Fantheorie: Deadpool hat seinen eigenen Film einfach selbst geschrieben (Achtung: Spoiler)

Marek Bang 1

„Deadpool“ ist der Mann der Stunde und wütet derzeit äußerst erfolgreich in den Kinos. Seine bösartige Gaga-Version eines Superhelden trifft den Nerv vieler Zuschauer, die die Nase voll von den immer gleichen, aus dem Ei gepellten Langweilern haben, die ihre Kräfte stets nur für das Gute einsetzen. Besonders der parodistische Ansatz von „Deadpool“ sorgt für ein amüsiertes Publikum und ruft entsprechend Spekulanten auf den Plan, die das Netz mit allerlei Fantheorien bereichern, von der wir uns einmal eine näher anschauen möchten. 

Fantheorie: Deadpool hat seinen eigenen Film einfach selbst geschrieben (Achtung: Spoiler)
Bildquelle: © Twentieth Century Fox.

Fantheorie: Deadpool ist der Autor seines eigenen Films

Reddit-User tophatpainter hat es bei seiner Fantheorie besonders Deadpools berühmtes Durchbrechen der Vierten Wand angetan, die er als Grundstütze für seine Argumentation nutzt, die Comicfigur habe ihren eigen Film selbst geschrieben. Wir gehen dieser Annahme nach dem Trailer einmal etwas genauer nach. Entsprechend kommen wir nicht drum herum, auch auf die Handlung der schwarzen Komödie einzugehen, sodass wir euch hiermit noch eine Spoiler-Warnung mit auf den Weg geben.

Deadpool - Trailer Deutsch.

Deadpool wrote his own movie.“ So lautet die These der Fantheorie von tophatpainter. Was in den meisten anderen Fällen eher als nerdiges Hirngespinst in die Annalen des virtuellen Bullshits gekickt gehört hätte, ist bei „Deadpool“ nicht ganz so abwegig. Schließlich ist es ein wichtiges Markenzeichen der Comicfigur Deadpool, dass sie sich ihrer Beschaffenheit als Comicfigur bewusst ist und permanent die sogenannte Vierte Wand durchbricht. Auf gut deutsch gesagt, heißt das wohl, „Deadpool“ kann sich jederzeit direkt in die Kamera an die Zuschauer wenden und das Geschehen kommentieren. Letztlich ist dies ein Stilmittel, wie es bereits im Brechtschen Theater vorkam, aber diese Ursprungsrückverfolgung wäre dann jetzt vielleicht zu viel des Guten.

Jedenfalls interagiert Deadpool tatsächlich mit dem Publikum und - für diese Theorie noch viel wichtiger -  auch mit den Filmemachern, wie im Intro des Films zu sehen ist. Er beschwert sich außerdem darüber, dass es das Studio nicht geschafft habe, mehr der „X-Men“ für seinen Film verpflichten zu können, was vielleicht das stärkste Argument für diese Theorie darstellt:

Deadpool: „It’s a Big house. It’s weird I only ever see two of you. Almost like the studio couldn’t afford another X-Men.“

Ein weiterer Beleg für die These liegt in der Story des Films, die sich anfühlt, als wäre sie ein Wunschtraum der Comicfigur Deadpool. Sind wir ehrlich, nach Wade Wilsons schief gelaufener Transformation in Deadpool läuft es für die Knalltüte doch im Film wie am Schnürchen, so, als hätte sich die Comicfigur einen Film über sein Leben genauso vorgestellt, wie „Deadpool“ letztlich geworden ist. Er wird von Collosus gebeten, sich den X-Men anzuschließen und bekommt am Ende das Mädchen. Genau. So läuft es ja in den Comics immer für Deadpool.

 Im Ernst: Auf Grund von Deadpools einzigartiger Vergangenheit ist die Theorie von tophatpainter nicht ganz von der Hand zu weisen und es könnte sein, dass sich einer oder mehrere Autoren im Vorfeld des Films mal Gedanken darüber gemacht haben, eine Story zu schreiben, wie sie sich die Comicfigur gewünscht hätte. Ob dem tatsächlich so ist, können wir natürlich von außen nicht beurteilen und so haben wir einfach weiter im Kino Spaß mit „Deadpool“, ob nun als gelungene Comicverfilmung der etwas anderen Art mit  zusätzlicher Metaebene oder als ausgelassene, fiese Komödie.

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