Der Hobbit 3: Die Schlacht der Fünf Heere - Kritik

Christoph Koch 15

 

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Peter Jackson beendet mit „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“ den Kino-Ausflug nach Mittelerde und nach drei „Der Herr der Ringe“-Filmen und zwei „Der Hobbit“-Leinwandadaptionen schließt sich vorerst das Kapitel rund um die Elben, Hobbits und Orcs. Doch bevor wir Mittelerde hinter uns lassen, versinken wir noch einmal in der Fantasy-Welt: Peter Jackson liefert mit seinem letzten Kapitel, „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“, ein ultimatives Epos ab, das geschichtlich nicht viel zu bieten hat, aber mit einer kolossalen Schlacht aufwarten kann.

Der dritte Teil der „Hobbit“-Trilogie setzt genau dort an, wo wir nach „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ zurückgelassen wurden. Der nicht ganz so gut gelaunte Drache Smaug macht sich auf den Weg nach Seestadt, um dort für eine brachiale Verwüstung zu sorgen. Das Chaos bricht über die kleine Wasser-Stadt herein, denn der feuerspeiende Drache lässt kein Stein auf dem anderen und den Zwergen, rund um Bilbo, bleibt nichts anderes übrig, als aus der Ferne zu beobachten, wie die Stadt in Flammen aufgeht. Peter Jackson liefert hier eine sehenswerte und brachiale Eröffnung ab, die mit einigen Schauwerten glänzt. Doch diese feurige Zerstörung ist nur der Vorbote für die epische Schlacht der fünf Heere.

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Thorin Eichenschild (Richard Armitage) hat den bedeutenden Berg Erebor endlich erreicht und verfällt kurz darauf dem Wahn des neu gewonnen Reichtums, den er einzig und allein für sich in Anspruch nehmen will. Ehemals Verbündete, wie Bard (Luke Evans) und die Bewohner der Seestadt, aber auch der Elbenkönig Thranduil (Lee Pace), ziehen den Kürzeren, denn der Zwergenkönig ist nicht bereit, seinen Reichtum zu teilen oder seine Mitstreiter zu belohnen.

Vielmehr verschanzt er sich mit seinen Gefolgsleuten in den mächtigen Verließen Erebors und hortet sein Gold. Dies geht soweit, dass er in seinem Wahn gar einen Krieg vom Zaun bricht, in dem sich am Ende fünf Heere in einer gewaltigen Schlacht gegenüberstehen.

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Viel Action, wenig Story

Getreu dem Motto „mehr Schlachten, mehr Kreaturen und eine größere Portion Action“ entwickelt sich der dritte Teil der „Hobbit“-Trilogie zu einem wahren Gemetzel, wobei die Story mehr und mehr ins Hintertreffen gerät und einzig und allein die martialischen Auseinandersetzungen in den Vordergrund rücken, welche für ein Kinderbuch sehr düster und brutal daherkommen. Der namensgebende Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) verkommt zu einer Randfigur, die immer mal wieder auftritt, aber eigentlich kaum nennenswert zur eh schon rar gesäten Handlung des Films beiträgt.

Des Weiteren integriert Peter Jackson für den Plot irrelevante Szenen, die allein als Fan-Service betrachtet werden können. Wenn Gandalf (Ian McKellen) von der Elbin Galadriel (Cate Blanchett), dem zu diesem Zeitpunkt noch verbündeten Zauberer Saruman (Christopher Lee) und Elrond (Hugo Weaving) gerettet wird, dann ist der Kampf gegen die Schatten schön anzusehen, doch mehr als ein nettes Gimmick springt hierbei nicht heraus.

Am Ende bleibt die epochale Schlacht der fünf Heere, die mehr als die Hälfte des Films andauert und mit beeindruckenden Aufnahmen aufwarten kann. Hier treten Menschen, Zwerge, Orcs, Elben, Goblins, Trolle, Adler und steinfressende Würmer gegeneinander an und hauen sich gegenseitig die Schädel ein. „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“ versucht dabei auch immer wieder auf die emotionale Schiene zu wechseln, doch das gelingt dem Film kaum, denn im Schlachtgetümmel bleibt wenig Zeit, um die nötige Tiefe für eine emotionale Bindung aufzubauen.

 

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Es ist vor allem die emotionale Bandbreite, die diesem „Hobbit“-Film fast gänzlich fehlt, wodurch der dritte Teil eher zu einem Schlacht-CGI-Gewitter verkommt. Hier erwartet „Hobbit“-Fans eben das große Finale der Geschichte, die über zwei Filme lang erzählt wurde und so versinken Mittelerde-Jünger in eine 144 Minuten lange Klimax, die die letzten Seiten der eh schon kurzen Roman-Vorlage gnadenlos ausschlachtet. Der Film wirkt nicht wie ein eigenständiger Film, sondern vielmehr wie das in die länge gezogene Finale eines Films.

Vielleicht erwartet uns der gefühlvolle Unterbau der Geschichte noch im Extended Cut der DVD/Blu-ray, doch bis dahin bleibt „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“ ein einzigartiges Schlacht-Kinoerlebnis, das mit 144 Minuten Hau-Drauf-Action punkten kann und dabei einzigartige Bilder auf die Kinoleinwand zaubert. Nicht mehr und nicht weniger. Fans der „Hobbit“-Filme werden sich diesen Abschluss so oder so im Kino gönnen und für sie sei hier eine uneingeschränkte Empfehlung ausgesprochen. Doch wer sich vom letzten Ausflug nach Mittelerde mehr als eine ausufernde Auseinandersetzung der Heere versprochen hat, der wird von „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“ enttäuscht werden.

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