Pro & Contra: Prequels zu Die Tribute von Panem - Muss das sein?

Philipp Schleinig 1

Es ist eigentlich schon so langsam altbacken, sich über den Sequel-/Prequel-/Spin-off-Wahn Hollywoods aufzuregen, doch noch des Öfteren erreichen uns Nachrichten, die wir erst zweimal lesen müssen, um sie nicht für einen Scherz zu halten. In dieser Woche ist der böse Bub die Produktionsfirma Lionsgate, die aktuell über die Fortführung der „Die Tribute von Panem“-Reihe nachdenkt.

Pro & Contra: Prequels zu Die Tribute von Panem - Muss das sein?
Bildquelle: © Studiocanal.

Am Wochenende eröffnete Lionsgate-CEO Jon Feltheimer, dass das Studio derzeit aktiv nach Möglichkeiten suche, um das „Die Tribute von Panem“-Franchise in Sequels und/oder Prequels fortzuführen (via Deadline). Obwohl erste Reaktionen vielleicht das fassungslose Kopfschütteln sein dürften, wollen wir uns heute einmal differenziert mit dem Thema auseinandersetzen.

Pro: (Daniel)

Noch mehr „Hunger Games“? Bitte gern! Bei dem Thema bin ich ausnahmsweise mal egoistisch. Ansonsten verfechte ich ja gerne die Notwendigkeit möglichst originalgetreuer Adaptionen und gehöre zu denen, die mit schnalzender Zunge und Kopfschütteln die „Harry Potter“-Verfilmungen zer-klugscheissern. Bei „Die Tribute von Panem“ mache ich eine Ausnahme und freue mich jetzt schon auf Katniss Everdeens Abenteuer Nummer 4 - unendlich.

Seien wir doch mal ehrlich, im Moment wird jedes Pferd geritten, bis es vor Erschöpfung zusammenbricht und dann wird aus dem Kadaver auch noch ein Prequel gemacht. Bei den ganzen Fortsetzungen und Spin-offs, die jetzt schon  von „Star Wars“ angekündigt sind, bin ich kurz davor, mir ein intergalaktisches Organigramm anzufertigen, damit ich überhaupt noch durchsteige. Warum also, frage ich, sollen nicht auch die „Tribute von Panem“ fortgesetzt werden? Mit dem Ende von „Mockingjay“ sind die Bücher zu Ende verfilmt, unser Hunger nach „Hunger Games“ aber vielleicht noch gar nicht gestillt. Nicht mal die Leseratten können sich da noch beklagen, dass ihre geliebten Wälzer kaputt verfilmt werden, wenn die Drehbücher für zukünftige Fortsetzungen komplett neu geschrieben werden.

Ums kurz zu machen! „Die Tribute von Panem“, mag ich! Mehr coole und actionreiche Abenteuer mit Katniss und Co., möchte ich! Den Gegnern (Hust, Hust - Philipp) sage ich: Tragt eure sauber verdienten Euros halt in einen anderen Kinosaal und lasst dem Rest die Freude. Danke vielmals.

 

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Contra: Mehr Filmstoff zu „Die Tribute von Panem“ braucht kein Mensch! (Philipp)

Ich lag am späten Samstagvormittag im Bett, scrollte durch meine Facebook-Timeline und stieß alsbald auch auf besagten Artikel, in welcher der Herr Feltheimer von der Möglichkeit sprach, die „Die Tribute von Panem“-Reihe nicht sterben zu lassen. Ja, mein Kopf fing sich unwillkürlich an zu schütteln und meine Fassungslosigkeit traf schnell auf meine Abgestumpftheit. Überraschend war die Nachricht nur auf den ersten Blick. Die Zahlen des Boxoffice sprechen dagegen eine eindeutige Sprache: 2,2 Milliarden US-Dollar hat das „Hunger Games“-Franchise bisher eingespielt (via Boxoffice Mojo). Warum also aufhören?

In dieser doch stattlichen Zahl steckt noch nicht einmal das große Finale drin, welches im November dieses Jahres mit „Die Tribute von Panem - Mockingjay 2“ auf uns zu kommen wird. Wie wir wissen, explodieren Franchise-Abschlüsse ja geradezu. Da würde es mich nicht wundern, wenn am Ende eine Zahl von 3 Milliarden Dollar genannt werden kann. Warum also aufhören?

Weil es verdammt nochmal reicht, die Kuh ist gemolken. Nur weil ein Franchise Milliarden abwirft, muss man dessen Geschichte doch nicht in die grundlagenlose Länge ziehen. „Die Tribute von Panem“ basiert auf drei Romanen der Autorin Suzanne Collins, nicht mehr und nicht weniger. Würde es, etwa im Falle von „Der Hobbit“, bereits eine Vorgeschichte geben, so könnte ich die Beweggründe noch eher nachvollziehen - wobei ich eine Gutmütigkeit seitens der Produzenten in Bezug auf das bloße Erzählerlebnis schon lange ausgeschlossen habe.

Es ist nicht einmal die Fortführung, bzw. die Vorgeschichte per se, die mich aufregt. Nein, es ist vielmehr der bloße Blick auf die Zahlen, der mehr Filme zur Reihe rechtfertigen soll. Und das schlimmste? Der Erfolg wird den Produzenten auch noch recht geben! Traurig, traurig…

Sind Prequels zu Die Tribute von Panem nötig?

 

 

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