Pro & Contra: Wird Ant-Man der erste Marvel-Flop?

Philipp Schleinig

Das große Superhelden-Spektakel „The Avengers 2: Age of Ultron“ steht kurz bevor, doch auch ein weiteres Superhelden-Abenteuer aus dem Hause Marvel erwartet uns noch 2015: „Ant-Man“ startet im Juli und soll Marvels Geldsegen, der mit „The Avengers 2“ startet, nicht abebben lassen. Doch kann es vielleicht passieren, dass der Film gar zu einem „Flop“ wird? Wir diskutieren.

Pro & Contra: Wird Ant-Man der erste Marvel-Flop?

Pro: Wer ist Peyton Redd? (Tobi)

Ich würde mich wirklich freuen, wenn mich Peyton Reeds „Ant-Man“ am Ende Lügen straft. Doch die Erfahrung lehrt leider, dass Hollywoods verkorkste Produktionsgeschichten fast immer sichtbare Spuren hinterlassen. Als Edgar Wright („Shaun Of The Dead“, „Scott Pilgrim“, „World’s End“) seinerzeit aus dem Projekt ausstieg, weil er seine Vision des ungewöhnlichen Marvel-Charakters nicht gegenüber den Produzenten durchsetzen konnte, empfand ich das als äußerst bedauernswert. Wright schien den richtigen Blick auf die Comic-Vorlage zu haben. Sein Ausstieg verheißt nichts Gutes für „Ant-Man“.

Peyton Reed, der kurzfristig neu engagierte Regisseur, wirkt auf mich hingegen wie eine dritte Verlegenheitswahl und hat zudem keinen einzigen Film gedreht, der mich von seiner besonderen Eignung für den Stoff überzeugen könnte. Zudem lassen die bisher veröffentlichten Trailer alle genau das vermissen, was mich an der Figur überhaupt interessiert.

Scott Langs „Ant-Man“ ist für mich nämlich eine Art Saul Goodman des Marvel Universums. Ein vom Pech verfolgtes Schlitzohr mit dehnbaren Moralvorstellungen, das von niemandem wirklich ernstgenommen und von den „echten“ Superhelden nur belächelt wird. Diese komödiantischen Elemente, mit denen man einen strolchigen „Ant-Man“ wunderbar gegen den Strich des MCU hätte bürsten können, glänzten bisher leider komplett mit Abwesenheit.

Stattdessen wirkt „Ant-Man“ aktuell wie eine gefährlich unentschiedene und viel zu ernst geratende Adaption, die die wichtigsten Tugenden der Vorlage liegen lässt und „Ant-Man“ als mehr oder weniger konventionelle Origin-Story aufzieht. Gleichzeitig steht zu erwarten, dass Langs Kampf für die todkranke Tochter das zentrale Motiv stellen wird und der Film dadurch nochmals an verspieltem Reiz für mich verliert.

Dass Marvel auch komisch sein kann und ein Händchen für krumme Misfits hat, das haben die „Guardians Of The Galaxy“ letztes Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Leider scheint sich Marvel gegen eine Neuauflage dieser humoristisch-abenteuerlichen Herangehensweise entschieden zu haben und das dürfte sich auch an den Kinokassen bemerkbar machen. Einen kommerziellen Flop werden wir von Marvel zwar so schnell nicht sehen, aber „Ant-Man“ könnte tatsächlich als ein kommerziell und inhaltlich enttäuschender Eintrag in diese Erfolgsgeschichte eingehen. Hoffentlich habe ich Unrecht!

Ant-Man - Trailer 2 Englisch.

Contra: „Ant-Man“ wird eine feine kleine Superhelden-Perle (Philipp)

Groß, größer, Avengers! So lautete bisher das Prinzip des Marvel Cinematic Universe: Die jeweiligen Superhelden-Spin-offs und dann die Vereinigung der „Avengers“. So feierte „Marvel’s The Avengers“ sensationelle Erfolge, wird aber demnächst wohl von „The Avengers 2: Age of Ultron“ überboten werden. Doch Phase 2 des MCU endet nicht mit dem großen Knall, sondern setzt auf Winzigkeit. „Ant-Man“ läuft im Juli 2015 an und soll wie bisher alle Marvel-Verfilmungen für klingelnde Kinokassen sorgen.

Doch kann das was werden? Tobi ist ja skeptisch, ich dagegen eher optimistisch. Der erste Trailer zu „Ant-Man“ war noch etwas lahm, der zweite überzeugte mich dagegen schon mehr, denn er enthielt eine gesunde Mischung aus Humor, Action, ein klein wenig Tragik und ordentliche Superhelden-Power. Das Ganze kommt dabei nicht total bedeutungsschwanger daher, wie es etwa die bisherigen Trailer zu „The Avengers 2“, sondern wirkt eher anders, eher frisch.

Es ist die Rolle des Underdogs, die „Ant-Man“ gut stehen könnte. Zudem ist es nicht einfach, nur drei Monate nach „The Avengers 2“ mit der Epik dieser Superhelden-Vereinigung mithalten zu können (obwohl uns ja in den nächsten Jahren immer eben solch kurz-frequentierten Abstände erwarten). Da könnte ein Kleinganove, der von einem Wissenschaftler auserwählt wird, um die Welt im Gleichgewicht zu bewahren, doch ganz gut funktionieren. Keine Massenzerstörung von Großstädten, keine aus anderen Galaxien stammenden Bösewichte, sondern lediglich die Problematik des Fortschritts der Technik - ebenso wie „Iron Man“ einst erfolgreich gestartet ist.

Dass „Ant-Man“ das zukünftige Einspielergebnis von „The Avengers 2“ natürlich nicht toppen wird, liegt auf der Hand. Aber Flop? Das würde zu weit gehen. Der Film wird ordentlich Umsatz machen, das gelang bisher allen Marvel-Filmen. Die Ausmaße sind dabei doch gar nicht so entscheidend. Wichtiger ist es, die Comic-Fans zu entzücken und neue Zuschauer zu begeistern. Mit der Drehbuchvorlage, die zwar noch ergänzt wurde, aber unter anderem auch vom ursprünglichen Regisseur des Films, Edgar Wright, entwickelt wurde, könnte das durchaus gelingen, selbst wenn Peyton Reed als Regisseur nicht die beste Wahl zu sein scheint.

Ich glaube an „Ant-Man“ und bin sehr gespannt, was der Film letztendlich abliefern wird! Ein Underdog nach dem großen Blockbuster des Aprils - das könnte zur Stärke von „Ant-Man“ werden.

Ant-Man: Kann das was werden?

 

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM

* Werbung