchte der 23-jährige Michael Emerson eine Vorstellung von „300: Rise of an Empire“ in einem Kino in Houston. Nach der Vorführung brach eine hitzige Diskussion zwischen zwei Gruppen von Filmgängern aus, Thema war das Ende des Films und die Möglichkeit einer Fortsetzung. Ein jähes Ende fand die Konfrontation, als Michael Emerson auf dem Parkplatz vorm Kino von zwei bislang nicht bekannten Männern überfahren wurde. Emerson wurde von einem Krankenwagen ist nächstgelegene Krankenhaus gefahren, aber erlag wenige Momente nach der Ankunft seinen Verletzungen.

Um die Nachricht zusammenzufassen: Eine Diskussion über das Ende eines Films hat zum gewaltsamen Tod eines Menschen geführt.

Natürlich kann man dieses schockierende Erlebnis schnell mit einem lahmen Klischee über die gehobene Gewaltbereitschaft der Texaner abtun oder es für einen Einzelfall eines ungesunden Menschen halten. Allerdings ist dies schon die zweite Meldung des jungen Jahres, die einen Kinobesuch mit extremer Gewalt in Verbindung bringt. Im vergangenen Januar wurde Vater und Ehemann Chad Oulson während einer Vorführung des Kriegsdramas „Lone Survivor“ erschossen. Warum? Weil er sich während des Films mit seinem Handy beschäftigte.

Was zum Teufel ist hier los? Wird die Menschheit nach und nach so wahnsinnig, dass man sich nicht mal mehr ins Kino trauen kann? Oder ist an der uralten und umstrittenen Theorie, dass gewalttätige Filme Gewalt inspirieren, doch etwas dran?

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