Bloodline Review: Unser Eindruck zur neuen Netflix-Serie

Philipp Schleinig 5

Am vergangenen Freitag startete auf Netflix die neue, eigens produzierte Serie „Bloodline“, die auch hier in Deutschland sofort im vollen Umfang erhältlich ist. Wir haben uns die Serie einmal genauer angesehen und uns einen ersten Eindruck verschafft, über den wir heute berichten wollen. Was kann „Bloodline“? Und wichtiger: Lohnt sich ein Blick?

Netflix brachte uns vor wenigen Tagen ein neues Highlight auf die Bildschirme: Die in Kooperation zwischen Netflix und Sony Pictures Television entstandene Serie „Bloodline“ startete am 20. März und kann seitdem gleich in ihrer bisherigen Vollständigkeit - sprich die erste Staffel mit ihren 13 Folgen - angesehen werden.

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In der Serie lernen wir die Rayburns kennen. Während die Eltern Robert (Sam Shepard) und Sally (Sissy Spacek) seit 45 Jahren erfolgreich ein Hotel auf den Florida Keys leiten, führen ihre Kinder John (Kyle Chandler), Meg (Linda Cardellini) und Kevin (Norbert Leo Butz) andere Berufe auf der Insel aus, helfen jedoch auch gelegentlich beim Hotel aus. Ihre Welt wird scheinbar auf den Kopf gestellt, als der älteste Sohn Danny (Ben Mendelsohn) nach Hause zurückkehrt.

„We’re not bad people… but we did a bad thing.“

Unser Eindruck von „Bloodline“

Philipp: „Bloodline“ erfüllt meine Erwartungen äußerst zufriedenstellend

Es ist heiß auf den Florida Keys. Die Menschen schwitzen, erfreuen sich angesichts des schönen Wetters und der Traum-Lage dennoch purer Lebenslust. Und wir sind mittendrin: Wir sehen die weißen Strände, die leicht wehenden Palmen und die abendlichen Barbecues am Strand und können uns vorstellen, wie gut es sich dort aushalten ließe. Doch die Stimmung wird getrübt. Ein Cut und es regnet, scheinbar ununterbrochen. Etwas stimmt nicht. Das Szenario kippt, doch die Spannung steigt.

…that’s how I felt, when my brother came home.“ - Es ist dieses Voice-over, welches meine volle Aufmerksamkeit auf „Bloodline“ lenkte. Nicht nur ist es bereits im Trailer zu hören, sondern es wird auch in der Serie prominent eingebunden. Im Paradies gibt es immer Ärger! Dass dies im Familien-Setting angesiedelt ist, stärkt „Bloodline“ den Rücken und macht die Serie zu einem Hochgenuss der dramatischen Unterhaltung. Denn es ist eben jene Szenerie - die scheinbar anständige Familie, die ihren Namen mit Würde trägt - deren Untergang ich mit großer Neugier verfolgen möchte.

Dabei weiß ich eigentlich noch gar nicht, ob jene Geschehnisse zum Untergang führen. Nein, „Bloodline“ hält sich noch bedeckt und nach den drei Folgen, die ich bisher gesehen habe, ist mir zwar klar, dass fürchterliche Dinge passieren werden, doch wie diese in ihrer Vollständigkeit aussehen, liegt noch fernab meiner Wahrnehmung.

Mit wunderbar konträren Bildern wird der Zerfall des Paradieses eingeleitet: Im Haupthandlungsstrang scheint die Sonne und die Familienidylle wird auf Biegen und Brechen seitens der Protagonisten versucht aufrechtzuerhalten. Doch dann wieder dieser Cut: Regen, Verzweiflung, Ausweglosigkeit. Was geschieht dort? Als Zuschauer könnte man eine Ahnung haben und so stelle ich mir auch die ersten Theorien auf, was wohl passieren wird oder passiert ist. Die Gewissheit will mir „Bloodline“ vorerst allerdings nicht geben. Und so schaue ich weiterhin gebannt auf das Szenario, welches von seinen Schauspielern - allen voran Kyle Chandler, Ben Mendelsohn und Sam Shepard - wunderbar getragen und auf den Florida Keys passend eingebettet ist. Bis der Regen kommt.

 

Daniel: Netflix definiert das Genre „Web-Serie“ mit „Bloodline“ neu

Schon der offizielle Trailer zur Netflix -Serie „Bloodline“ hat mich derart gefesselt, dass ich es kaum abwarten konnte. Düsteres Familiendrama ist ja nie verkehrt und dann auch noch mit einer derartig großartigen Besetzung. Gefreut habe ich mich außerdem auf die Kulisse des Sunshine States Florida. Spätestens seit „Dexter“ dürfte ja zweifelsfrei feststehen, dass sich dieses Fleckchen Erde besonders gut für mörderisches Fernsehgeschehen eignet. Nachdem ich dann den häuslichen Streit um die Wahl des Unterhaltungsprogramms eindeutig für „Bloodline“ entscheiden konnte, stand dem gepflegten Komaglotzen dann auch nichts mehr im Wege.

Wie sich herausstellte, ist „Das-am-Stück-Verschlingen“ auch die einzig wahre Art, die großartige Serie zu genießen. Denn was Netflix da geschaffen hat, ist ein Format, das sich so perfekt auf die Verbreitung am Stück eignet und im Fernsehen wohl nicht so laufen könnte. Denn während eine Fernsehsendung darauf angewiesen ist, den Zuschauer in jeder Episode mit einem konformen Spannungsbogen zu bedienen und ihn mit dem Ende jeder Episode schon über den Abstand einer Woche hinweg an sich zu binden, unterliegt „Bloodline“ nicht dieser Beschränkung. Vielmehr wird hier die Gelegenheit genutzt, eine spannende Geschichte in Episoden zu erzählen, deren Handlung sich auch mal über mehr als 30-40 Minuten entwickeln darf. Das Ergebnis fühlt sich ungefähr so an, als wäre man an die Schienen gebunden, auf denen sich aus einiger Entfernung mit dazwischen liegenden Haltestellen ein Zug nähert. Während die herannahende Katastrophe mal schneller und mal langsamer auf einen zurollt, ist sie doch unvermeidlich. Der Aufprall geschieht dann in dem Moment, in dem die verschiedenen Zeitstränge der Geschichte Eins werden. Netflix hat es damit geschafft, dem Genre „Web-Serie“ ein ganz eigenes Stilmittel zu verpassen, welches es bisher noch nicht in dieser Form hatte.

„Bloodline“ erinnert hier und da an die bereits erwähnte Killer-Serie „Dexter“, was hauptsächlich an der großen Menge Palmen, Boote und pastellfarbener Herrenoberbekleidung liegt. Die Familiendynamik ist eine Mischung aus „Six Feet Under“, „Brothers and Sister“ und irgendwas anderem, wesentlich gefährlicherem.

Bloodline Staffel 1 - Trailer OMU HD.

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