All-Star Superman (2005 – 2008) - Grant Morrison / Frank Quitely

Wer grundsätzliche Probleme mit der Figur Superman hat, sollte diesen Comic unbedingt mal lesen. Grant Morrison eröffnete hier ganz neue Perspektiven auf den Mann aus Stahl, indem er die Omnipotenz des Charakters in den Mittelpunkt einer Geschichte über dessen Tod stellte. Der quasi Übermächtige ist dem Tode geweiht.

Morrison gelang mit „All-Star Superman“ aber nicht nur eine faszinierend frische Portraitierung von Kal-El, sein Buch steht vor allem für eine der eindringlichsten Darstellungen von Lex Luthor. Und genau das könnte dieses Buch für „Batman v Superman“ so interessant machen.

Nachdem Kevin Spacey sich in „Superman Returns“ an einer Neuauflage von Gene Hackmans Luthor aus den 80er Jahre Superman-Filmen versuchte – und damit bei weiten Teilen des Kinopublikums nicht besonders gut ankam – dürften sich DC und Warner für eine Neuinterpretation des Schurken entschieden haben. Das Casting von Jesse Eisenberg und die Informationen aus den Trailern scheinen dies auch relativ eindeutig zu belegen. Dass man sich bei der Psychologisierung von Luthor an „All-Star Superman“ halten könnte, ist bisher nur eine Vermutung, doch das Quellmaterial zeigt viele interessante Übereinstimmung mit der Richtung, die „Batman v Superman“ einschlägt.

Im Comic lernen wir einen Luthor kennen, der ohne Superman ein rechtschaffender Bürger geblieben wäre. Der hoch intelligente, multitalentierte und kreative Luthor stünde an der Spitze seines Firmenimperiums und würde, wissend, dass er der Beste der Besten ist, wohlwollend auf den Rest der Menschheit herabblicken. Doch daraus wurde nichts. Superman wird immer besser sein als Luthor. Und zwar nicht, weil er härter gearbeitet oder mehr gekämpft hat als Luthor  – er IST einfach besser. Und genau das treibt Luthor in den Wahnsinn. Mit anderen Worten: So lange es Superman gibt, kann Luthor seine Bestimmung nicht erfüllen. Superman muss also sterben.

Eitelkeit, Allmachtsfantasien und ein fehlgeleitetes Gerechtigkeitsempfinden, das ist das ergiebige Substrat aus dem „All-Star Superman“-Luthor. Na wenn das mal nicht prima zu Jesse Eisenberg und seinem vermeintlich selbstlosen Politik-Kampf gegen einen zu mächtigen Außerirdischen namens Kal-El passt.

 

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A Death in the Family (Batman #426-429, 1988-1989) Starlin/Aparo/DeCarlo

Die vielleicht größte Überraschung aus dem “Batman v Superman: Dawn of Justice“ –Trailer. Für einen kurzen Moment ist hier ein ausgestellter Anzug zu sehen, der Robin – Batmans Partner in Crime-Fighting - zu gehören scheint. Die Rüstung ist mit dem Satz „HAHAHA Joke's on You Batman“ beschmiert, was wiederum eindeutig in Richtung Joker weißt. Alles deutet darauf hin, dass der Joker Robin ermordet hat.

Wie sich all das zu „The Dark Knight Return“ verhält, was in der mehrjährigen Zwischenzeit passiert ist und unter welchen Umständen Robin ums Leben kam, darüber kann vor allem ein Comic besonders viel Auskunft geben: „A Death in the Family“.

Der Run von Jim Starlin hat in der Comic-Kultur einenlegendären Anekdoten-Status. Nur ganz kurz: Der damalige Robin, der zweite, Jason Todd, war bei den Lesern nicht sonderlich beliebt, was DC dazu veranlasste, ihn in die Hände des Jokers fallen zu lassen, der gerade mal wieder einen Terror-Anschlag auf Gotham vorbereitete. Das Heft endete mit einem Cliffhanger.

DC gab den Fans die Chance, selbst über Jasons Schicksal zu bestimmen. Man richtete eine Telefon-Hotline ein. Es gingen 5343 Stimmen gegen und 5271 für Jason ein. Robin starb.

Seither wurde Jason mehrmals zu einer Art offenen Wunde auf Batmans Seele stilisiert. Der Joker hingegen nutzt diesen Schmerz des Dunkeln Ritters immer wieder gern, um ihn zu peinigen und aus der Reserve zu locken. „A Death in the Family“ ist ein Meilenstein der Batman-Historie. Wenn sich das Robin-Motiv bestätigt, müssen sich Zack Snyder und Warner irgendwie zu diesem Buch verhalten.

 

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Wonder

Wonder Woman - Versch. 

Hier fischen wir derzeit noch arg im Trüben. Wonder Woman wird in „Batman v Superman“ definitiv eine Rolle spielen. Wie groß diese sein wird, welche Version der antiken Wunderfrau wir bekommen und wie Diana sich an den Plot des Films einpassen wird – all das ist allerdings noch unklar. Wem mit „Batman v Superman“ der Erstkontakt mit einer der ältesten Superheldinnen der Comic-Geschichte bevorsteht, dem seien aber dennoch ein paar gute Wonder Woman-Comics empfohlen.

Mit „ The Hiketeia“ (Greg Rucka u.a.) könnt ihr zum Beispiel gar nichts falsch machen. Immerhin läuft Wonder Woman hier nicht nur zur Höchstform auf, sie darf sich zudem auch noch mit Batman persönlich anlegen. Was vor dem Hintergrund des Films natürlich durchaus eine Rolle spielen könnte. Ebenfalls von Rucka und ebenfalls gut ist „Eyes of the Gorgon“.

Wer es indes etwas aktueller mag, der sollte „Wonder Woman: The Circle“ von Gail Simone unbedingt mal eine Chance geben. Und wer wirklich alles ganz richtig machen  möchte, der holt sich die „The Wonder Woman Chronicles“ aus dem Golden Age. Dann seid ihr bestens für den großen Auftritt der Kriegerin gerüstet.

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Batman v Superman - Dawn of Justice Trailer: Diese Comics könnten hinter der Story stehen

 

Welche Superhelden-Fähigkeit hättest du?

Tobias Heidemann
Tobias Heidemann, GIGA-Experte.

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