Baymax: Riesiges Robowabohu - Kritik

Christoph Koch 2

BAYMAX Trailer Deutsch German & Kritik Review | Disney Animation 2015 [HD].
Nach dem Riesenerfolg „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ bringt Disney jetzt den Film „Baymax – Riesiges Robowabohu“ in die Kinos und kehrt den Prinzessinnen und magischen Wesen den Rücken. Erfahrt in unserer Kritik, ob das Superhelden-Spektakel „Baymax – Riesiges Robowabohu“ begeistern kann.

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Einige Kinogänger werden sich sicher manchmal wünschen, Hollywood würde ein Jahr Pause machen von ihren ganzen Superhelden-Filmen und den Helden in Anzügen, inklusive ihren Sequels, Prequels und Origin-Stories, einfach mal eine Auszeit gönnen. Auch ich schaue ein wenig besorgt in die Zukunft, wenn uns in den nächsten sechs Jahren ganze 40 Superhelden-Filme erwarten.

Meine Erwartungen waren also gedämpft, als ich hörte, dass Disney mit „Baymax – Riesiges Robowabohu“ in die Marvel-Comic-Welt abtauchen und ihre eher unbekanntere Comic-Reihe namens „Big Hero 6“ in einem Animationsfilm auf die Leinwand bringen möchte. Doch alle Sorgen sollten sich als unbegründet herausstellen, denn mit „Baymax – Riesiges Robowabohu“ liefert Disney ein liebevolles Animationswerk ab, das mit einem knuffigen Helden und vielen großartigen Momenten aufwarten kann.

Was die Geschichte anbelangt, erwartet uns mit „Baymax – Riesiges Robowabohu“ ein kleine Version vieler bekannter Superhelden-Storys, denn auch in diesem Abenteuer tut sich eine Gruppe Mutiger zusammen, um gemeinsam gegen einen fiesen Bösewicht anzutreten. In der Stadt San Fransokyo, einer wunderschönen Mischung aus Tokyo und San Francisco, in der die in ein japanisches Gewandt umgewandelte Golden Gate Bridge gleich neben Tokyos Hochhäusern existiert, lebt der 14 jährige Wunderknabe Hiro zusammen mit seinem älteren Bruder Tadashi bei seiner Tante. Beide sind technikbegeisterte Erfinder, doch nachdem Hiro durch seine Leidenschaft für Basteleien und Roboter schnell mit dem Gesetz in Konflikt kommt, versucht ihn sein älterer Bruder zu überzeugen, sein Talent doch an einer Akademie auszuleben und Gutes mit seinem Wissen zu schaffen. In dieser Akademie arbeitet er mit vielen anderen Wissenschaftlern an neuen Errungenschaften und erfindet so einen Roboter namens Baymax, der darauf spezialisiert ist, Menschen zu heilen und ihr Befinden zu verbessern.

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Natürlich schlägt das Schicksal gnadenlos zu und Hiro sieht sich gezwungen, gegen einen dunklen Bösewicht anzutreten, der sein Leben aus den Fugen geraten ließ. Er tut sich mit dem drolligen Roboter Baymax zusammen und programmiert ihn ein wenig um, damit er mit Karate-Fähigkeiten im Kampf bestehen kann. Dazu schart er einige hochintelligente Wissenschaftler-Freunde um sich, die alle durch ihre Genialität schnell selbst zu Helden in diesem bunten Abenteuer werden. Zusammen ziehen die sechs los, um gegen das Böse anzutreten.

Ein Roboter zum liebhaben

„Baymax – Riesiges Robowabohu“ gewinnt für seine Geschichte vielleicht keine Lorbeeren, doch es ist auch nicht unbedingt der Plot, der diesen Animationsstreifen so unterhaltsam macht. Disney erschuf mit Baymax einen herzensguten Roboter, den man durch sein weiches Marshmallow-Aussehen und seine direkte, pragmatische und liebevolle Art sofort ins Herz schließt. Er ist ein wenig tollpatschig, etwas unbeholfen, aber immer zur Stelle, wenn es Menschen schlecht geht und er helfen kann.

Die Regisseure Don Hall und Chris Williams erschaffen in „Baymax – Riesiges Robowabohu“ emotional-klassische Momente, vermischen sie mit Anime und traditionellem Animationsstil und garnieren das Ganze mit sympathischen Charakteren und vielen liebevoll-witzigen Momenten, in denen der Zuschauer sich prächtig amüsiert und ihm zugleich das Herz aufgeht. Sie kreieren eine smarte, zukunftsträchtige Welt, in der sich die unterschiedlichen Kulturen im Stadtbild und damit nicht zuletzt im Look des Films niederschlagen, was in der zukünftigen Metropole dieser Welt jedoch genau so gelebt werden wird. Grenzen überschreiten und Neues erschaffen durch gegenseitige Bereicherung ist eine weitere zentrale Botschaft des Films.

Ab der Hälfte des Films ist die Story, von ein oder zwei Twists einmal abgesehen, zwar stark voraussehbar, aber es ist auch, wie schon gesagt, nicht in erster Linie die Geschichte, weswegen ihr euch „Baymax – Riesiges Robowabohu“ anschauen solltet. Vielmehr begeistert dieser grenzüberschreitende Stil, diese charmant-lustigen Charaktere und dieser pummelige Roboter, den man am liebsten selbst einmal umarmen möchte.

„Baymax – Riesiges Robowabohu“ zeigt außerdem eindrucksvoll, dass Konflikte auch ohne Gewalt und den typischen Waffen ausgefochten werden können, denn Baymax ist ein niedlicher Hilfsroboter, der zwar in den Kampf zieht, aber dessen Hauptaufgabe es immer bleibt, Menschen zur Seite zu stehen und sie zu heilen. Ein Abenteuer, das den Kopf und die eigene Intelligenz über Waffengewalt stellt und beweist, dass man auch in Ausnahmesituationen mit Herzenswärme, den richtigen Ideen und einem Funken Verstand weiterkommt.

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