Constantine vs. Constantine! Wer ist der bessere Hellblazer?

Daniel Schmidt 8

John Constantine, Meister der schwarzen Künste, ist der Antiheld aus der DC-Comic-Reihe „Hellblazer!“. Fast besser bekannt dürfte der Meister der schwarzen Künste allerdings durch die Verfilmung von 2005 mit Keanu Reeves in der Hauptrolle sein. Während sich der Film aber nur sehr lose an der Handlung der Vorlage orientiert, setzt die gerade in den USA laufende Serie, ebenfalls mit Namen „Constantine“, auf die düstere Anziehungskraft des Originals. In unserer Rubrik „Versus“ lassen wir die Beiden in drei Kategorien gegeneinander antreten.

Constantine vs. Constantine! Wer ist der bessere Hellblazer?

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Der Kino-Constantine, gespielt von „Keanu Reeves“ und der Serien-Constantine, „Matt Ryan“ sind so verschieden, dass man kaum an die gemeinsame Vorlage glauben mag. Aber nicht nur die Interpretationen des Titel-Antihelden unterscheiden sich grundlegend, auch die Umsetzung der Materie in Film und Fernsehen ist jeweils eine andere. Grund genug für uns zu prüfen, welcher von Beiden der Coolere, ja vielleicht sogar der Bessere ist.

 

Kategiorie 1: Look

Kino:

In der Kinoproduktion wirkt John Constantine insgesamt recht poliert. Im klassischen schwarz-weiß Look mit zumindest semi-gebügelten Hemden, hat der Magier fast etwas von einem Bestatter, was ja auch irgendwie zum Thema passt. Wie er es schafft, im Kampf gegen das Böse nicht seine Manschettenknöpfe zu verlieren, ist ungeklärt. Hochgekrempelt wird eigentlich nur dann, wenn er seine geheimnisvollen, magischen Tattoos auf den Unterarmen freilegen muss. Irgendwie umgibt ihn aber auf jeden Fall eine gewisse Aura des Unnahbaren und die ewig selbe Klamotte wird fast zu seinem Superhelden-Kostüm, wie bei Superman der Umhang und die Strumpfhosen.

Serie:

Wie das Comic-Vorbild geht Constantine in der Serie keine zwei Schritte ohne seinen knitterigen Trenchcoat. Auch die ungebändigte, blonde Frisur entspricht im wesentlichen dem Vorbild aus dem Comic. Fast möchte man sich fragen, wieso der ständig etwas ungepflegte Schwarzmagier überhaupt noch mit Krawatte rumläuft, die sowieso nie richtig gebunden ist. Der Serien-Constantine könnte einem so wie er ist auf der Straße begegnen. Auch, wenn er damit dem Original treu bleibt, fehlt ihm irgendwie das, was ihn vom Durchschnittsbürger ohne magische Kräfte abhebt.

Fazit:

Obwohl die Kinoversion weit mehr vom Original abweicht, passt Keanu Reeves Look irgendwie ein kleines bisschen besser in die Thematik. Sein mysteriöses Auftreten verhilft ihn im ersten Wettkampf gleich zum 1:0 gegen Matt Ryan.

Kategorie 2: Magie

Kino:

Zugegeben, Constantine hat in der Filmversion schon einige Tricks auf Lager. Abgesehen davon, dass er Gedanken zu lesen scheint, katapultiert er sich und andere regelmäßig zu Besuch in die Hölle. Für das meiste andere bedient er sich verschiedener Hilfsmittel im Kampf gegen das Böse. Mit den Tattoos auf seinen Unterarmen kann er in Verbindung mit Zaubersprüchen unsichtbare Mächte sichtbar machen und zwingt so zum Beispiel den Erzengel Gabriel (Tilda Swinton) sich ihm zu offenbaren. In einer besonders epischen Szene macht er seine Hände zu magischen Fackeln, um die übernatürlichen Wesen in seiner Umgebung auszuleuchten. Alles in Allem ist das schon ziemlich Bad-ass!

Serie:

Auch in der Serie ist unser Constantine nicht hilflos. Im Gegenteil, magische Gegenstände scheinen bei ihm herumzuliegen, wie bei anderen Leute die Schmutzwäsche. Ob magische Amulette, die Feder aus den Flügeln eines Engels oder eine Karte mit magischen Fähigkeiten, er ist mit allem ausgestattet. Auch Zaubersprüche und Beschwörungsformeln gehen ihm scheinbar mühelos von den Lippen. Sein Umfeld ist gespickt von magischen Wesen, Sehern, Geistern und das nur zusätzlich zu den allgegenwärtigen Engeln und Dämonen. So scheint dieser Antiheld nicht nur ein Mensch zu sein, der von Magie gebrauch macht. Vielmehr ist er mittendrin und scheint selbst Magie zu sein. Auch die brennenden Hände hat er natürlich drauf.

Fazit:

Bei den Zauberkünsten liegt die Serie ganz klar vorn. Im Gegensatz zur Kinoversion ist Constantine nicht nur zufällig zwischen die Fronten im Kampf Gut gegen Böse geraten und macht jetzt eben das Beste draus. Er ist sich der Magie bewusst, ist ein Teil davon geworden und darf sich zu Recht „Master of the Dark Arts“ nennen.

 

Kategorie 3: Humor

Kino:

Im Kinofilm hat Constantine recht wenig zu lachen. Nicht nur ist seine Seele bereits vor geraumer Zeit der Hölle anheim gefallen, nein, er leidet auch noch an einem besonders fortgeschrittenen Fall des Lungenkrebses. Zudem nerven ihn immer wieder überkandidelte Engel, Dämonen und der Speer des Schicksals ist auch irgendwie verschwunden. Der Streifen ist jedenfalls alles andere als ein Schenkelklopfer. Einzig die meistens etwas tolpatschigen Versuche von Sidekick Chas (Shia LaBeouf) bringen den Zuschauer hin und wieder zum lächeln.

Serie:

Auch in der Serie ist der Zustand der Welt, in der Constantine lebt, nicht wirklich rosig. Weil er, übrigens wie im Vorbild, Engländer ist und die ja für ihren Humor bekannt sind, hat der Dämonenjäger immer einen Joke parat. Selbst wenn er gefesselt, vom Tode bedroht und von einem Engel, der auf gar keinen Fall eingreifen will, genervt wird, vergeht ihm nicht der trockene britische Sarkasmus. Eine Comedy wird auch aus der Serie zwar nicht, aber der schwarze Humor und die schwarze Magie verstehen sich durchaus.

Fazit:

Klarer Sieg für die Serie in Sachen Humor!

 

 

Ergebnis:

Die Serienverfilmung der „Hellblazer“-Comics gewinnt das Battle mit 2:1 vor der Kinoversion. Alles in allem sind jedoch beide Werke absolut sehenswert und ein Muss für alle Fans der gepflegten Unterhaltung im Bereich religiöse Mystik. Obwohl der Kinofilm irgendwie einen cooleren Look und einen höheren Gruselfaktor zu haben scheint, kommt der Serie vor allem die Nähe zum Original zu Gute.

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