Dark Skies - Kritik

Daniel Schmidt

Mit „Dark Skies - Sie sind unter uns“ erreicht uns mal wieder ein klassischer Horrorfilm, der mit seiner Thematik - die ausnahmsweise weder mit Zombies noch mit paranormalen Aktivitäten zu tun hat - und der ruhigen Inszenierung von Scott Stewart eine willkommene Abwechslung zum modernen Heimvideo-Horror darstellt.

Dark Skies: Sie sind unter uns - Trailer Deutsch.
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Die UFO-Paranoia ist aus den Kinos in den letzten Jahren fast komplett verschwunden und dafür auf die TV-Bildschirme gewichen: Formate wie Ancient Aliens“ oder „UFO Hunters“ erfreuen sich größter Beliebtheit, während Filme über die außerirdischen Besucher eine echte Seltenheit geworden sind. Wenn, dann kommen die fremden Wesen als Invasoren vorbei und wollen gleich die Welt erobern, statt Implantate an den Mann zu bringen, wie es zu Zeiten von „Akte X“ oder Steven Spielbergs „Taken“ noch Sitte war. Da ich vor einiger Zeit selbst mal wieder im UFO-Fieber war und die beiden Serien schon oft genug gesehen habe, bin ich schließlich über „Dark Skies - Sie sind unter uns“ gestolpert. Obwohl von Dimension Films, dem Studio der Gebrüder Weinstein, produziert, hat es fast zwei Jahre gedauert, bis der Film seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Allerdings nur auf DVD und Blu-ray, für eine Kinoveröffentlichung hat es bei diesem Nischentitel offenbar nicht gereicht.

Bei den Barretts hängt der Haussegen schief: Vater Daniel (Josh Hamilton) findet keinen Job, Mutter Lacy (Keri Russell) muss die Familie alleine über Wasser halten und die beiden Kinder, Jesse (Dakota Goyo) und sein jüngerer Bruder Sammy (Kadan Rockett), kapseln sich immer mehr ab und haben ihre ganz eigenen Probleme - im Falle von Jesse vornehmlich mit dem anderen Geschlecht. Doch als wäre das nicht schon genug, wird das Zuhause der Barretts auch noch von einigen merkwürdigen Vorfällen heimgesucht. Erst wird über Nacht die Küche umdekoriert, dann verschwinden plötzlich die Familienfotos der Barretts. Mutter Lacy hat zunächst ihren Sohn Sammy im Verdacht und glaubt, es handle sich nur um einen harmlosen Streich. Doch die mysteriösen Ereignisse häufen sich und schnell wird klar, dass eine ganz andere, viel unheimlichere Macht hinter den beunruhigenden Vorkommnissen steckt.

Soweit so bekannt. Die Familiensituation in „Dark Skies“ könnte für einen Horrorfilm nicht typischer sein und geizt nicht mit Klischees. Obwohl der Ehemann keinen Job hat und seine Frau viel zu gutmütig ist, um als Immobilienmaklerin wirklich erfolgreich zu sein, lebt die vierköpfige Familie in einem großen, modernen Haus und das Geld für neue Sicherheitstechnik wird nie zu knapp. Überhaupt wirkt die ganze familiäre Situation eher unglaubwürdig und erzwungen, die Barretts sind seltsam distanziert voneinander und auch ihre weltlichen Probleme (Arbeitslosigkeit, Eheprobleme) treten recht schnell in den Hintergrund. Der 15-jährige Dakota Goyo, der zuletzt in „Noah“ an der Seite von Russell Crowe zusehen war, bekommt noch am meisten Spielraum zugeschrieben. Das emotionale Innenleben seines Charakters ist zwar nicht das Originellste, aber immerhin einigermaßen nachvollziehbar. Während sich seine Angehörigen langsam der Paranoia hingeben, bewahrt der älteste Spross der Familie die Vernunft und rückt glücklicherweise gegen Ende mehr in den Mittelpunkt des Films, was einen dann doch etwas mitfiebern lässt.

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Auf technischer Seite gibt es an „Dark Skies“ nichts auszusetzen: Die ruhige Kameraführung unterstützt den allmählichen Spannungsaufbau und der Film setzt mehr auf Grusel als auf die womöglich etwas zeitgemäßeren Jump Scares, die Filme wie „Paranormal Activity“ auszeichnen. Die Musikuntermalung ist eher dezent und fällt vor allem zweckmäßig aus. Zusammen mit den gelungenen Soundeffekten entsteht so eine dichte Atmosphäre, die zwar nicht über die gesamte Spieldauer fesselt, aber einige spannende Momente zu bieten hat. Insbesondere wenn die Außerirdischen ihren Auftritt haben, wird es nochmal richtig aufregend, auch wenn das Ende selbst nicht so gelungen ist. Die Absichten der Aliens und welchen Zweck sie mit den rätselhaften Geschehnissen verfolgen, wird leider nie so richtig aufgeklärt. Hier verschenkt der Film etwas Potential, denn für sich genommen könnten die Gruseleinlagen auch aus einem beliebigen anderen Film über Geister oder Dämonen stammen.

Für Grusel-Fans ist „Dark Skies“ durchaus zu empfehlen, denn Horrorfilme dieser Art gibt es momentan nicht so viele. Der Film ist effektiv gemacht und obwohl Regisseur Scott Stewart die Spannungsschraube eher langsam anzieht, gibt es nur wenige Längen, die man als Fan der kleinen, grauen Männchen leicht verzeihen kann. Für 90 Minuten schaurige Abendunterhaltung taugt „Dark Skies“ auf jeden Fall, nochmal sehen muss ich den Film aber auch nicht unbedingt.

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