Was für ein Jahrzehnt! Wer Science-Fiction-Filme mag, muss die 70er kennen wie seine post-apokalyptische Westentasche. Nie wieder gelang es diesem Genre, so vielseitig, so provokant, so beängstigend und so lustig zu sein. Alles schien möglich, alles wurde gemacht. Wer die heutige Popularität der Science-Fiction zu erklären versucht, der landet automatisch auf dem fantastischen Nährboden der 70er Jahre. Wir haben uns einmal jenseits bekannter Klassiker wie „Alien“, „Star Wars“, „Mad Max“ oder „A Clockwork Orange“ auf die Suche nach den vergessenen Perlen und heimlichen Meisterwerken dieser bahnbrechenden Sci-Fi-Zeit gemacht. Hier sind die besten Science-Fiction Filme der 70er Jahre.

 

 

Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (1971)

Als wäre es gestern gewesen. Die Szene, in welcher die Wissenschaftler die Pulsandern einer Leiche öffnen, hat sich für immer in meinem Filmgedächtnis verankert. Wer Robert Wises „The Andromeda Strain“ nach all den Jahren wieder aus der Versenkung hievt, ist gleich in mehrfacher Hinsicht schwer beeindruckt.

Zum einen zeigt die tierisch beklemmende Michael Crichton-Adaption (u.a. „Jurassic Park“, „Sphere“) wie sehr die „Science“ gegenüber der „Fiction“ in den letzten Jahren zurückstecken musste. In „The Andromeda Strain“ treffen diese beiden Welten nämlich noch vollkommen gleichberechtigt aufeinander. Hier wird glaubwürdige Wissenschaftsarbeit im fiktiven Neuland geleistet. So entfaltet der Film jene spezielle Faszination, die das Sci-Fi Genre zu einem der beliebtesten überhaupt gemacht hat.

Auf der anderen Seiten ist „The Andromeda Strain“ ein Paradebeispiel für den effektiven Umgang mit unseren Ur-Ängsten. Bakterien, Bazillen, Keime – wer sich davor noch nie gefürchtet hat, sollte „The Andromeda Strain“ unbedingt eine Chance geben. Vielleicht dürft ihr dem Film danach eine schöne neue Phobie verdanken. Jep, so schlimm ist der Streifen.

The Andromeda Strain 1971-Trailer.