Der Hobbit 2: Das sagt die internationale Kritik zu "Smaugs Einöde"

Peer Göbel 23

Endlich! Der zweite Hobbit-Film steht vor der Tür, und nach der Premierenfeier liegen auch die ersten Kritiken aus dem englischsprachigen Raum vor - mit gemischten Urteilen. Hier die wichtigsten Eindrücke und Argumente, und vielleicht auch ein paar milde Spoiler. Ach so, und ein letztes Behind-the-Scenes von den Dreharbeiten gibt’s auch noch, zum Vorfreuen auf den Filmstart am 12.12.!

Die ersten groben Statistiken zum Hobbit 2: Rotten Tomatoes zählt für „Smaugs Einöde“ 78 Prozent positive Kritiken - beim ersten Hobbit waren es nur 65 Prozent. Auch Metacritic kommt auf eine überwiegend gute Einschätzung, hier erreicht der neue Hobbit-Film 72 von 100 Punkten, basierend auf bisher 9 Reviews. Die „Unerwartete Reise“ erzielte nur eine Metascore von 58 Prozent. Insgesamt wird der Hobbit 2 also deutlich positiver von der Kritik aufgenommen als der erste Teil - was für mich schon mal ein ganz gutes Zeichen ist, denn ich fand ja schon den ersten Teil einfach großartig. Aber was sagen die Kritiken im Detail?

Die Kritiken zum Hobbit 2: Besseres Tempo, mehr Spektakel

Das Filmmagazin-Flaggschiff Empire gibt „Smaugs Einöde“ fette fünf Sterne - die Bestnote. Der Film sei „eine riesige Verbesserung“ im Vergleich zum Vorgänger, bringe die Abenteurer in unbekanntes Gelände und liefere „tonnenweise Spektakel“. Benedict Cumberbatch bekommt ein eigenes Lob - nie habe man einen Drachen mit einer solchen Persönlichkeit auf der Leinwand gesehen.

Auch der Guardian findet nur gute Worte für den Hobbit 2: Jackson beweise mit Smaug, dass er in einer Liga mit Spielberg und Lucas spielt, was populäres Abenteuerkino angeht. Die Kampfszenen, Verfolgungsjagden, Monster und Geheimtüren stellen den Film auf eine Stufe mit den Indiana-Jones-Filmen. In den zwei Stunden 40 gebe es keinen Durchhänger und die hohe Framerate sehe besser aus als noch beim ersten Teil.

„Fast alles“ sei eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Hobbit-Film, urteilt auch der Hollywood Reporter. Zum Ende hin gebe Jackson zwar seiner Tendenz nach, die Geschichte aufzublähen (vergleiche: King Kong), aber über die meisten Strecken fände er das richtige Tempo und serviere genug Kämpfe und Melodrama für eine gute TV-Serie oder ein modernes Computerspiel.

Hurra, eine eigene Prequel-Trilogie-Enttäuschung für die nächste Generation

Die (wenigen) negativen Kritiken haben vor allem an der Entfernung vom Original etwas auszusetzen. Der Daily Telegraph vergibt nur zwei von fünf Sternen, für Robbie Collin muss man selbst durch eine Menge Trostlosigkeit waten („an awful lot of Desolation to wade through“), um schließlich bei Smaug anzukommen. Zwei oder drei wirklich großartige Sequenzen seien mit langen Bärten und noch längeren Boxenstopps verbunden. Jackson gehe es weniger darum, Tolkiens Vision umzusetzen, als sich mit einer Nachfolge-Trilogie zum Herrn der Ringe selbst ein Denkmal zu bauen: Trübselige Dialoge und blutdürstige Kampfszenen, die sich aus einer Zeile des Original-Buchs ableiten oder über weite Strecken frei erfunden sind. Vielleicht sei das wirklich das, was viele Leute bei einer Film-Umsetzung vom Hobbit sehen wollen, aber Tolkien wäre nicht unter ihnen.

Das Slant-Magazine sieht den Tolkien-spezifischen Zauber der Herr-der-Ringe-Trilogie in Jacksons eigenem „Hobbit“ verblassen. Dass der Film überhaupt nach Bilbo benannt sei, sei ein Witz, denn der Halbling spiele über weite Strecken nur eine Nebenrolle, und sei oft nur ein pelzfüßiger Trottel, und kein Weltenretter.

Auch Badassdigest vergibt nur zwei Sterne und kommt zu dem Schluss: Gratulation, die nächste Generation bekommt ihre eigene Prequel-Trilogie-Enttäuschung. Der neue Hobbit-Film habe aus den Augen verloren, was beim Herr der Ringe so gut funktioniert hat - und ertränke alles in Computergenerierten Bildern. Wie bei einigen der negativen Kritiken scheint es hier aber auch darum zu gehen, sich mit einer möglichst pointierten Meinung einen Namen zu machen. Am Ende heißt es: „Smaugs Einöde“ wäre vielleicht ein Computerspiel, dessen Cutszenes man überspringen würde, denn mal ehrlich - wen interessiert schon eine gute Story? Jedenfalls nicht das Team von Peter Jackson.

Das letzte Hobbit-Videoblog vor „Smaugs Einöde“

Das als kurzen Querschnitt durch die Kritiken. Mich kann jedenfalls niemand davon abbringen, mich selbst davon zu überzeugen, ob der Hobbit zu den besten Filmen 2013 gehört. Vor wenigen Tagen hat Peter Jackson auch das letzte Videoblog vor dem Start von „Smaugs Einöde“ veröffentlicht. So kann man die Vorfreude vor dem zweiten Hobbit-Teil nochmal zelebrieren, auch mit dem Chrome-Browserspiel, dem Stinkefinger-Zusammenschnitt von Martin Freeman, dem HD-Trailer, unserem Special zu früheren Tolkien-Verfilmungen, zu Fantasy-Filmen, die man gesehen haben sollte und die noch gedreht werden müssten, und dann geht’s Donnerstag auch schon los…

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