Gangs-Of-New-York-Day-Lewis

1. Daniel Day-Lewis (seine gesamte Karriere)

Der unbestrittene König des method acting ist der englische Exzentriker Daniel Day-Lewis. Der dreifache Oscar-Preisträger („Mein linker Fuß“, „There Will Be Blood“, „Lincoln“) ist für seine eigenwilligen Methoden und Verhaltensweisen in der ganzen Filmwelt bekannt und berüchtigt, denn oftmals ist seine abgedrehte Präsenz am Set nicht nur eine Tortur für ihn selbst, sondern auch für seine Kollegen. Hier einige Beispiele aus seiner bunten Karriere:

Mein linker Fuß (1989)

Die Rolle: Christy Brown, ein Ire mit angeborener Lähmung, der mit seinem linken Fuß das Schreiben lernt und Schriftsteller wird.
Die Methode: Zwischen den Takes weigerte sich der Schauspieler, die Behinderung seiner Figur aufzugeben. Seine Kollegen mussten ihn im Rollstuhl schieben und ihn sogar füttern.

Der Boxer (1997)

Die Rolle: Danny Flynn, ein junger Ire der nach einer Gefängnisstrafe eine Boxkarriere verfolgt.
Die Methode: Day-Lewis trainierte 18 Monate lang mit einem ehemaligen Box-Weltmeister und wäre danach laut seinem Trainer in der Lage gewesen, professionell zu boxen.

Lincoln (2012)

Die Rolle: Der 16. US-Präsident Abraham Lincoln, der sich für die Sklaven einsetzte und ein Mal zu oft ins Theater ging.
Die Methode: Während der gesamten Drehzeit, die ca. 3 Monate in Anspruch nahm, verließ Daniel nur selten seine Rolle und bestand darauf, von Kollegen mit „Mr. President“ angesprochen zu werden.

Gangs of New York (2002)

Die RolleBill „The Butcher“ Cutting, der sadistische und glasäugige Antagonist des Films, der New York im eisernen Griff hält.
Die Methode:  Da der Spitzname seines Charakters übersetzt „der Metzger“ heißt, lernte Daniel selbstverständlich die Metzgerei und verbrachte die Pausen zwischen Takes damit, Messer zu schärfen. Außerdem verzichtete er auf das Tragen warmer Kleidung, weil es nicht mit seiner Interpretation des 19. Jahrhunderts vereinbar war. Medikamente für die daraufhin zugezogene Lungenentzündung lehnte er ebenfalls ab.

Der letzte Mohikaner (1992)

Die Rolle: Hawkeye, ein weißer Mann der von Indianern aufgezogen wurde und  zwischen die Fronten eines Kolonialkrieges in Nordamerika gerät.
Die Methode: Der Film spielt im Jahr 1757, einer längst vergessenen Zeitperiode mit der sich die meisten normalen Menschen nur schwer identifizieren können. Dass Daniel Day-Lewis nicht zur besagten Gruppe der normalen Menschen gehört, sollte inzwischen klar sein. Für seine Rolle als weißer Indianer beschränkte er sich bereits Monate vor dem Dreh auf ein Leben in der Wildnis, wo er mit Flinte und Axt sein eigenes Essen organisierte und bei Bedarf natürlich auch das ein oder andere Kanu zusammenbaute.