Superhelden überall: Ist es langsam zu viel des Guten?

Robin Schweiger 8

Alte Menschen mit langen, weißen Bärten erzählen heute von einer Zeit ohne Superhelden-Filme. Heute ist das kaum mehr vorstellbar. Kaum ein Jahr vergeht, indem nicht irgendein Superman, Iron Man oder Batman auf Platz eins der Box-Office-Charts steht. Als großer Fan des Genres bin selbst ich aber langsam an einem Punkt angekommen, an dem ich mich frage: Ist das nicht langsam zu viel des Guten?

Superhelden überall: Ist es langsam zu viel des Guten?

In den nächsten drei  Monaten wird es laut im Kino: Mit Captain America („Captain America 2: The Return of the First Avenger“), Spider-Man („The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“) und den X-Men („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“) findet der Superhelden-Hype seine Fortsetzung. Seit Bryan Singer im Jahre 2000 mit „X-Men“ eine neue Ära der Comic-Verfilmungen einläutete, fand das Genre immer mehr Zuschauer.

2008 brachte Marvel schließlich „Iron Man“ in die Kinos und begann, die kommenden Verfilmungen in einem gigantischen Universum miteinander zu verbinden. Das Endergebnis hieß „The Avengers“ und spielte 2012 unglaubliche 1,5 Milliarden US-Dollar ein. Damit liegt das Helden-Klassentreffen hinter „Avatar“ und „Titanic“ auf Platz drei der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Wie viele andere auch bin ich großer Fan dieser Filme. Marvel schafft es immer wieder, die richtige Balance zwischen großartiger Action, einer ernsten Geschichte und lustigen Dialogen zu finden. Währenddessen vollbrachte DC Comics mit der „The Dark Knight“-Reihe das Kunststück, ganz ohne Slapstick-Humor, aus einer erst einmal reichlich dämlichen klingenden Prämisse packende Action-Thriller zu machen.

Guardians of the Galaxy Trailer #1.
Doch während ich mich noch wie ein kleines Kind auf „The Avengers“ freute, blicke ich nun ohne große Emotionen auf die kommenden Superhelden-Filme. Ich bin schlicht übersättigt. Insbesondere die Marvel-Filme müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, sich zu stoisch an die ewig gleiche Formel zu halten, ohne sich viel zu trauen. „Thor 2: The Dark Kingdom“ war ein toller Marvel-Film, trotzdem habe ich mich im Kino gelangweilt: Ohne neue Ideen hielt man sich zu 100% an das bekannte Erfolgs-Rezept. Die Trailer zu den drei genannten, kommenden Filmen lassen erahnen, dass auch sie wohl keine großen Überraschungen bieten werden.

Das wäre bei einem Film im Jahr kein sonderlich großes Problem - ganz im Gegenteil, die Vorfreude würde wohl jedes Jahr wieder ins Unermessliche steigen. Jetzt, wo mir aber allwöchentlich irgendwelche C-Bösewichte aus einem Spin-Off-Comig von 1973 in den Rachen geschoben werden, muss ich mir das Gähnen bei dem ein oder anderen Trailer immer mal wieder verkneifen.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: „Guardians of the Galaxy“ könnte uns im August diesen Jahres tatsächlich mit einigen außergewöhnlichen Charakteren und Ideen überraschen. Das verspricht zumindest der erste Trailer und Regisseur James Gunn, der 2010 das Superhelden-Genre mit „Super“ noch sehr passend auf die Schippe nahm.

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