Batman V Superman: 5 Probleme, die uns echte Bauchschmerzen bereiten

Tobias Heidemann 27

Wir wollen, dass „Batman V Superman: Dawn of Justice“ ein richtig toller Film wird. Eine aufregende, überraschende Tour de Force durch das DC-Universum soll er werden, randvoll mit unseren liebsten Comic-Charakteren, inszeniert von einem außergewöhnlichen Regisseur, der erwiesenermaßen fantastische Bilder erzeugen kann. Das wünschen wir uns. Doch so sehr wir uns auch auf das große Zusammentreffen von Batman (Ben Affleck) und Superman (Henry Cavill) am 24. März freuen – ein paar grundlegende Probleme des Films lassen uns einfach keine Ruhe. Seit wir den letzten, großen Trailer zu „Batman V Superman: Dawn of Justice“ gesehen haben, bereiten uns diese 5 Aspekte des Films zunehmend Bauchschmerzen.

Batman V Superman: 5 Probleme, die uns echte Bauchschmerzen bereiten

Die größten Probleme von Batman V Superman

Batman v Superman: Dawn of Justice Trailer #2.

 

1. Problem: Wir wissen schon viel zu viel

Der letzte Trailer zu „Batman V Supeman“ war ein Fehlschlag. Zu viele Spoiler. So lautete auch das vielerorts zu vernehmende Urteil der Fans. Anstatt uns neugierig zu machen und dem Film so viele Überraschungen wie möglich für die Kinoerfahrung übrig zu lassen, bereite der Trailer den Großteil des Handlungsrahmens ohne Rücksicht auf Verluste vor uns aus.

Fassen wir zusammen: Wir wissen, warum sich Batman und Superman bekriegen und welche Gestalt ihr persönlicher Konflikt annehmen wird. Wir wissen nicht nur, wer der Bösewicht ist, sondern auch was seine Motivation ist und wie er seine Ziele zu erreichen gedenkt. Selbst Plot-Details wie zum Beispiel die Beteiligung (und die Herkunft) von Doomsday wurden bereits im Trailer verraten. Auch welche großen Action-Sequenzen uns zu welchem Zeitpunkt des Films erwarten, ist kein Geheimnis mehr. Dass es auch anders geht, das haben J.J. Abrams und Disney unlängst mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ bewiesen. Die Durchsichtigkeit von „Batman V Superman: Dawn of Justice“ könnte sich für den Film zu einem echten Problem entwickeln.

 

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2. Problem: Why so serious?

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Seit einiger Zeit hält sich nun schon ein bestimmtes Gerücht über eine interne Anweisung bei Warner Bros. In Bezug auf kommende Superhelden-Filme gebe es im Unternehmen demnach eine „Keine Witze“-Politik. Unabhängig davon, ob es diese Arbeitsanweisung nun tatsächlich gibt oder nicht – es kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass sich Zack Snyders „Man of Steel“ viel zu ernst nahm. Natürlich steckt dahinter eine unternehmerische Absicht. Auf dem Markt der Superhelden will man sich von Marvels humorvollen Abenteuern bewusst abgrenzen.

Im Falle eines „Dark Knight“ erwies sich diese Philosophie tatsächlich als genialer Kunstgriff. Doch Christopher Nolan inszenierte seine Batman-Filme bekanntlich als pseudo-realistische Thriller und nicht als klassischen Superhelden-Stoff. Hier boten sich Ernsthaftigkeit und eine thematische Erdung in der Realität durchaus an. Hier ging die Rechnung auf. Zack Snyders „Man of Steel“ eignete sich dann zwar diesen speziellen Ton der Nolan-Filme an, begab sich aber auf das Terrain eines klassischen Abenteuerfilms. Das Ergebnis war eine merkwürdig unausgegorene Mischung. Etwas überspitzt könnte man sagen, Warner will offenbar humorfreie Marvel-Filme machen. Dass dieser bierernste Ton auf Dauer zu so bunten, vitalen und lebensbejahenden Figuren wie Superman, The Flash oder Aquaman passen wird, wagen wir zu bezweifeln.

