Interview mit Baymax-Regisseur: Don Hall steht Rede und Antwort

Christoph Koch 2

In der vergangenen Woche startete das neue Disney-Abenteuer „Baymax – Riesiges Robowabohu“ in den deutschen Kinos, in dem sich nun auch Disneys Zeichentrick-Schmiede in das Marvel-Universum begibt. Doch wie viel Marvel steckt eigentlich in „Baymax – Riesiges Robowabohu“? Regisseur Don Hall plauderte mit uns über den robotastischen Animationsfilm!

Nicht nur Marvel-Helden wie „Captain America“ und „Iron Man“ machen die Kinoleinwand unsicher, sondern auch das bisher eher unbekanntere Marvel-Team „Big Hero 6“ findet nun mit dem Disney-Film „Baymax – Riesiges Robowabohu“ den Weg in die Kinos. Nachdem Disney mit „Die Eiskönigin - Völlig unverfroren“ einen riesigen Hit landen konnten, kommt jetzt also der große und sanftmütige Baymax daher, der zusammen mit Hiro in ein großes Abenteuer zieht. Der Film begeistert uns mit seinem grenzüberschreitenden Stil, den charmant-lustigen Charakteren und einem pummelig-tapsigen Roboter, den man am liebsten selbst einmal umarmen möchte.

Unserer Kritik zu Baymax - Riesiges Robowabohu*

Das sah wohl auch die Oscar-Jury so, denn „Baymax - Riesiges Robowabohu“ konnte eine Oscarnominierung als bester Animationsfilm einheimsen! Grund genug, einmal „Baymax“-Regisseur Don Hall zu kontaktieren und ihn mit ein paar Fragen zu seinem erfolgreichen Film zu konfrontieren. Viel Spaß beim Interview!

Unser Interview mit „Baymax“-Regisseur Don Hall

Herzlichen Glückwunsch zur Oscar-Nominierung! Wie stehen deiner Meinung nach die Chancen, die Trophäe mit nach Hause zu nehmen?

Danke sehr! Ich würde sagen, bei 5 Nominierten liegt die Chance bei 20 Prozent. Ich denke, es ist sehr ausgeglichen.

Hast du die anderen nominierten Animationsfilme gesehen und wenn ja, welcher von denen ist, neben deinem eigenen Film, dein persönlicher Favorit?

Ich habe sie alle gesehen und es ist bei dieser hohen Qualität wirklich schwer, einen Favoriten auszuwählen. Ich fühle mich geehrt, ein Teil dieser Gruppe zu sein.

Hast du irgendwelche Pläne, wenn ihr den Oscar gewinnen solltet? Wird eine große Party geschmissen oder sich entspannt zurückgelehnt und glücklich gelächelt?

Wenn wir die Glücklichen sind, die den Oscar gewinnen, dann werde ich mit dem großartigen Team, welches an diesem Film mitgearbeitet hat, zusammen feiern.

Gibt es eine persönliche Message, die du mit „Baymax - Riesiges Robowabohu“ vermitteln wolltest?

Dieser Film entspringt aus meiner frühen Liebe für Disney-Filme und Marvel-Comics. Doch während der Arbeiten am Film wurde er sehr viel mehr als nur ein einfacher Superhelden-Film. Es wurde ein Film, der das Thema Verlust bis in die Tiefe behandelt und ich denke das ist etwas, zu dem wir alle eine Verbindung haben. Außerdem hat der Film eine Menge Herz und Humor, doch wenn der Film jemandem dabei hilft, Verlust und Trauer durchzustehen, dann wäre das sehr erfreulich für mich.

Gab es jemals einen Punkt, an dem „Baymax - Riesiges Robowabohu“ ein Teil des Marvel Cinematic Universe hätte werden können?

Nein, denn wir haben mit Marvel schon von Beginn an zusammengearbeitet. Schon bei den allerersten Gesprächen mit dem Marvel Creative Team ermutigte man uns, unseren ganz eigenen Weg zu gehen und unsere eigene Welt zu erschaffen.

War es deine Intention, einen typischen Disney-Film zu machen oder eher einen Marvel-Superhelden-Film?

Meine Intention war es, einen ganz neuen Film zu erschaffen, der das Herz und den Humor von Disney-Filmen mit den großartigen Charakteren und Action-Elementen von Marvel vereint. Und ich denke, das Ergebnis ist etwas ganz spezielles geworden.

Was sind die größten Veränderungen vom ersten Skript bis hin zum fertigen Film?

Die Einführung von Baymax. Im originalen Skript präsentierte Tadashi seine Erfindung, Baymax, auf der Wissenschaftsausstellung und Hiro war nur der Beobachter der Szenerie. Wir haben diese Szene verworfen, sodass wir Baymax auf einem viel intimeren Level begegnen, bei dem Tadashi und Hiro zusammen sind. Es wurde eine tolle Szene, in der Hiro das erste Mal auf Baymax trifft und die als Startpunkt für unsere Geschichte und unsere Themen fungiert.

Was sind deine Lieblingsfilme von Disney?

„Peter Pan“ und „Dumbo“. Ich liebe die Herzlichkeit von „Dumbo“ und ich mag in „Peter Pan“, dass Träume und Wünsche wahr werden können.

Baymax in einer Minute.

Was hat dich an der Geschichte von „Big Hero 6“ begeistert, wo es doch eher ein kleinerer Comic im Hause Marvel ist? (Achtung! Die Antwort könnte Spoiler enthalten!)

Das erste, was mir sofort gefallen hat, war der Titel „Big Hero 6“. Ich dachte, das ist ein super Titel, der mich begeistert. Außerdem gefiel mir, dass es sich um ein japanisches Superhelden-Team handelt. Weiterhin fand ich Gefallen an den lustigen Charakternamen wie „Wasabi No-Ginger“. Auch dass die  Schöpfer viel Interesse an der japanischen Popkultur hatten und ihr mit „Big Hero 6“ Tribut zollten, gefiel mir sehr. Ich spürte, dass in der Beziehung des 14-jährigen Genies, der seinen Bruder verliert, und dem Roboter, der sein Helfer und Ersatzbruder wird, eine Menge Potential für eine emotionale Geschichte steckt. Auch wenn es etwas absurd klingt, fand ich alle Elemente für einen animierten Film.

Wie kamst du auf die Idee reale und fantastische Orte wie die Stadt San Fransokyo zu verbinden, statt etwas komplett Reales oder Fiktives zu entwickeln?

Ich fand die Idee interessant, etwas Gewohntes, aber gleichzeitig Eigenständiges zu erschaffen. Und ich wählte San Francisco aufgrund der vielen ikonischen Sehenswürdigkeiten, die diese Stadt zu bieten hat. Doch ich wusste, dass es am Ende etwas ganz Neues und Eigenes werden wird, wenn wir erst einmal die japanische Ästhetik darübergestülpt haben.

 

(Das Interview wurde am 22. Februar 2015 geführt.)

 

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