DVD-Tipp: Circles, ein berührendes Drama um Schuld und Sühne aus Serbien

Marek Bang

Das serbische Antikriegsdrama „Circles“ gewann zahlreiche Preise auf internationalen Filmfestivals und wurde unter anderem auf der Berlinale gefeiert. Nun ist die beeindruckende Parabel um Schuld und Sühne auf DVD erschienen und wir verraten euch, warum sich eine Sichtung dieses Juwels mehr als lohnt.

Es muss nicht immer glitzernd glatter Mainstream im Stile von „Avengers 2: Age of Ultron“ sein. Kino kann auch berühren, wenn es eben nicht an jedem Ende kracht und kein Superheld alle zwei Minuten um die Ecke geschossen kommt. Bereits 2012 drehte der serbische Regisseur Srdan Golubovic mit „Circles“ ein herausragendes Drama über existentielle Fragen des Lebens wie Schuld und Vergebung, nun ist es endlich auch bei uns auf DVD verfügbar.

Im Jahr 1993 tobt im ehemaligen Jugoslawien der Krieg zwischen Serben und Bosniaken. In der Kleinstadt Trebinje betreibt der Muslime Haris (Leon Lucev) einen Kiosk. Als er eines Tages keine Zigaretten mehr für den serbischen Offizier Todor (Boris Isakovic) im Angebot hat, nutzen der sadistische Krieger und seine Schergen diese Lappalie, um den harmlosen Mann fast tot zu schlagen. Dass er überlebt, verdankt er dem beherzten Eingreifen des Soldaten Marko (Vuk Kostic), dessen Mut allerdings bezahlt der junge Serbe mit seinem Leben.

Zwölf Jahre später setzt dann die eigentlich Handlung von „Circles“ ein und die Ereignisse des Jahres 1993 beginnen aufs Neue, ihre Kreise zu ziehen. Der mittlerweile in einer Plattenbausiedlung im deutschen Halle wohnende Haris bekommt Besuch von Markos Witwe, die sich gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen zweiten Mann befindet. Währenddessen trifft Markos Freund als Arzt in Belgrad auf den verunglückten Todor, der hilflos auf seinem OP-Tisch liegt und Markos Vater Ranko (Aleksandar Bercek) begegnet dem Sohn von einem der damaligen Mörder.

In einem zweistündigen, in ruhigen, sommerlichen Bildern eingefangenen Reigen verknüpft Regisseur Srdan Golubovic diese drei Handlungsstränge meisterhaft mit den tragischen Ereignissen des Jahres 1993. Der auf einer wahren Begebenheit aufbauende Film lässt sich dabei für seine Figurenzeichnung viel Zeit und bietet seinen herausragenden Schauspielern den nötigen Raum zur Entfaltung der aufgestauten Emotionen. Der Krieg mag zwar längst vergangen sein, die Traumata der Beteiligten und der Opfer sind aber längst noch nicht verheilt. Jeder Einzelne hadert mit seinem Schicksal, ob es nun die Schuldgefühle des Überlebenden oder die Trauer der Angehörigen sind. Doch am Ende helfen nur der Blick nach vorn und ein erster Schritt zur Vergebung.

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Wer bereit ist, sich zwei Stunden Zeit für einen anspruchsvollen und lange nachwirkenden Film zu nehmen, kann in „Circles“ auf eine so schöne wie grausame Reise in den Balkan gehen, die sowohl zu berühren vermag, als auch ein glaubhaftes und vielschichtiges Porträt eines zerklüfteten Landes darstellt, dessen Wunden auch Jahre nach dem Krieg nur langsam heilen.

Circles - Trailer deutsch.

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