Captain America 3 - Civil War: Der ultimative Guide zum großen Marvel-Event

Tobias Heidemann 5

Der Hit scheint sicher. Fragt man einen Comic-Menschen, welcher Marvel-Event ihm am besten gefallen hat, dann stehen die Chancen darauf, dass man ein mit Ausrufezeichen und leuchtenden Augen gerauntes „Civil War“ zu hören bekommt verdammt hoch. Eine verständliche Reaktion, hatte die Serie doch so ziemlich alles, was an Superhelden-Comics Spaß macht. Mark Millar und Steve McNiven trieben 2006 einen epochalen Keil zwischen die Marvel-Charaktere. Ein Paukenschlag, der das fiktive Universum nachhaltig veränderte und in der Community für hitzig geführte Diskussionen sorgte.

Captain America 3 - Civil War: Der ultimative Guide zum großen Marvel-Event

Genau diesen Effekt will Marvel nun auch für sein Cinematic Universe erzeugen. Kann das funktionieren? Unser Guide zu „Captain America 3 – Civil War“ geht dieser Frage nach und bringt euch in puncto Story, Cast und Dreharbeiten auf den neusten Stand.

Captain America 2 Trailer.

Captain America 3 – Civil War: Die Story

Auf welcher Seite stehst du. Auf diesen schlichten Satz lässt sich der gesamte Crossover-Event, welcher von 2006 bis 2007 durch eine siebeteilige Hauptserie und etliche sogenannte Tie-In-Serien lief, guten Gewissens reduzieren. Mark Millars Prämisse war zwar einfach, hatte aber einen enorm vielschichtigen Effekt.

Der Kern der Geschichte lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein tragischer Vorfall mit zahlreichen zivilen Opfern bringt die US-Regierung dazu, den „Superhero Registration Act“ zu erlassen. Alle Individuen mit Superfähigkeiten sollen fortan von der US-Regierung reguliert werden.

Superhelden als bezahlte Staatsdiener, quasi eine staatlich kontrollierte Sondereinheit der Polizei – so wollte es das neue Gesetz. Und weil dessen Durchsetzung nun einmal nicht ohne vollständige Registrierung möglich ist, forderte die Regierung ALLE Superhelden dazu auf, ihre geheimen Identitäten preiszugeben. Figuren wie etwa Peter Parker wurden dadurch vor eine schwere Entscheidung gestellt. Mitmachen oder Nein sagen?

So entstand in der Comic-Vorlage zu „Captain America 3“ ein tiefer Graben zwischen den Befürwortern, angeführt von Tony Stark aka „Iron Man“ und den Gegnern des kontroversen Gesetzes, vertreten durch Steve Rogers, besser bekannt als Captain America. Ein Konflikt, der schließlich in einen heftigen Super-Bürgerkrieg mündete, der die gesamte Marvel-Welt ins Chaos stürzte.

Was Millars Run inhaltlich und kommerziell  so erfolgreich machte, waren die spannenden Fragen, die damit ausgelöst wurden. Was sind Superhelden eigentlich? Kostümierte Irre, die jenseits der Rechtsstaatlichkeit tun und lassen dürfen was sie wollen? Oder sind sie tatsächlich jene moralisch überlegenen Superwesen, die dank ihrer Gaben und Biographien am Ende eben doch immer genau „das Richtige“ tun.

Mit anderen Worten: „Civil War“ behandelte profunde Themen wie Bürgerrechte und Freiheit während sich die beliebtesten Marvel-Superhelden gegenseitig an die Gurgel gingen oder ihr großes Coming-Out feierten.Was will man mehr.

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Civil War: Zwischen Comic und Film

Mit “Captain America 3 – Civil War“ haben die Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely (zusammen u.a. verantwortlich für „Die Chroniken von Narnia“, „Pain and Gain“, „Thor – The Dark Kingdom“ „Captain America 1&2“) nun die schwere Aufgabe, die ereignisreichen Story des Comics mitsamt ihres „Auf welcher Seite stehst du“-Konzeptes in einen möglichst runden Marvel-Film zu hieven.

Schwierig erscheint dies vor allem deshalb, weil die Vorrausetzungen für die „Civil War“-Story im Kino ganz andere sind als in den Comics.

