Oscar-Analyse 2015: Bester Fremdsprachiger Film

Daniel Schmidt 2

Obwohl es dieses Jahr kein Deutscher Film auf die Nominierten Liste für den Besten Fremdsprachigen Film geschafft hat, beschäftigen wir uns in unserer Oscar - Analyse natürlich auch mit dieser wichtigen Kategorie. Auffällig ist, dass es gleich drei Osteuropäische Werke geschafft haben, einen Platz im Rennen um die Statue zu ergattern. 

Oscar-Analyse 2015: Bester Fremdsprachiger Film
Bildquelle: © Soloban.

Die Nominierten in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film

  • „Tangerines“ - Estland

 

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Neue Filme 2015: Die vielversprechendsten Filmstarts des Jahres (Herbst-Update!).

Die Chancen der Nominierten

Bei den Kritikern steht besonders der polnische Beitrag „Ida“ ganz hoch im Kurs. Der Film über die Reise einer katholischen Nonne, die Geschichte ihrer Familie und die Folgen des Holocaust ist ein Roadmovie in schwarz-weiß. Schon beim Europäischen Filmpreis 2014 kam der Film ausgesprochen gut an und heimste gleich fünf Auszeichnungen ein, darunter auch „Bester Film“. Ganze 22 weitere Auszeichnungen bekam der Film bei verschiedenen anderen Internationalen Filmfestivals, und dürfte damit ein klarer Favorit für den Oscar sein. Auch als leiserer Kontrast zu den einheimischen Favoriten „Birdman“ und „American Sniper“ würde der Film sich gut machen.

Gewisse Chancen werden aber auch dem russischen Film „Leviathan“ eingeräumt, der unter anderem eine goldene Palme für das beste Drehbuch aus Cannes mit an die Wolga nehmen durfte. Besonders weil der Film schon bei den Golden Globes den Preis für den besten fremdsprachigen Film bekommen hat, bestehen durchaus auch Chancen auf den Oscar.

Für „Tangerines“, den Film aus Estland, gab es bei den Golden Globes zumindest schon mal eine Nominierung und ein paar Auszeichnungen bei kleineren Filmfestivals. Das könnte unter anderem aber auch daran liegen, dass besonders in Europa die beiden ebenfalls für den Oscar nominierten Konkurrenten „Ida“ und „Leviathan“ mitnominiert waren. Für die Oscars heißt das leider auch bestenfalls Außenseiterchancen für den Film über Esten im vom Krieg zerrütteten Georgien.

Etwas abgeschlagen kommen die letzten beiden Nominierten daher. Der argentinische Episodenfilm „Wild Tales“, bestehend aus sechs Geschichten zum Thema Gewalt und Rache, räumte zwar Zuhause mächtig Preise ab, kam in Ausland aber eher selten auf ein Treppchen. Am unteren Ende der Liste befindet sich der mauretanische Film „Timbuktu“ über die kurze Belagerung der gleichnamigen Stadt.

  • größte Chance:“Ida“

Persönliche Meinung

Gar keine Frage, bei dem favorisierten polnischen Beitrag „Ida“ handelt es sich um einen großartigen Film, der jede seiner zahlreichen Auszeichnungen verdient hat. Mir persönlich ist der Schwarz-Weiß-Streifen ein bisschen schwer und stellenweise etwas zu vorhersagbar. Mein goldenes Glatzenmännchen überreiche ich „Leviathan“. Der russische Film wirkt auf mich sehr authentisch und irgendwie auf eine filmisch interessante Art und Weise roh und ehrlich. Außerdem hat er mir eine Welt näher gebracht, die ich so noch nie gesehen und erlebt habe.

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