Anime Awesome: Fate/Zero (Staffel 1) - Der ewige Kampf des Schicksals

Annika Schumann 14

Einige Jahre vor den dramatischen Ereignissen von Fate/Stay Night bestritten ebenfalls sieben Master und sieben Servants einen tödlichen Wettbewerb um den Heiligen Gral - ein Artefakt, das jegliche Wünsche erfüllen kann. Im Prequel Fate/Zero wird das volle Ausmaß und die Tragik des sich ständig wiederholenden Kampfes um das Relikt deutlich und die erste Staffel schreibt eine düstere, erwachsene Geschichte mit fulminanten Schlachten und extremen Charakteren. Macht euch bereit für den spannenden Kampf des Schicksals, bei dem nur ein Team als Sieger hervorgehen kann.

Fate Zero Opening 1.

Die Geschichte der Stunde Null

Immer wieder findet in der japanischen Stadt Fuyuki ein sagenumwobenes Gefecht statt: Die Schlacht um den Heiligen Gral. Es heißt, dass dieser Wünsche erfüllen und Wunder jeglicher Art vollbringen kann. Der Sieger des Kampfes darf den Heiligen Gral sein Eigen nennen und diesem sein größtes Begehr nennen.
Sieben Magier werden dazu auserwählt und jeder von ihnen kann einen bestimmten Servant beschwören, die die Inkarnation einstiger Helden wie König Artus, Gilgamesh oder Alexander dem Großen darstellen. Sobald dies geschehen ist, findet der Heilige Gral-Krieg statt und nur ein Sieger kann erfolgreich daraus hervorgehen…

Fate/Zero stellt das Prequel zu Fate/Stay Night dar und schreibt eine noch erwachsenere Geschichte als der Nachfolger. Das liegt vor allem an den zumeist älteren Charakteren. Viele von ihnen sind weit über dreißig und vom Leben gezeichnet. So kommt es auch, dass nicht die Vorgeschichte der späteren Hauptcharaktere präsentiert wird, sondern die ihrer Eltern. Besonders Shirous, Rins und Illyas Vorfahren stehen dabei im Fokus, wobei die beiden Letztgenannten sogar selbst in ihrer jüngeren Form auftauchen.
Bei den Servants gibt es jedoch kaum wiederkehrende Charaktere. Alle von ihnen sind neu – bis auf Saber und Gilgamesh. Die restlichen Figuren stellen neue Helden innerhalb ihrer Klasse dar.

Wer den Vorgänger nicht kennt, für den mag die erste Folge schwer verständlich und in die Länge gezogen erscheinen. Doch besonders diejenigen, denen Fate/Stay Night unbekannt ist, brauchen diese ganzen Informationen, um die Tragweite und die komplizierten Zusammenhänge zu verstehen. Daher ist es wichtig die erste, wirklich trockene Folge nicht als Maßstab für die weiteren zu nehmen. Denn die erste Staffel von Fate/Zero ist großartig. Die spannenden Kämpfe und die Dramatik werden von einem wunderschönen Soundtrack und fulminanten Bildern untermalt. Obgleich die Szenerie meist düster ist, leuchten die Farben dennoch und schaffen so eine einzigartige Inszenierung. Oft wird mit Licht und Schatten gespielt und oftmals wirkt das Licht überblendet, sodass einige Szenen besonders im Gedächtnis bleiben, da die Charaktere auf diese Weise besonders hervorstechen.

Die Fußstapfen sind groß

Ich habe mich sehr lange vor Fate/Zero gedrückt - aus dem einfachen Grund, weil ich Fate/Stay Night unendlich liebe und mir den Eindruck durch das Prequel nicht vermiesen wollte. Und ich gestehe, dass es gedauert hat, bis ich mit Fate/Zero warm geworden bin. Hauptgrund dafür ist vor allem das Fehlen von Archer - also dem Archer aus Fate/Stay Night und nicht Gilgamesh. Die Beziehung zwischen Archer und Rin war nämlich das, was Fate/Stay Night so besonders für mich gemacht hat. Zwar gibt es in Fate/Zero andere Master-Servant-Beziehungen, die mir auch sehr gefallen, doch das klaffende Loch konnte nicht gänzlich geschlossen werden, sodass ich stets das Gefühl habe, dass etwas - beziehungsweise jemand - fehlt.

Dennoch gibt es keinen Master, den ich Fehl am Platze finde. Obgleich sie alle komplett unterschiedlich sind, fügen sie sich gut in das Gesamtbild ein und ergeben ein spannendes Geflecht aus menschlichen Abgründen. Denn jeder von ihnen versteckt in seinem Inneren eine tiefe Kälte und empfindet schweren Hass bestimmten Personen oder sich selbst gegenüber. Das zeigt sich in ganz unterschiedlichem Ausmaße. Zum einen gibt es den jungen Schüler, der als Magier kaum Anerkennung erhalten hat und sich wünscht stärker zu sein, um es allen zu beweisen und zum anderen gibt es den psychotischen Massenmörder, der mit seinem Servant ein Blutbad nach dem anderen anrichtet und sich nicht um den Kampf um den Heiligen Gral schert. Seine Opfer sind dabei meistens kleine Kinder.

Eine Charakterriege, die ihresgleichen sucht

Es sind die Extreme, die Fate/Zero ausmachen, denn während der Schüler und sein Servant (Alexander der Große) oft für ausgelassene und amüsante Szenen sorgen, wird in der nächsten Sekunde wieder eine verstümmelte Kinderleiche gefunden. Doch auch die anderen Charaktere sind besonders gut herausgearbeitet. Jeder von ihnen besitzt einen inneren Antrieb, warum er oder sie im Kampf antritt und dieser ist immer nachvollziehbar. Sei es Rache, Hochmut oder der Wunsch jemand anderen zu beschützen. Ganz egal, für die Personen zählt nur diese eine Sache und sie sind bereit alles dafür zu tun.

Doch auch die Servants haben alle ein Ziel das sie antreibt – und das ist der große Unterschied zu Fate/Stay Night. Die Servants mitsamt ihren Wünschen, Ängsten und Charakterstärken und -schwächen stehen viel mehr im Mittelpunkt, sodass auch ihre Vergangenheit oftmals genauer beleuchtet wird. Das hat mir in Fate/Stay Night teilweise sehr gefehlt und der Fakt, dass Fate/Zero diesen Wunsch nun umgesetzt hat, erfüllt mich mit großer Freude. Denn so wird der tödliche Kampf noch ernster und dramatischer, weil man auf diese Weise eine engere Beziehung zu den Figuren aufbaut. Besonders Lancer hat es mir persönlich angetan, da ich sein historisches Vorbild bislang nicht kannte und mich seine Geschichte sehr berührt hat.

Es ist selten, dass ein Anime solch starke, zugleich komplett unterschiedliche und dennoch durch einen großen Wunsch in sich gleiche Charaktere präsentiert und diese auch noch glaubwürdig erscheinen. Fate/Zero ist dieser Balanceakt in der ersten Staffel herausragend gelungen.

Und ich hoffe, dass die zweite Staffel die Serie würdig beendet.

Fate/Zero erscheint hierzulande bei peppermint Anime. Die erste Staffel von Fate/Zero umfasst 13 Folgen á 24 Minuten. Die zweite Staffel hat 12 Folgen.

Hier könnt ihr euch die Blu-Ray sichern *

Fate.zero.full.848312

©Nitroplus/TYPE-MOON, ufotable, FZPC, peppermint Anime

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung