Marvels Agent Carter: Episoden-Recap Season 1 Episoden 1 & 2

Daniel Schmidt

Am 06. Januar 2015 startete mit „Marvel’s Agent Carter“ das jüngste Mitglied der Marvel-Cinematic-Universe-Familie mit einer 8 Folgen umfassenden ersten Staffel auf dem US-Sender ABC. Lest hier die Zusammenfassung der Doppelfolge. Achtung: Spoiler voraus! 

„Marvel’s Agent Carter“ Episoden-Recap Season 1 Episode 1

Die Titelrolle der Peggy Carter spielt Hayley Atwell, wie schon in „Captain America: The First Avenger“, „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“, und „The Return of the First Avenger“Gleich zu Beginn der ersten Folge wird uns natürlich zunächst die Strategic-Scientific-Reserve-Agentin (SSR) vorgestellt. Nach dem tragischen (vermeintlichen) Tod ihrer großen Liebe Steve Rogers alias Captain America (wie im Kino auch hier Chris Evans) und dem Ende des zweiten Weltkrieges findet sich die smarte Britin in einer patriarchalischen Welt wieder, in der Frauen hübsch aussehen und ihre Karriere mit Kaffee kochen und telefonieren verbringen müssen. Hübsch aussehen tut sie zwar, mit der ihr zugewiesenen Rolle als Berufstippse will sie sich aber nicht abfinden. Immerhin ist sie eine hochqualifizierte Spionin.

Rettung naht in der Gestalt von Howard Stark (Dominic Cooper). Der schwer reiche Playboy verfügt über einen Keller voller gefährlicher Erfindungen. Dieser wurde ihm jedoch  in seiner Abwesenheit ausgeräumt und seine „Babys“, wie er sie nennt, tauchen plötzlich in Feindeshänden auf. Stark engagiert kurzerhand Agentin Carter, um die Waffen einerseits wieder zu beschaffen und andererseits die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Hochverrats auszuräumen. Bevor der Beschuldigte erneut die Flucht antritt, stellt er ihr noch die Dienste seines Butlers Jarvis (James D’Arcy) zur Verfügung.

Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach einer geheimen und höchst gefährlichen Sprengstoff-Formel aus der Feder von Howard Stark. Um an Informationen zu kommen, nutzt sie dabei immer wieder unbemerkt die Ressourcen ihres Arbeitgebers. Hierbei kommt ihr zu Gute, dass ihre männlichen Kollegen sie überhaupt nicht ernst zu nehmen scheinen. So kann sie unbehelligt bei einer streng geheimen Konferenz zuhören, in der sie ganz devot Kaffee serviert. Mit den so gewonnen Informationen macht sich Agent Carter daran, den Hehler aufzuspüren und die gestohlene Formel zurückzubekommen.

In einer besonders schönen Sequenz schmeißt sie sich in einen goldenen Glitzerfummel samt blonder Perücke und verführt den Bösewicht in seinem Nachtclub zu einem verhängnisvollen Kuss. Ihre Lippen hatte sie nämlich vorher mit einem narkotisierenden, feuerroten Lippenstift bemalt. Bevor Ihre Kollegen eintreffen, gelingt es ihr den Safe zu knacken. Allerdings ist aus der Formel bereits eine gefährlich glitzernde Kugel hochexplosiven Sprengstoffs geworden.

Zu Hause angekommen wird sie zunächst von ihrer Mitbewohnerin begrüßt, scheinbar dem einzigen sozialen Kontakt, der ihr noch geblieben ist. Mit Hilfe von Backzutaten, Parfüm und einer Pinzette entschärft sie die Bombe in ihrem Badezimmer, nur um daraufhin festzustellen, dass die Mitbewohnerin kaltblütig ermordet wurde und sich ein Eindringling in ihrer Wohnung befindet. Während sie diesen ordentlich vermöbelt, bemerkt sie eine seltsame, Y-förmige Narbe an dessen Hals, bevor sie ihn in die Flucht schlagen kann. Schnell kommen Peggy Carter und Butler Jarvis darauf, dass der Sprengstoff nur in einer Fabrik des Unternehmens Roxxon Oil gefertigt worden sein kann. Dort angekommen setzt sie einen der zwei Männer in einem Labor außer Gefecht. Den Zweiten holt sie ein, als dieser gerade weitere Exemplare der Bombe in einen Milchlieferwagen laden will. Auch er hat die seltsame Narbe an der Kehle und kann nur mit einem kleinen, elektronischen Apparat zu ihr sprechen. Bevor er das gesamte Fabrikgelände mit einer riesigen Explosion in die Luft jagt, warnt er Carter noch vor dem bevorstehenden Auftreten von „Leviathan“. Bei der Flucht vor dem großen Knall bleibt allerdings die Stoßstange des Fluchtwagens zurück. Der etwas dümmlich wirkende Haufen männlicher SSR-Agenten kommt wie immer zu spät.

Fazit

Die Produzenten von „Agent Carter“ haben all das richtig gemacht, was bei „Agents of S.H.I.E.L.D.“ schief gelaufen ist. Von der ersten bis zur letzten Minute stimmt das Gleichgewicht zwischen retro-chicer Kulisse und packendem Agenten-Drama. Besonders Hauptdarstellerin Hayley Atwell sticht heraus. Es gelingt ihr die Vielschichtige Persönlichkeit der Kriegsheldin, Agentin und trauender Frau mit Charme, Witz und Emotion zum Leben zu erwecken. Egal ob Schießeisen, bloße Hände, Küchenutensilien oder ihre weiblichen Reize, Agent Carter nutzt erfolgreich alle ihr zur Verfügung stehenden Waffen.

Dabei ist sie nie Feministin, nie nur Agentin und vor allem niemals ein Opfer. Einzig in den Rückblenden, vor Captain Americas Tod, wirkt sie verletzlich, was sie nur noch glaubwürdiger macht.  Auch die eher humoristischen Elemente, wie die trocken-britischen Konversationen zwischen Butler Jarvis und Agentin Carter, die ständigen Seitenhiebe auf das antiquierte Frauenbild der späten 40er und die doppeldeutigen, aber nie schmierigen Anmerkungen einiger Charaktere lockern das Geschehen auf und wirken dabei nie deplatziert. Die Story ist actionreich und passt vor allem gut in die Zeit, in der die Serie spielt. Scheinbar mühelos wechseln sich kitschig-schöne Retro-Bilder mit spannenden Actionszenen ab und fesseln dabei die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Alles in allem ein herausragender Auftakt für eine Serie, die in die Geschichte der Comic-Verfilmungen eingehen könnte und Lust auf mehr macht.

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