Boy 7 - Kritik

Daniel Schmidt 1

Im Zeitalter der Jugendbuch Verfilmungen wollen wir in Deutschland nicht die Letzten sein, die dann von den Hunden gebissen werden. In „Boy 7“ läuft der Held Sam zwar nicht vor Hunden weg, seine Verfolger sind jedoch umso gefährlicher. 

Boy 7 - Handlung

Sam wacht ohne Gedächtnis in einem U-Bahn Tunnel auf. Er muss weglaufen - das ist alles, was er weiß. Kurze Zeit später trifft er die ebenfalls flüchtige Lara. Auch sie weiß nicht, wie sie in ihre missliche Lage geraten ist. Verfolgt von der Polizei und wer weiß wem noch findet Sam sein eigenes Tagebuch. Das enthält nicht nur die gemeinsame Gesichte von Sam und Lara, sondern auch eine Warnung. Sam wusste wohl, was mit ihm geschehen würde. Aus seinen eigenen Aufzeichnungen erfährt Sam, dass er als Hacker gerichtlich zum Aufenthalt in einem Erziehungscamp verurteilt wurde. Doch statt klaustrophobischen Gefängniszuständen herrscht dort eher Landheimstimmung. Die Delinquenten werden gefördert, statt bestraft. Auch Sams Talente als Hacker sollen noch gestärkt werden. Während seines Aufenthaltes im Palastartigen Camp lernt er auch die rebellische Lara kennen, die zunächst nichts mit ihm zu tun haben möchte. Doch beide bemerken schnell, dass da etwas nicht stimmen kann.

Boy 7 - Genre-Thriller für Jugendliche

Wie bei Romanverfilmungen so üblich unterscheidet sich der Film mehr oder weniger stark von seiner Vorlage. Der niederländische Thriller, der in seinem Heimatland ebenfalls verfilmt wurde,scheint jedoch für ein jugendliches Publikum angemessen auf die Leinwand gebracht. Die vereinzelten Lücken in der Logik fallen wohl eher nur abgeklärten Erwachsenen auf und dürften phantasiebegabteren jungen Menschen eher weniger etwas ausmachen. Ob die teilweise vorhersagbare Handlung ebenfalls so durchgeht, ist schon eher fraglich. Besonders die erwachsenen Charaktere sind sehr eindimensional und entwickeln sich erwartungsgemäß. Damit ist der Film dann eher arm an Überraschungen. Das teilweise recht übertriebene Schauspiel der Mitwirkenden dürfte wohl Regieanweisung gewesen sein, so einspurig wirken Charaktere eigentlich selten. Löbliche Ausnahme ist der Hauptdarsteller David Kross, der in „Boy 7“ mal wieder sein Talent zum Realismus beweisen kann. Traurigerweise wirkt er so jedoch zwischen den ganzen großen Gesten etwas fehl am Platz, etwa wie der Herr im Maßanzug zwischen lauter Dragqueens.

 

Boy7 - Fazit

„Boy 7“ kann durchaus als recht gelungener Jugendfilm bezeichnet werden. Man merkt dem Projekt an, dass es aus Interesse am Stoff und nicht aus wirtschaftlichem Kalkül geboren ist. Was der Film aber nicht schafft, ist Generationen zu verbinden und ein Erlebnis zu bieten, dass Menschen aller Altersklassen begeistert. Insgesamt also sicherlich ein guter Kinonachmittag für einen zwölften Geburtstag, jedoch kein cineastisches Highlight.

rating5

 

 

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