 

3. Problem: Der Bösewicht könnte eine Enttäuschung werden

Nichts gegen Jesse Eisenberg. Gar nichts! Wir begrüßen unkonventionelle Ansätze bei der Besetzung von ikonischen Figuren wie Lex Luthor. Und überhaupt, als seinerzeit bekannt wurde, dass Heath Ledger den Joker in Christopher Nolans „Dark Knight“ spielen würde, lief das halbe Internet Amok. Eisenberg verdient also auch seine Chance und wir sind absolut bereits, sie ihm zu geben.

Was uns hier allerdings skeptisch stimmt, ist die Tatsache, dass Heath Ledger uns seinen Joker schon im ersten „Dark Knight“-Trailer verkauft hatte. Wir waren sofort überzeugt. Dem Joker gehörte der Film aus dem Stand. Als wir Jesse Eisenberg zum ersten Mal erblickten, mussten wir uns allerdings erst einmal sortieren. Ein gurkiger, nerdiger, fast schon Cartoon-hafter Comedy-Luthor? In einem düster-dröhnenden Film von Zack Snyder? Ob das wirklich funktionieren kann? Wir haben da so unsere Zweifel. Und die beziehen sich mehr auf das Script, denn auf Eisenberg.

The Dark Knight - Trailer Deutsch.

 

4. Problem: Zack Snyder hat offenbar nicht dazu gelernt

Der größte Kritikpunkt an „Man of Steel“ war die dumpfe Materialschlacht, die uns der Film als dramatisches Finale verkaufen wollte. Statt einen emotionalen Höhepunkt zu inszenieren, machte Zack Snyder kurzerhand ganze Städte dem Erdboden gleich. Der unverhältnismäßige Einsatz von gigantischen Explosionen und einstürzenden Häuserfassaden ließ sich dabei überhaupt nicht mit der DC-Vorlage vereinen, da der Superman, den die Comic-Leser kennen und lieben, sich niemals auf eine derartig idiotische Zerstörungsorgie eingelassen würde. Eine grobschlächtige Fehlinterpretation der humanistisch angelegten Comic-Figur, die Znyder im Nachhall des Films teuer zu stehen bekam. Etliche Parodien musste der Regisseur seitdem über sich ergehen lassen.

Mit „Batman V Superman“ versprach Snyder jedoch Besserung. Und tatsächlich, Supermans Mitverantwortung für die enorme Zerstörung scheint ein wesentlicher Bestandteil des Films zu sein. Zumindest sah es nach dem ersten Teasern eine Weile so aus. Nachdem wir den ersten großen Trailer gesehen haben, muss Snyders Einsichtigkeit aber wieder relativiert werden. Nicht nur scheint der Kampf zwischen „Batman und Superman“ eine ernst zunehmende Herausforderung für den Städtebau zu werden, auch sonst geht hier mal wieder mehr zu Bruch als in anderen Blockbustern. Ob das dem Film helfen wird?

 

5. Problem: Der Film könnte überladen sein

Worum geht es eigentlich in „Batman V Superman: Dawn of Justice“? Geht es um den Konflikt zwischen DCs populärsten Comichelden? Geht es um den Gründungsmythos der Justice League? Geht um den Aufbau des DC-Universums? Ist Lex Luthor ähnlich wie einst der Joker das beherrschende Thema des Films? Geht es gar, wie Zack Snyder bereits nahelegte, um eine noch unbekannte Bedrohung? Es steht zu befürchten, dass es um all diese Dinge in „Batman V Superman: Dawn of Justice“ gehen wird. Und das ist gar nicht gut.

Nicht nur würde der Film mit dieser All-in-One-Mentalität unter einen dramaturgischen Kabelsalat leiden, ohne ein schlüssig aufbereitetes Grundthema, droht Synders Film letztlich in der unübersichtigen Beliebigkeit zu verenden. Neben der thematischen Überladung und der Funktion des Films beim Aufbau des DC-Universums hat sich „Batman V Superman: Dawn of Justice“ zudem noch eine geradezu absurde Vielzahl von Nebenfiguren und Gastauftritten aufgehalst. Bisher sind das: Lois Lane, Doomsday, Wonder Woman, Alfred, Aquaman, the Flash, Cyborg und eine noch unbekannte Anzahl von möglichen Cameo-Überraschungen. Klingt etwas überladen oder nicht?

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