Oscar-Analyse 2015: Bester Film

Philipp Schleinig 2

Es ist natürlich die Königskategorie der Oscar-Verleihung 2015. Eigentlich jeder Oscar-Verleihung, aber darum geht es hier nicht. Vielmehr widmen wir uns in der letzten Ausgabe der Oscar-Analysen auf GIGA FILM den acht Nominierten, die ein mögliches heißes Rennen austragen werden.

Die Nominierten in der Kategorie Bester Film

Alle Oscar-Nominierungen 2015

Die Chancen der Nominierten

Nachdem die Academy beschlossen hatte, die Zahl der Nominierten in der Kategorie Bester Film auf maximal 10 zu erhöhen, war die Sorge groß, dass der Wettbewerb verfälscht werden würde. In diesem Jahr finden sich unter den diesmal acht ausgewählten Kandidaten aber so hochkarätige Werke, dass wir nicht diejenigen hätten sein wollen, die sich auf fünf beschränken. Dabei ernten „Selma“, „The Imitation Game“, „Whiplash“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ vor allem dankbare Erwähnungen, spielen aber in der Endauswahl wohl keine große Rolle.

Zwar könnten die beiden britischen Produktionen „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ und „The Imitation Game“ bei den BAFTAs abräumen, doch die US-amerikanische Jury legt ihr Hauptaugenmerk auf andere Dinge. Besonders zwischen „Boyhood“, „Birdman“ und „Grand Budapest Hotel“ könnte es noch einmal richtig spannend werden: Während „Boyhood“ bei den Golden Globes in der Kategorie Bester Drama-Film gewann (und damit wohl die besten Chancen hat), stach Wes Anderson etwas überraschend mit seinem „Grand Budapest Hotel“ den „Birdman“ aus.

Bei den Experten-Meinungen bekannter Hollywood-Journalisten (zu finden auf goldderby.com) erfährt aber „Birdman“, nach „Boyhood“, die meiste Nennung. Es stellt sich bei den Oscars einmal mehr die große Frage: Drama oder Komödie? In der Vergangenheit entschied sich die Academy of Motion Pictures and Sciences vermehrt für die dramatischere Ausrichtung. Für eine große Überraschung unter den Favoriten könnte dann aber noch Wes Anderson mit „Grand Budapest Hotel“ sorgen, doch die Chancen sind gering.

Die vielleicht größten Außenseiterchancen, die sich wohlgemerkt auf maximal 10 Prozent belaufen, hat „American Sniper“. Den Film hätten vor einiger Zeit kaum Menschen auf dem Schirm gehabt, als darüber spekuliert wurde, wer überhaupt nominiert wird. Doch als Clint Eastwoods neuste Regie-Arbeit in den USA einschlug wie eine - pardon! - Bombe und nacheinander Zuschauerrekorde knackte, ging die Quote in den Wettbüros nach oben. Der Film ist nämlich genau das, was die US-Amerikaner und auch Hollywood lieben: Ein epischer Kriegsfilm, der einen Nationalhelden feiert und mit ausreichend Patriotismus dekoriert ist.

  • größte Chance: „Boyhood“

Persönliche Meinung

Ohne Frage: „Boyhood“ ist ein fantastischer Film und die Entstehungsgeschichte dahinter würde eine Prämierung mehr als rechtfertigen. Doch angesichts der Sichtung von „Birdman“ beschlich uns in der Redaktion einvernehmlich das Gefühl, den besseren Oscar-Kandidaten gesehen zu haben. Wenn die Academy 2012 „The Artist“ als etwas Außergewöhnliches feierte - und wir wissen, dass es sich lediglich um eine Rückkehr zu den Wurzeln handelte - dann sollte „Birdman“ definitiv honoriert werden.

Auch wenn die ohne sichtbaren Schnitt auskommende Produktion des Films nicht von Regisseur Alejandro González Iñárritu erfunden wurde, überzeugt der Film auf ganzer Linie - dank großartigen Schauspielern, einer bewegenden Meta-Geschichte und einer tollen Umsetzung.

Doch auch eine vollkommene Überraschung wäre eine willkommene Abwechslung bei der Oscar-Verleihung!

Eure Meinung

Und jetzt noch einmal ihr: Wer gewinnt den Oscar als bester Film? Stimmt ab:

Oscar-Umfrage: Bester Film

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