Breaking Bad ist vorbei. Mit der letzten Folge des Kritiker- und Publikumslieblings verabschiedet sich eine echte Ausnahmeserie aus der TV-Landschaft. Die Konsequenz mit der die Macher der AMC-Serie aus dem rückgratlosen Provinzwürstchen Walter White den eisherzigen Drogenbaron Heisenberg machten, war ein Ereignis; dass diese abstruse Entwicklung über die gesamte Sendezeit so glaubhaft blieb, war nicht weniger beeindruckend. Mit Breaking Bad wurde dabei wieder einmal eine Serie zum Welterfolg, die anders war als der Rest. Eine Serie, die Konventionen nicht nur nicht befolgte, sondern ganz bewusst missachtete. Die radikale Ablehnung des Gewöhnlichen als Konzept für besseres Fernsehen. Es scheint so einfach zu sein, gute Serien zu produzieren – fragt sich nur, warum es immer noch so viel Mist gibt.

 

Breaking Bad

Facts 

Zum Ende von Breaking Bad wurden Sender und Schöpfer noch einmal mit schönen Abschiedsgeschenken belohnt. Laut AMC sahen 10.3 Millionen Menschen zu, als sich der Kreis aus Drogen, Gewalt, schlechten Entscheidungen und guten Charakterentwicklungen für immer schloss.  Wie gut dieses Ergebnis ist, zeigt der Vergleich mit den großen Rekordhaltern.

Die schrullige Mafia-Ballade Sopranos konnte 2007 zwölf Millionen Zuschauer mit ihrem eigenwilligen Finale binden, während 13. 5 Millionen Lost-Fans 2010 aufgrund der Abwesenheit schlüssiger Antworten nachhaltig verstört wurden. Hinzu kommen eine geschätzte halbe Millionen illegaler Downloads. Das rekordverdächtige Abscheiden von Breaking  Bad ist ein klares Zeichen, dass das Publikum keine Angst vor Qualität hat.

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Breaking Bad: Die besten Momente mit Walter White & Co.

Wie geht's weiter Vince?

Oder vor mehr Freiheiten der Serien-Macher. Vince Gilligan, der kreative Kopf hinter Breaking Bad, durfte sein Baby beim Sender  AMC so beenden, wie er es sich vorstellte. Dass das eine gute Entscheidung des Senders war, dürften wohl alle, die das Finale bereits gesehen haben, bestätigen. Ob Gilligan auch bei seinem neuen Job künstlerische Freiheiten genießen wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Für CBC baut er gemeinsam mit dem House-Erfinder David Shore eine neue Serie, die sich um zwei Detektive drehen wird, die extrem unterschiedliche Weltanschauungen haben, sich aber dennoch als Team zusammenfinden müssen. Battle Creek heißt das Projekt, das nach der gleichnamigen Stadt in Michigan benannt ist. Interessant ist dabei vor allem, dass das Konzept für Battle Creek bereits elf Jahre alt ist und seinerzeit von CBS abgelehnt wurde. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass sich die TV-Zeiten geändert haben.

TV-Serien-Quiz: Welche neue Serie solltest du als nächstes gucken?

Tobias Heidemann
Tobias Heidemann, GIGA-Experte.

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