Theorie Nummer Zwei: Der Ich-Wahn der Generation Selfie

Tobias Heidemann 3

Laut dieser Theorie entsprechen Filme wie „Hunger Games“, „Divergent“ oder auch „The Giver“ schlichtweg dem radikal-individualistischen Mindset vieler Heranwachsender. Sie sind demnach bewusst auf dieses spezielle Publikum zugeschnitten und befriedigen dessen Seherwartungen. Die Generation Selfie will demnach vor allem eines: Das ICH botschaften.

Dabei stehen Staat, Bürokratie und alles was gleichschaltet erst einmal nur im Weg. Glaubt man Autoren wie Ewan Morrison dann geht es in all diesen Young-Adult-Filmen vor allem darum, dass die Heldin oder der Held sich mit Hilfe von außergewöhnlichen Fähigkeiten von den Ketten irgendwelcher Konformisten befreien müssen.

Wenn „die Jugend“ in einen Topf geworfen wird, ist natürlich erst einmal Vorsicht geboten. Die Tatsache, dass die post-apokalyptische Welt in diesen Filmen aber fast immer von Regimen beherrscht wird, die die Zukunft von Jugendlichen gegen deren Willen komplett durchplanen, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Gleichheit ist hier der Gegner. Gut ist, was anders, was einmalig, was individuell, was frei und selbstbestimmt ist.

So gesehen hat die Apokalypse also derzeit Hochkonjunktur, weil viele Jugendliche sich in ihrer Individualität eben nicht erkannt fühlen und sich im Kino (oder den zugrundliegenden Romanen) somit gerne in eine Welt träumen, in der gerade diese problematisierte Individualität zu ihrer größte Stärke wird.

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