Bei „Captain America 3“ geht es in erster Linie um eine sinnvolle Einbettung in das Marvel Cinematic Universe (weiter: MCU). Die Autoren müssen sowohl die Fäden der beiden „Captain America“-Filme befriedigend aufgreifen (Der Winter Soldier wird zum Beispiel wieder eine tragende Rolle spielen), als auch dort anknüpfen, wo „Avengers: Age of Ultron“ und „Ant-Man“ ihr Publikum zuletzt verlassen haben.

Gleichzeitig dürfte es sehr schwer werden, Tony Stark (Robert Downey Jr.) und Steve Rogers (Chris Evans) so heftig auf einander prallen zu lassen, wie es in der Comic-Vorlage der Fall war. Zwar gaben uns „Age of Ultron“ und der „Winter Soldier“ mit Starks Angst getriebenen Sicherheitsbedenken und Rogers liberalem Misstrauen gegenüber staatlicher Macht einen ersten Vorgeschmack, doch damit „Civil War“ auch im Kino funktioniert, müssen sich die etablierten Charaktere stark wandeln und weit voneinander entfernen.

Eine Gratwanderung, die im Film aufgrund der starken Identifikation mit den Hauptfiguren durchaus ein Risiko darstellt. Wirklich unsympathisch darf Herr Downey Jr. im Gegensatz zum Comic nicht werden.

Captain America 3 – Civil War: Der Cast – Wer macht mit?

Hinzu kommt, dass mit „Black Panther“ (wird laut Gerüchten neutral bleiben) und „Spider-Man“ mindestens zwei neue Figuren in „Captain America 3“ eingeführt werden müssen, was im Anbetracht des bisher offiziell bestätigten Mega-Ensembles eine weitere Herausforderung darstellt. Neben Black Widow (Scarlet Johansson), Vision (Paul Bettany), Scarlett Witch (Elizabeth Olsen), Falcon (Anthony Mackie), Hawkeye (Jeremy Renner), War Machine (Don Cheadle) sowie William Hurt als General Thaddeus ‚Thunderbolt‘ Ross, werden auch Ant-Man (Paul Rudd) und die neue Tante May (Marisa Tomei) in „Civil War“ zugegen sein.

Dass Marvel nach dem Aufsehen erregenden Deal mit Sony dem Erstauftritt von Tom Hollands „Spider-Man“ ein paar Extra-Minuten spendieren könnte, scheint auch sehr wahrscheinlich. Am Set wurde Spidey jedenfalls schon bei Dreh einer aufwendigen Action-Sequenz gesichtet. Nicht dabei ist hingegen Mark Ruffalos Hulk. Zwar sei der große Grüne ursprünglich im Drehbuch gewesen, so Ruffalo, eine grundsätzliche Idee zum Verbleib der Figur, die wir am Ende von „Age of Ultron“ allein in einem Cockpit sahen, hätte allerdings dafür gesorgt, dass er auf unbestimmte Zeit gleich aus mehreren kommenden Marvel-Filmen gestrichen wurde. Seltsam, seltsam.

Bleiben schließlich noch die weiterhin unter Verschluss gehaltenen Überraschungsauftritte. Auch ist bisher nicht genau bekannt, welche Figur Martin Freeman spielen wird. Gewiss ist nur, dass Freemans Charakter keine Superfähigkeiten besitzen wird und nicht in einem Kostüm steckt. Stattdessen dürfte Freeman wohl als Regierungsvertreter zwischen den Fronten agieren.

Wer das Regieamt bekleiden wird, das gehörte hingegen zu einer der ersten Meldung, die seinerzeit lanciert wurden. Der Erfolg von „Captain America 2“, der vielen Marvel Film-Fans als einer der besten Einträge im MCU überhaupt gilt, gab den Brüdern Anthony und Joe Russo Recht. Ob die beiden auch einen großen Ensemble-Film handeln können – „Captain America 2: Return of the First Avenger“ war im direkten Vergleich eher ein intimer Actionstreifen – dass gehört zu den großen Fragezeichen hinter „Civil War“.

Auf Seite 2 unseres Guides erfahrt ihr alles über die Bösewichte in Civil War. 

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