Batman v Superman: Dawn of Justice - Trailer Beef - Pro & Contra

Tobias Heidemann 12

Der neue Trailer zu „Batman v Superman: Dawn of Justice“ schlug ein wie General Zod in Metropolis. Das Internet feiert Zack Snyders furiosen Auftakt zum neu aufgestellten DC-Universum als ein episches Meisterwerk der Vorfreude. Doch kann der Film auch halten, was der Trailer verspricht oder droht das Projekt an seinen großen Ambitionen zu scheitern? Philipp und Tobi haben sich zwecks differenzierter Meinungsbildung noch einmal ausführlich mit dem Comic-Con-Trailer angelegt.

Batman v Superman: Dawn of Justice - Trailer Beef - Pro & Contra
Bildquelle: © Warner Bros.

Pro (Philipp)

Mit den richtigen Darstellern zum Erfolg!

Die erste Frage, die ich mir nach der Sichtung des neuen Trailers zu „Batman v Superman: Dawn of Justice“ stellte, war, wie lange der Film wohl laufen wird. Die dreieinhalb Minuten lassen vermuten, dass enorm viele Story-Details im Film stecken, die man anfangs so nicht angenommen hätte. Angesichts dessen würde eine Laufzeit von fünf Stunden nicht verwundern. Doch Zack Snyder kann das: „Watchmen - Die Wächter“ ging knapp drei Stunden und auch „Man of Steel“ knackte die 2-Stunden-Marke locker. Alles unter 140 Minuten wäre somit ein Witz.

Tobis Befürchtungen, dass „Batman v Superman“ zu überladen sein könnte (s. unten), kann ich demnach sehr gut nachempfinden. Allein der Trailer deutet vieles an, dabei sind es die kleinen Details von denen das Video-Material lebt. Nehmen wir etwa die Einstellung, in der Ben Afflecks Bruce Wayne durch das Chaos in Metropolis rennt, um Menschen zu retten. Sein Zorn gegenüber dem Götter-gleichen Superman (Henry Cavill) ist deutlich zu spüren. Auch zieht sich diese gekonnte Darstellung seitens des Schauspielers Affleck durch den ganzen Trailer.

Zugegeben, die wieder einmal gezeigte Ermordung der Wayne-Eltern hätte man sich gut und gerne sparen können. Doch die permanente Wut und der immerwährende Gerechtigkeitssinn von Batman passen perfekt ins Bild. Wunderbar kontrastiert wird dies von Jeremy Irons als Butler Alfred, dessen Vernunft und Weitsicht schon im Trailer anklingt. Auf der ganz anderen Seite zeigt sich dafür ein Jesse Eisenberg, der so herrlich skurril und leicht wahnsinnig, zugleich aber auch intelligent den Bösewicht Lex Luthor verkörpert, dass man die Namen Kevin Spacey und Gene Hackman in Bezug auf Luthor schnell vergessen könnte.

Es sind für mich also diese kleinen Einschübe, die den „Batman v Superman“-Trailer durchaus gelungen gestalten! Inwiefern sich Action-Gelage und Handlungsdichte gegenseitig bedingen, bleibt noch abzuwarten. Die Hoffnung, dass Zack Snyder sich auf die Story, statt auf die Action konzentriert, stirbt bekanntlich zuletzt.

Batman V Superman: Dawn of Justice Comic Con Trailer.

Contra (Tobi)

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Zack Snyder VS. ein hoffnungslos überfrachtetes Plot-Monstrum

Auf Twitter wurde mir bereits unterstellt, ich sei ein depressives Kellerkind, das den euphorisierten Fans mit seinem „Gehate“ vorsätzlich den Spaß am neuen „Batman v Superman“-Trailer verderben möchte. Ich kann euch versichern: Es geht mir gut. Eine differenzierte Meinung zu Zack Snyders („300“, „Watchmen“, „Sucker Punch“, „Man of Steel“) aktuellem Projekt sei mir trotz der allgemeinen Lobhudelei dennoch gestattet.

Zu behaupten, dass es sich bei den auf der Comic Con gezeigten dreieinhalb Minuten „Dawn of Justice“ um einen schlechten Trailer handelt, wäre selbstverständlich ziemlich albern. Ähnlich wie schon seinerzeit bei „Man of Steel“ verstehen sich Warner und DC bestens darauf, Synders imposante Bildästhetik mit interessanten Story-Teasern zu verbinden. Doch was unter dem akuten Eindruck dieser Breitbild-Opulenz verloren geht, sind die Fragen nach der narrativen Ausgewogenheit des Films.

„Batman v Superman: Dawn of Justice“ will augenscheinlich einfach viel zu viel. Ich fasse mal nur das Wesentliche kurz zusammen: Einen der wichtigsten und vielschichtigsten Bösewichte des DC-Universums einführen (Lex Luthor), die Origin-Geschichten von bis zu vier Superhelden (Diana Prince aka Wonder Woman, Arthur Curry aka Aquaman, Barry Allen aka The Flash und Victor Stone aka Cyborg) aufgreifen und dabei die nötigsten Grundlagen für die „Justice League“ legen, Robin (Jason Todd?) und die „Bat-Familie“ im Universum integrieren, den (neuen) Joker (und dessen Mord an Robin?) noch schnell mitnehmen, natürlich einen neuen, gealterten Bruce Wayne/Batman etablieren und ihn gegen einen kultisch verehrten Superman, ebenfalls mit eigenem Götter-Plot unterwegs, in den Krieg ziehen lassen. Geeeenau!

Wer all das halbwegs konsistent in nur einem einzigen Film unterbringen kann, ohne dass dieser dabei gehetzt, überladen und unrund wirkt, ist ein verdammtes Genie. Womit wir beim zweiten großen Problem sind: Säße ein anderer als Zack Snyder auf dem Regiestuhl, würde ich meine Skepsis vielleicht noch etwas zähmen können. Snyders Ruf basiert nämlich nicht gerade auf seinen hervorragenden erzählerischen Kompetenzen. Er ist ein Regisseur, der vor allem für seine durchstilisierte Bildgewalt bekannt ist, jemand, der sich gerne sehr viel Zeit nimmt für epische Slow-Motion-Momente und ausführliche Action-Sequenzen. Storytelling steht bei Snyder dabei klar an zweiter Stelle. Der erzählerische Gehalt des vielerorts stark kritisierten letzten Drittels von „Man of Steel“ ging zum Beispiel hart gegen Null. Wer „Watchmen“ als Gegenbeispiel ins Feld führen möchte, kann dies sehr gern tun, sei aber daran erinnert, dass sich Snyder hier sklavisch an die geniale Vorlage von Alan Moore hielt.

Dass ausgerechnet Snyder dieses hoffnungslos überfrachtete Plot-Monstrum zähmen kann, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die Chancen, dass „Batman v Superman: Dawn of Justice“ unter seiner Last zusammenbricht, stehen meiner Meinung nach leider ziemlich gut.

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