Better Call Saul Review: Staffel 1, Folge 7 des Breaking Bad Spin-Offs

Marek Bang 4

Gestern ging auf Netflix das „Breaking Bad“-Spin-off „Better Call Saul“ mit Bob Odenkirk und Jonathan Banks in die siebte Runde. Jimmy McGill alias Saul Goodman übernahm nach Mikes Solo wieder die Hauptrolle und auch die Kämmerer-Familie feierte ein Comeback. Hier ist unser Review der siebten Folge „Bingo“!

Better Call Saul Review: Staffel 1, Folge 7 des Breaking Bad Spin-Offs
Bildquelle: © AMC.

Was in Staffel 1, Folge 7 von „Better Call Saul“ geschieht

In den letzten  Episode „Five-O“ des „Breaking Bad“-Spin-offs  „Better Call Saul“ rückte Winkeladvokat Jimmy McGill (Bob Odenkirk) in den Hintergrund und überließ dem stoischen Parkwächter Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) die Hauptrolle. Wie erfuhren in dessen eigenem kleinen Prequel viel über seine düstere und tragische Vergangenheit und lernten seine familiären Verhältnisse näher kennen, die bereits in „Breaking Bad“ den ein oder anderen anrührenden Moment hinterließen. In der siebten Episode „Bingo“ ist aber wieder alles beim alten und die Verwandlung von Jimmy McGill in Saul Goodman tritt erneut in das Zentrum der Erzählung von „Better Call Saul“.

Keine Angst, Mike ist in „Bingo“ nicht völlig abgemeldet und bekommt zwei Schlüsselszenen zugesprochen, welche jeweils am Anfang und am Ende der gestrigen Episode platziert wurden und somit den Rahmen der siebten Folge von „Better Call Saul“ bildeten. Zu Beginn wird die Geschichte von „Five-O“ zu Ende erzählt und der Detective aus Philadelphia erhält seinen Notizblock zurück. Den hat Mike natürlich rein zufällig auf dem Parkplatz gefunden, was Saul der Polizei auch gern möglichst ausführlich erläutern würde, doch sein Mandant gibt ihm klipp und klar zu verstehen, dass seine Dienste nun unerwünscht seien. Wie ein kleiner Schuljunge wird Jimmy McGill in die stille Ecke geschickt, während sich die Erwachsenen unterhalten. Der Schmerz sitzt natürlich tief und unser Lieblingsadvokat ist um eine Kränkung reicher.

Für Jimmy heißt es nun wieder „Matlock“ spielen und so begibt er sich ins Altersheim, um den Zeremonienmeister beim Bingo zu geben, schließlich hat der Rechtsanwalt bereits ein repräsentatives Bürogebäude im Auge, das er gern anmieten würde. Da wir aus „Breaking Bad“ wissen, dass Saul Goodman in keinem Prachtbau residiert, wird das auch in „Better Call Saul“ nichts mit der Luxus-Kanzlei. Dafür sorgt ein Anruf aus der Vergangenheit des Juristen, der ihm zugleich neue, alte Kundschaft beschert. Die Kämmerer sind wieder da! Sie wollen unter allen Umständen das unterschlagene Geld behalten und auf keinen Fall einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingehen, wie es die Kollegen von Hamlins Kanzlei vorschlagen. Doch auch Jimmy sieht keine andere Chance, als das Geld zurückzugeben, und damit auch sein Schmiergeld, was sicherlich auch zur Finanzierung der neuen Räumlichkeiten gedacht war. In diesem Moment kommt wieder Mike ins Spiel…

Hier könnt ihr übrigens nachlesen, warum wir die Figur des Mike Ehrmantraut eigentlich der Comedy-Serie „How I Met Your Mother“ zu verdanken haben.

