Aloha-Kritik: Bradley Cooper geht mit Emma Stone fremd

Marek Bang

Eigentlich hört das aktuelle Hollywood-Traumpaar auf den Namen Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, doch der American Sniper kann auch mit Emma Stone etwas anfangen. Ob die Hawaii-Rom-Com auch etwas taugt, oder ob die allgemeinen Verrisse berechtigt sind, erfahrt ihr in unserer Kritik zu „Aloha“.

Aloha - Trailer englisch.
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Gerade erst erspielte sich Bradley Cooper als „American Sniper“ eine Oscarnominierung, schon ist er wieder zurück im Romcom-Gefilde. Doch „Aloha“ war schon im Kasten, als der Effizienz-König Clint Eastwood Herrn Cooper den Kriegshelm verpasste und eigentlich reicht die Story zum Film noch viel weiter zurück. Regisseur Cameron Crowe („Almost Famous“) hatte die Geschichte über eine ungewöhnliche Romanze vor der Traumkulisse Hawaiis bereits 2009 niedergeschrieben, doch die Produktion wurde immer wieder verschoben, bevor sie 2013 endlich realisiert wurde. Das nun auch der Kinostart nach hinten verlegt wurde, ließ im Vorfeld bei der Kritik die Zweifel weiter wachsen und so musste der ehemalige Rolling-Stone-Redakteur und Filmemacher Crowe in den USA bereits reichlich Prügel beziehen und auch das Publikum zeigte dem zugegeben etwas unausgegorenen Flirt bislang die kalte Schulter.

Bradley Cooper spielt den ehemaligen Soldaten Brian Gilcrest, der schon bessere Zeiten gesehen hat und auf eine zweite Chance hofft. Die spendiert ihm der exzentrische Milliardär Carson Welch (Bill Murray), der auf der Insel Hawaii eine gigantische Raumstation errichten möchte. Das US-Militär macht mit und vertraut in die private Wirtschaft, schließlich ist die Erforschung des Alls nicht mehr Staatsangelegenheit. Gilcrest soll als Berater fungieren und mit einem einheimischen Stamm einen möglichst günstigen Deal abschließen, damit sich der Milliardär für sein Projekt deren Land unter den Nagel reißen kann. Da die Staatsmacht dem windigen Ex-Soldaten nicht gänzlich vertraut, wird ihm die uniformierte Emma Stone zur Seite gestellt und siehe da, es funkt zwischen den beiden. Doch dann trifft Gilcrest auf seine Ex-Freundin (Rachel McAdams)…

Aloha: Trotz starker Momente nur eine schwächere Silver Linings-Variante

Bradley Cooper gibt einmal mehr den mental verstrahlten Mann am Scheideweg, der scheinbar unbeabsichtigt in seine lebensrettende Romanze schlittert. Dieses Szenario haben wir allerdings schon im großartigen „Silver Linings“ gesehen und somit ist die Messlatte natürlich hoch. Das ist dann auch schon das erste Problem von „Aloha“, denn der Film wirkt trotz einer bezaubernden Emma Stone leider viel zu oft wie eine weniger gelungene Variante des vorher genannten Films mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence. Schuld daran ist nicht etwa eine fehlende Chemie zwischen den Hauptdarstellern, sondern eine unglaubwürdige Story, die extrem unrund wirkt. Bill Murray und Alec Baldwins Charaktere sind so dermaßen gaga und die Geschichte schlägt oft extremst überzogene Kapriolen, dass die durchaus vorhandenen starken Momente leider viel zu oft übertüncht werden.

Fazit:

Ein Milliardär, der eine Riesen-Ladung Waffen in den Orbit schleudern will, eine Ex-Freundin, deren Mann nur nonverbal kommuniziert, ein Kriegstrauma aus Afghanistan und ein Love-Interest, das vom ersten Moment an hartnäckig ihre Zuneigung bekundet, ist nicht nur zu viel für Bradley Cooper, sondern auch für den gesamten Film „Aloha“. Die gute Chemie zwischen dem „American Sniper“ und Emma Stone reicht leider nicht aus, um aus dem bruchstückhaft wirkenden Film ein gelungenes Ganzes zu machen.

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