Platz 5
In the Flesh
Hat jemand Warm Bodies gesehen? Nein? Halb so wild, verpassen konnte man dort ohnehin nichts. Nur das lustlose Verheizen einer an sich guten Idee. Warum nicht mal einen Zombie zum Protagonisten machen, seine Perspektive als das Normale etablieren und ihn als unschuldiges Opfer einer unmenschlichen Seuche darstellen. In trashigen Horror-Produktionen ist diese Genreabwandlung ja längst ausgiebig gespielt worden, doch bis auf ein paar schöne Lacher war bisher nicht besonders viel herausgekommen. In the Flesh könnte das ändern.
Wenngleich sich “In the Flesh“ immer mal wieder Zeit für schwarz-humorige Momente nimmt, so besteht die eigentliche Absicht der Zombie-Serie in einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema der Toleranz. Der Held der Serie leidet nämlich, so wie viele andere Engländer auch, unter dem “Teilweise Verstorben Syndrom“. “In The Flesh“ beginnt nach dem Ende der Zombie-Apokalypse und begleitet den weitestgehend wieder hergestellten Protagonisten bei seiner gesellschaftlichen Reintegration. Harte Medikamente, sehr viel Schminke und ehrenamtliche Sozialarbeiter sollen ihm bei seiner Rückführung im Heimatort helfen. Doch da wartet schon die hasserfüllte Bürgerwehr auf ihn.
“In the Flesh“ ist ein Highlight, weil die Serie ihr Genre endlich mal wieder bei dessen Wurzeln packt und mehr Sozialsatire als Hirn-verspritzender Selbstzweck sein möchte.