Die „Breaking Bad“-Momente in „Better Call Saul“ Staffel 1, Folge 7

Auch Walter White hatte in „Breaking Bad“ mit Rückschlägen zu kämpfen, die ihn nicht selten eine Stange Geld gekostet haben. Oft waren es Kleinigkeiten aus der Vergangenheit oder unglückliche Umstände, die ihn dazu zwangen, einen Plan zu ändern oder zu reagieren. So ergeht es auch Jimmy McGill in „Bingo“. Damit nicht herauskommt, dass er Schmiergeld genommen hat, muss der Anwalt mit einer freundlich ausgedrückt nicht ganz legalen List handeln, um unentdeckt zu bleiben, auch wenn es den für ihn schmerzlichen Verlust von 30 000 Dollar bedeutet.

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Um bei den Kettlemans einzubrechen und an das gestohlene Geld zu kommen, braucht Jimmy Unterstützung und da kommt Mike Ehrmantraut wieder ins Spiel und sein Einbruch beendet nicht nur den dummdreisten Höhenflug der Kämmerer, sondern auch Jimmys neu gewonnenen Reichtum. Die präzise und stoische Art, wie der kühle Mike mit seinem leicht traurigen Gesichtsausdruck das Geld entwendet erinnert einmal mehr stark an „Breaking Bad“. Andererseits muss noch einiges passieren, bis Jimmy einen größeren Schritt in Richtung Saul Goodman macht.

Die „Saul Goodman“-Momente in  „Better Call Saul“ Staffel 1, Folge 7

Saul Goodman lässt sich mit seiner Einführung weiterhin Zeit und Jimmy McGill ist noch ein ganzes Stückchen davon entfernt, sich in den Problemlöser für schwere Jungs zu verwandeln. Das einzige, was bereits zu diesem Zeitpunkt von „Better Call Saul“ ausgeprägt vorhanden ist, ist die Geldgier des Advokaten, besonders schön zu sehen in dessen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck während der Rückgabe der 30 000 Dollar. Doch noch ist Jimmy nicht an dem Punkt angelangt, wo er auf den Pfad der Rechtschaffenheit pfeift und so weht nur durch den Einbruch bei den Kettlemans ein Hauch von Saul Goodman durch „Bingo“.

Fazit und Ausblick

Die erste Staffel von „Better Call Saul“ ist nun in ihrem letzten Drittel angelangt und wir stellen fest, dass es mit dem Ablegen jeglicher Skrupel bei Jimmy McGill nicht so schnell vonstatten geht, wie einige Momente der vorherigen Episoden vermuten ließen. Die Entscheidung, das Schmiergeld zurückzugeben hat der Anwalt nicht nur deshalb gefällt, um seinen eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen, sondern auch, um Anwältin Kim (Rhea Seehorn) nicht zu schaden. Diese Selbstlosigkeit lässt darauf schließen, dass es noch einige Episoden und damit wohl auch Staffeln dauern wird, bis wir endlich den Saul Goodman zu Gesicht bekommen, den wir aus „Breaking Bad“ kennen.

„Bingo“ war wieder einmal eine schöne Gelegenheit, den aus „Breaking Bad“ lieb gewonnenen Figuren bei ihrer Entwicklung zuzuschauen und verfügte wie bislang alle „Better Call Saul“-Episoden über eine schöne Atmosphäre, gute Schauspieler und einige starke Momente. Andererseits wird es nun langsam Zeit, die Figuren vor echte Herausforderungen zu stellen, damit sie auch mal unbequeme Entscheidungen treffen und der Spannungsbogen wieder angezogen werden kann. Bei all ihrer Qualität läuft die Serie gerade ein wenig Gefahr, nur zu einem netten „Breaking Bad“-Prequel mit einigen herausragenden Passagen (etwa die Episode „Five-O“) zu werden, als wirklich als eigenständige furiose Serie zu überzeugen. Aber warten wir erst einmal ab, was uns die kommende Woche nebst Folge 8 so bringt.

Better Call Saul - Extended Trailer Englisch.

 

„Better Call Saul“ ist derzeit auf Netflix verfügbar. 

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