R.I.P. Wes Craven - Wir nehmen Abschied von Freddy Krugers Schöpfer

Marek Bang

Wes Craven ist tot. Der Schöpfer von Meilensteinen wie  „A Nightmare on Elm Street“ und „Scream“ erlag am Sonntag im Alter von 76 Jahren einem Krebsleiden. Wir blicken zurück auf eine einzigartige Karriere, gespickt mit zahlreichen Klassikern des Horrorfilms und einigen bis heute umstrittenen Kultfilmen des Slasher-Genres. 

R.I.P. Wes Craven - Wir nehmen Abschied von Freddy Krugers Schöpfer
Bildquelle: © 20th Century Fox.

1984 schaffte Wes Craven mit dem Kult-Horrorfilm  „A Nightmare on Elm Street“ nicht nur seinen endgültigen Durchbruch als Regisseur, er schenkte dem Horror-Genre zugleich eines seiner langlebigsten Franchises, welches auch heute noch längst nicht eingestampft wurde. Während in Hollywood aktuell an einem erneuten Reboot der legendären „Nightmare on Elmstreet“-Reihe  gearbeitet wird, müssen wir nun Abschied von Freddy Krugers Schöpfer nehmen.

Der 1939 als Sohn einer strenggläubigen Baptisten-Familie geborene Wes Craven studierte Philosophie und war zunächst einige Jahre als Dozent tätig, bevor er sich in den 1970er Jahren an das Abenteuer Filmemachen wagte. Bereits sein zweiter Ausflug auf den Regiestuhl wurde zu einem Achtungserfolg und gab die Marschrute für seine kommende Karriere vor. Der umstrittene Splatterfilm „Das letzte Haus links“ aus dem Jahr 1973 geizt nicht mit hemmungsloser Brutalität, kann aber durchaus auch als bissiger Kommentar auf ein Land im (Vietnam)-Krieg verstanden werden, in dem es keinen Platz mehr für Love and Peace gibt. Ob man diese politische Komponente nun in den Schocker hineininterpretieren möchte oder nicht, „Das letzte Haus links“ bleibt ein Meilenstein des Slasher-Films, an dem sich fortan alle weiteren Vertreter des Genres orientierten.

Die besten Horrorfilme zum gepflegten Gruseln

Nach weiteren einflussreichen Horror-Streifen wie „Hügel der blutigen Augen“ erschuf der legendäre Regisseur mit Freddy Kruger schließlich einen der ikonischsten Charaktere des Grusel-Genres. Robert Englund schlüpfte in seine berühmteste Rolle als Kindermörder und Selbstjustizopfer und verwandelte die Albträume US-amerikanischer Teenager in blutige Realität. Es folgten sechs weitere Leinwandauftritte Englunds als entstellter Killer mit Krallenhand und selbst nach dessen Ausstieg lebte das Franchise weiter, zuletzt in „A Nightmare on Elm Street“ mit Jackie Earle Haley als Freddy Kruger.

Für Wes Craven bedeutete „A Nightmare on Elm Street“ die Eintrittskarte in den Mainstream, es sollte jedoch zwanzig Jahre dauern, bis der Regisseur einen ähnlich großer Wurf hinlegen konnte. 1996 gelang ihm mit dem ersten Teil der „Scream-Reihe erneut eine Auffrischung des immer wieder für tot erklärten Genres des Slasher Films. Die hochspannende und nicht von Ironie befreite Mischung aus Psychothriller und Teenie-Film traf den Nerv einer neuen Generation von Kinozuschauern, zog zahlreiche Fortsetzungen nach sich und löste eine ganze Welle ähnlich gelagerter Horrorfilme wie „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ aus. Zudem arbeitet sich die parodistische „Scary Movie“-Reihe an Wes Cravens Motiven aus „Scream“ ab und das mordende Ghostface darf heute als Maske auf keinem Halloween-Fest fehlen.

Entsprechend bestürzt äußerte sich „Scream“-Star Courteney Cox via Twitter über den Tod von Wes Craven:

Auch weitere Weggefährten von Wes Craven melden sich aktuell zu Wort, etwa der ebenfalls als Kult-Regisseur verehrte John Carpenter:

Dass Wes Craven nicht nur das Horrorfach beherrschte wie kaum ein zweiter, zeigt unter anderem das feinfühlige Drama „Music of the Heart“ aus dem Jahr 1999, das Meryl Streep eine ihrer zahlreichen Oscar-Nominierungen einbrachte. Seine letzte Arbeit führte den Regisseur jedoch wieder auf altbekanntes Terrain: Der 2011 entstandene vierte Teil der „Scream“-Reihe sollte das letzte Werk des am Sonntag an einem Krebsleiden verstorbenen Regisseurs bleiben. Wir verneigen uns vor einem Meister seiner Zunft und danken für die vielen packenden Momente kontroverser und brillanter Kinounterhaltung.

 

 

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