Die dritte und letzte Theorie, die mir bei einer ersten Erklärung für das Boom-Phänomen Apokalypse untergekommen ist, ist gleichzeitig auch die einfachste. Jeder hat sich vor einem anstrengenden Tag in der Schule, auf der Arbeit oder vor einem unangenehmen Pflichttermin sicherlich schon einmal gewünscht, durch eine unglückliche Fügung des Schicksals doch noch verschont zu werden. Vielleicht ein Feuer in der Schule, ein Stromausfall am Arbeitsplatz oder vielleicht ein Verkehrsunfall, der leider den heroischen Einsatz von Erste-Hilfe-Skills erforderte. Sorry, ich wäre ja wirklich gern gekommen, aber leider ist die Welt untergegangen.

Apokalyptische Filme und TV-Serien spielen mit diesen Tagträumen. Und sie befriedigen ein Wunschdenken nach dem letzten großen Kassensturz, denn sie zeigen eine Welt, in der niemand seine Steuerrechnung machen muss und in der es vollkommen egal ist, aus welcher Gesellschaftsschicht man stammt oder welche Schulbildung man genossen hat.

Ein Innenminister, der keinen gezielten Kopfschuss auf die Kette kriegt, ist in der Zombie-Apokalypse einen verdammten Scheißdreck wert.

Apokalyptisches Kino befriedigt demnach unseren Wunsch nach dem ultimativen Reboot, der uns von jetzt auf gleich den gesamten Alltagsballast abnimmt, der uns sonst so sehr belastet. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die sozialen, bürokratischen und professionellen Anforderungen an uns täglich zu wachsen scheinen. Gegen ein sich ankündigendes Burnout-Syndrom kann eine Nacht unter dem freien Himmel der Post-Apokalypse wahre Wunder wirken.

Überhaupt ist die Welt nach der unseren generell prima anschlussfähig an die derzeit sehr verbreitete Outdoor- und Aussteiger-Romantik. Was sind schon ein paar verwesende Zombie-Horden oder invasierende Aliens gegen die Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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