Breaking Bad: Anekdote eines Nachzüglers

Philipp Schleinig

Ich habe erst vor Kurzem - na gut, seien wir ehrlich: letzte Woche - die Hitserie „Breaking Bad“ offiziell mit dem Season-Finale beendet. Zuvor war ich über mehrere Monate in Gefahr, denn „Breaking Bad“-Spoiler wandelten durch die Stadt und das Internet. Eine Anekdote.

Erinnert ihr euch an Robins Text über „Game of Thrones“-Spoiler? Nun, ich hatte ähnliche Erlebnisse bezüglich „Breaking Bad“.

Ich habe zwei Probleme, an denen ich mich immer wieder stoße. Zum einen ist es in der Filmwelt, in welcher ich mich tagein tagaus bewege, ein nahezu unmögliches Unterfangen, bei beliebten Serien und Filmen Spoiler-frei zu bleiben. Wenn ich diesen Status quo mit aller Macht beibehalten will, muss ich zumeist behutsam im Internet fortbewegen. Dass dies nicht immer möglich ist, erklärt sich bei der Aufarbeitung von Film-News geradezu von selbst. Zum anderen - und dies ist das zweite Problem - fällt es mir selbst nicht immer leicht, Spoiler gegenüber Unwissenden zu vermeiden. Ich beiße mir zwar rechtzeitig immer noch in die Hand, aber die Anpreisung eines Films/einer Serie stockt dann auch. Dabei ist es doch so wichtig, Menschen auf überragende filmische Erzeugnisse hinzuweisen!

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Beide Probleme tauchten nun bei „Breaking Bad“ wieder auf. Ich habe die Serie, wie oben schon erwähnt, erst vor Kurzem beendet und befand mich deshalb in den letzten Monaten in einer permanenten Spoiler-Gefahr. Freunde, Kollegen und scheinbar alle Menschen auf dieser Welt würden sich am Morgen nach dem Finale der Serie zusammenfinden, um darüber zu reden. Ich wachte an jenem Morgen schon schweißgebadet auf, da ich fürchtete, das Erlebnis für immer zerstört zu bekommen. Ich wünschte mir Ted Mosbys Sensorischen Deprivator 5000 her.

Doch es war verhältnismäßig ruhig. Zu ruhig. Jedem Menschen, der in den Wochen danach mit mir reden wollte, schnitt ich schon beim ersten Atemzug das Wort ab: „Halt Stop!“ - vom Frauentausch-Klassiker geklaut - „Ich habe ‚Breaking Bad‘ noch nicht gesehen und möchte mich daher nicht mir dir über das Finale unterhalten!„… Meine arme Omi. Dabei wollte sie doch nur wissen, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Nun ja, ich beschloss nach dem doch glimpflichen Ausgang vom berühmten Tag danach „Breaking Bad“ umgehend zu sehen und so verbrachte ich die letzten Wochen mit der permanenten Sichtung der Serie. Und jetzt kommt der Witz: Ich wurde einst sehr eindeutig gespoilert, aber Schuld daran hatte ich ganz alleine. Darum merke: Nie, auch nicht aus Zufall oder in Geistesabwesenheit, das DVD-Cover auf der Rückseite betrachten! Somit war es nicht ein Mensch, sondern meine eigene Naivität, die mich überrumpelte.

Erinnert ihr euch noch an das zweite Problem? Keine Angst, ich werde mir jetzt hier nicht in die Hand beißen müssen. Ich werde euch nichts spoilern oder in meinem Erzähldrang unbewusst etwas preisgeben. Nur sei an dieser Stelle all denjenigen, die „Breaking Bad“ bisher noch nicht gesehen haben, gesagt: Schaut euch die Serie an! Sie ist der Wahnsinn und es lohnt sich!
In diesen Tagen ist die Spoiler-Gefahr auch wieder ziemlich groß, denn nach neun Jahren fand „How I Met Your Mother“ in dieser Woche ein Ende. Derweil bastele ich schon fleißig an vielen neuen Deprivatoren… wer möchte einen?

Ich frage mal anders: wie schützt ihr euch am besten vor Spoilern? Und wie hoch ist eure Erfolgsquote?

 

 

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